Das intelligente Zuhause

Technik

Hager. Smarte Lösungen sind heute ein wesentlicher Umsatzträger: Komfort und Sicherheit liegen bei privaten Bauherren im Trend. Dabei bieten steigende Ansprüche an die Installationstechnik im gehobenen Wohnbau dem Elektrohandwerk aussichtsreiche Perspektiven.

09. Juni 2016

Vor allen Dingen Bauherren im gehobenen Segment sind meist gut informiert über die Möglichkeiten des Smart Homes und bereit, für ihr „intelligentes Zuhause“ entsprechende Investitionen zu tätigen – wie das Beispiel der Familie Vogel-Sprinke aus Walldorf zeigt.

Als Gundula Sprinke und Uwe Vogel ihr neues Zuhause planten, hatten sie sehr genaue Vorstellungen davon, was ihre Elektroinstallation alles leisten sollte. Auf dem „Wunschzettel“ ganz oben standen Zukunftsfähigkeit und Flexibilität als übergeordnete Prioritäten. „Damit war bereits klar, dass an einer busfähigen Elektroverteilung auf KNX-Basis kein Weg vorbeiführte“, berichtet Markus Brands vom Hager Außendienst, der dieses Projekt von Seiten des Herstellers als Ansprechpartner für die Bauherren betreute. Ausführender Elektrofachbetrieb war die Firma Best Bellemann Elektro Service GmbH aus Rauenberg. Bei der Beleuchtung setzten die Bauherren im ganzen Haus auf die energiesparende LED-Technik in Form von Lichtbändern und Einbaustrahlern. Dem Wunsch nach einer dimmfähigen Beleuchtung konnte mit den KNX-Universaldimmern von Hager entsprochen werden.

Diese Geräte sind in der Lage, alle verbreiteten dimmfähigen Leuchtmittel anzusteuern. „Besonders praktisch ist, dass diese Geräte über eine sogenannte Autodetect-Funktion zur selbstständigen Lasterkennung verfügen und dass über Easydetect der Dimmbereich bei Bedarf schnell und einfach optimiert werden kann. Das erleichtert dem Elektroinstallateur die Arbeit ganz erheblich“, erklärt Markus Brands. Bei der Sensorik zur Bedienung dieser und aller anderen KNX-Funktionen wurden die Bauherren im Berker-Programm mit der Schalterserie K1 fündig. In den Funktionsräumen kamen Schalter – zum Teil mit beleuchteten LED-Rahmen - der Serie W1 desselben Herstellers zum Einsatz.

Neben der festen Bediensensorik wünschte sich das Paar die Möglichkeit eines mobilen Zugriffs auf die Bustechnik. Dieser Wunsch ließ sich mit der Visualisierung Domovea erfüllen; einem Anzeige- und Bediensystem, das für Anwendungen im Wohnbau entwickelt wurde. Nach der Installation einer entsprechenden App können die Bauherren nun mit ihren I-Phones und ihrem I-Pad über Domovea die gesamte Busanlage steuern. Das System wird zudem für eine ganz besondere Komfortfunktion genutzt: Um die Garten- und Terrassenpflanzen automatisch und bedarfsgerecht zu bewässern, hat Sebastian Schuschu, Spezialist für die Gebäudesystemtechnik bei Hager, eine ausgeklügelte Domovea-Sequenz unter Einbindung einer KNX-Wetterstation dieses Herstellers entwickelt. Diese sorgt dafür, dass die Bepflanzungen unter Berücksichtigung der jeweiligen Temperaturbedingungen und Niederschlagsmengen bedarfsgerecht bewässert werden. Dem Bedürfnis der Bauherren nach Sicherheit konnte mit einer Elcom-Audio/Video-Sprechanlage vom Typ Modesta mit 2-Draht-Video-Bustechnologie Rechnung getragen werden. Diese wurde aus optischen Gründen in ein Türelement integriert. Sie bietet neben den Standardfunktionen auch die gewünschte Einbruchsicherheit über eine Zugangskontrolle per Fingerprint-Türöffner. Außerdem ermöglicht die Elcom-Türstation das Scharfstellen der Alarmanlage.

Im Dienste der Sicherheit stehen auch die im Haus installierten Rauchwarnmelder TG550A. Die Funk-Rauchwarnmelder Komfort Q sind allesamt miteinander vernetzt. Aber auch an die Optik der elektrotechnischen Lösungen stellte das Paar hohe Ansprüche. Elektroinstallationskanäle erfüllen sie. Highlight ist dabei das Brüstungskanalsystem Boden Tehalit.BKB im Wohnzimmer, das unter anderem die Zuleitungen zu den Lautsprecherboxen der HiFi-Anlage aufnimmt und diese unter dem Boden verschwinden lässt. Da dieses System mit allen Bodenbelägen von fünf bis 25 Millimeter Stärke belegt werden kann, wurden die Kanäle mit Parkett kaschiert.?

Hintergrund: Beratung ist ein Erfolgsschlüssel

Die Elektroinstallation der Familie Vogel-Sprinke ist mit einem Investitionsvolumen im oberen fünfstelligen Euro-Bereich sicherlich nicht alltäglich. Sie zeigt aber auf, dass sich Bauherren durchaus von den Möglichkeiten des intelligenten Zuhauses mit seinen zahlreichen Lösungen für mehr Komfort und Sicherheit überzeugen lassen. Voraussetzung dazu sind eine intensive und kompetente Beratung sowie eine professionelle Umsetzung, gegebenenfalls mit Hersteller-Unterstützung, um die Ansprüche der Bauherren zu erfüllen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016