Brandschutz in der Wand

Lesertest

Kaiser. - Für die normgerechte Umsetzung des präventiven Brandschutzes in der Elektroinstallation stehen innovative Brandschottlösungen zur Verfügung. Von der einfachen und sicheren Montage können sich g+h-Leser jetzt im Rahmen unseres Lesertests selbst überzeugen.

16. März 2011

Eine potenzielle Schwachstelle im präventiven Brandschutz können Elektroinstallationen darstellen. Die Übertragungswege von Rauch und Feuer sind zumeist unzureichende Raumabschlüsse wie fehlende oder nicht korrekt ausgeführte Abschottungen von elektrischen Leitungen und Rohren. Im Neubau kann eine unsachgemäß ausgeführte und unzureichend gesicherte Elektroinstallation hohe Folgekosten durch Nachbesserung verursachen, die Bauabnahme verzögern und schlimmstenfalls Menschenleben gefährden.

Doch nicht nur im Neubau, sondern auch bei der Modernisierung sind praxisgerechte und wirtschaftliche Maßnahmen gefragt, um die baulichen Brandschutzanforderungen zu erfüllen. Vor allem Brandschutzwände stellen hinsichtlich der Feuerwiderstandsklasse nach DIN 4102 besonders komplexe Anforderungen an das Elektrohandwerk.

Im Rahmen der Elektroinstallation müssen Wanddurchführungen und -einführungen stets brandschutzgerecht abgeschottet werden, um die Feuerwiderstandsklasse wieder herzustellen. Oft werden die Öffnungen für Installationsleitungen und -rohre mit Brandschutzkitt, -schaum oder Mörtel in Bauteildicke verschlossen, um den brandschutzgerechten Raumabschluss wieder herzustellen. Aufgrund von Trocknungszeiten der verarbeiteten Hilfsstoffe ist dies teilweise mit einer erneuten Nachbearbeitung zu einem späteren Zeitpunkt verbunden. Angebrochene Gebinde, welche anschließend nicht mehr aufgebraucht werden können, sowie unzureichende Fülltiefen sind typische Probleme, die bei der Verarbeitung auftreten. Zudem ist die fachgerechte Verarbeitung für den Planer nur augenscheinlich und oberflächlich überprüfbar.

Vor diesem Hintergrund bietet Kaiser ein komplettes Sortiment innovativer Lösungen für die Abschottung von Elektroinstallationen in Brandschutzwänden. Das bedarfsgerechte System der Brandschotts wurde dabei aktuell um Leitungs-, Rohr- und Dosenschotts ergänzt. Es umfasst Lösungen für die Abschottung sowohl in Hohlwand-, Mauerwerks- als auch Betonbauwänden und ermöglicht die schnelle, flexible und sichere Abschottung, bewahrt die Feuerwiderstandsklasse der Wand und dichtet Fugen und Zwickel selbstständig ab. Möglich macht dies die sogenannte AFS-Technik. AFS steht für Active Fire Stop und bezeichnet einen umhüllenden Dämmschichtbildner, der im Brandfall innerhalb kürzester Zeit aufschäumt und selbsttätig die Installationsöffnungen verschließt. Dank dieser Technik bleibt, sogar ohne aufwändige Kompensationsmaßnahmen, die Feuerwiderstandsklasse bis F90 erhalten. Die Ausbreitung von Rauch und Feuer durch die Installationsöffnungen wird so zuverlässig verhindert.

Die Produktfamilie der Kaiser-Brandschotts besteht aus dem Leitungsschott-System LS 90 und dem Rohrschott-System RS 90 für die Einführung und Schottung einzelner Leitungen und Rohre. Die teilbaren Leitungsschotts werden nach Erstellen der Installationsöffnung in Hohlwand, Mauerwerk oder Betonwand einfach über bestehende Leitungen oder Rohre gesteckt. Auch die Montage des Dosenschott- Systems DS 90 ist einfach zu realisieren.

Der zweiteilige Schottzylinder mit AFS-Technik wird wie eine Kaiser-Hohlwanddose schnell und sicher in die Fräsöffnung von 74 mm Ø gesteckt. Anschließend können Installationsrohre bis M40 oder bis zu sechs NYM-Leitungen mit einem maximalen Querschnitt von 5 x 2,5 mm2 in die Wand durch- oder eingeführt werden. Zum Schluss wird das zweiteilige Dichtelement um die Leitungen oder das Rohr gelegt, auf den Schottzylinder geschoben und mittels Bajonettverschluss fest arretiert.

Das Dichtelement kann jederzeit wieder geöffnet werden, sodass erstmalig eine zerstörungsfreie Nachbelegung möglich ist. Bei Mauerwerksinstallationen kann das System DS 90 zudem wie eine Unterputzdose eingegipst werden. Für die passgenaue Herstellung der Installationsöffnungen führt Kaiser auch das benötigte Werkzeug in seinem Programm. Die Kaiser-Brandschotts können jeweils als Gruppe bis zu einer 3-fach-Anordnung nebeneinander installiert werden, ohne die Funktion der Brandschutzwand zu beeinträchtigen.

Sowohl für das Leitungsschott-System LS 90, das Rohrschott-System RS 90 als auch das Dosenschott-System DS 90 ist eine ETA-Zulassung (European Technical Approval) vom DIBt (Deutsche Institut für Bautechnik) auf Grundlage der bestandenen Brandprüfungen gemäß DIN EN 1366-3 beantragt. Nach Erteilung des Verwendbarkeitsnachweises können diese Abschottungen in massiven Mauerwerkswänden nach DIN 1053 oder Betonwänden nach DIN 1045 sowie als Abschottung in Trockenbauwänden nach DIN EN 1364-1 eingesetzt werden. Bis zur Erteilung der ETA-Zulassung können die Schottsysteme auf Basis der MLAR 2005, Abschnitt 4.2 und 4.3 beziehungsweise den baurechtlich eingeführten Leitungsanlagen-Richtlinien der Bundesländer montiert werden. Die gutachterliche Bewertung der Einsatzmöglichkeiten steht als Download auf der Kaiser-Website zur Verfügung.

Anorderungen

Was bei einem Bauvorhaben zu beachten ist, definieren die einzelnen Bundesländer über ihre Landesbauordnungen (LBO). Diese gehen auf die durch eine Sachverständigenkommission der Bauministerkonferenz erstellten Musterbauordnung (MBO) zurück.

Nach §14 MBO sind bauliche Anlagen so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Rauch und Feuer vorgebeugt wird und die Rettung sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Genauere Anforderungen werden gestellt an die Brennbarkeit, die Feuerwiderstandsdauer und die Dichtheit der Verschlüsse von Baustoffen sowie an die Anordnung, die Lage und die Gestaltung von Flucht- und Rettungswegen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2011