Das nächste Kabel kommt bestimmt

Technik

Bürogebäude unterliegen strengen Brandschutzauflagen. Da sich Brände häufig entlang der Elektroinstallation ausbreiten, sind Kabelverläufe aus der Perspektive des Brandschutzes immer ein besonderes Risiko.

07. März 2017
Sichere Brandabschottung und einfaches Nachrüsten: Das Unternehmen Carl Zeiss setzt auf intelligente Schottsysteme von Wichmann Brandschutzsysteme. Bildquelle: Wichmann
Bild 1: Das nächste Kabel kommt bestimmt (Sichere Brandabschottung und einfaches Nachrüsten: Das Unternehmen Carl Zeiss setzt auf intelligente Schottsysteme von Wichmann Brandschutzsysteme. Bildquelle: Wichmann)

Allein die Nachrüstung von Kabeln gestaltet sich aufgrund der komplizierten Brandabschottungen häufig problematisch und verursacht immense Kosten. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, suchte das Unternehmen Carl Zeiss nach einer Lösung, die einfache Kabelnachrüstungen ermöglicht und gleichzeitig den Brandschutz gewährleistet.

Man entschied sich mit Renner Isoliertechnik einen Spezialisten zu engagieren. Die Empfehlung der Experten: Kabelboxen des nordrhein-westfälischen Herstellers und Erfinders Wichmann.

Renner Isoliertechnik wurde Ende 2010 gegründet. Sie führt alle Isolierungsmaßnahmen im baulichen Bereich durch: Wärmeschutz, Kälteschutz, Schallschutz und natürlich Brandschutz.

Der Geschäftsführer, Klaus Renner, war bereits vor der Gründung seiner eigenen Firma in diesem Bereich tätig und blickt daher auf über 20 Jahre Berufserfahrung zurück. Aufgrund dieser Erfahrung beauftragte ihn Zeiss mit der Modernisierung der Bürogebäude und Produktionsstätten in Oberkochen. Dabei stand natürlich der Brandschutz im Fokus, vor allem aber auch die Möglichkeit, zukünftige Nachrüstungen schnell und kosteneffizient vornehmen zu können.

Vor rund zehn Jahren ist Klaus Renner durch einen Kollegen auf die Produkte der Firma Wichmann Brandschutzsysteme aufmerksam gemacht worden. Seitdem verbauen er und seine Mitarbeiter regelmäßig die Kabelboxen aus dem sauerländischen Attendorn. Es gibt nach eigenen Aussagen kaum ein Modell der Wichmann Kabelbox, das er noch nicht verbaut hat.

Renner übernimmt viele große Aufträge im industriellen Bereich. Vor allem in expandierenden Unternehmen ist es ihm wichtig, dass Kunden zukünftige Kabelnachrüstungen kosteneffizient und möglichst im laufenden Betrieb vornehmen können. Aufgrund dieses besonderen Anspruchs an die Nachrüstbarkeit rät Renner seinen Kunden stets zum Einbau größerer Kabelboxen. Diese bieten später mehr Platz für neue Kabel. Da es die Wichmann Kabelboxen in mehreren Bauformen gibt, verlief der zulassungsgemäße Einbau in den Wänden und Decken der Gebäude von Zeiss durch die Firma Renner Isoliertechnik problemlos.

Die Kabelboxen von Wichmann Brandschutzsysteme bestehen aus einem Stahlblechgehäuse, welches innen mit Brandschutzpaketen ausgekleidet ist. Steigt die Temperatur in der Umgebung der Box auf 100 Grad Celsius, schäumen die Pakete auf und verschließen den Innenraum der Box vollständig.

Die verschlossene Box ist dann so dicht, dass Feuer und auch Rauch mindestens 90 Minuten nicht weitergeleitet werden und angrenzende Räume demendsprechend geschützt sind.

Wenn die Box eingebaut ist und die ersten Kabel hindurch laufen, wird sie an den Stirnseiten mit flexiblen Easy-Foam-Schaumstopfen und einer dauerelastischen Dichtmasse abgedichtet. An die Dichtmasse werden dabei keine zusätzlichen Brandschutzanforderungen gestellt.

Das nachträgliche Verlegen von Kabeln ist nach der Erstinstallation sehr einfach, denn der Easy-Foam-Schaumstopfen kann mit einem Cuttermesser oder sogar einem Kabelrohr oder Ähnlichem mühelos durchstoßen werden.

Je nach Einbausituation kommt es daher vor, dass sich die Kosten für die Wichmann Kabelboxen schon bei der ersten Nachrüstung amortisieren; ganz anders als bei vielen anderen Systemen, die bei Nachinstallationen zum Teil komplett herausgerissen und aufwendig wieder eingebaut werden müssen. Diese bieten dann bis zur Instandsetzung keinerlei Schutz mehr.

Unter anderem in Bürogebäuden profitiert man beim Einbau der Wichmann Kabelboxen außerdem noch davon, dass die Boxen mit den flexiblen Schaumstopfen einen Schallschutz von bis zu 59 Dezibel Luftschalldämmung bieten können. Ein weiterer Vorteil der Wichmann Kabelboxen ist die Staubfreiheit beim Nachrüsten. Da die Boxen bei der Nachrüstung von Kabeln nicht aus der Wand herausgerissen werden müssen, entsteht bei den Arbeiten auch kein Baustaub – ein enormer Vorteil, der auch bei den Sanierungsarbeiten der Abschottungen den reibungslosen Betrieb von Technik- und Serverräumen in Bürogebäuden gewährleistet.

Die Boxen sind industriell gefertigte und geprüfte Elemente und eben nicht reine Montageleistungen, die vollständig auf der Baustelle erbracht werden. Das vereinfacht die Arbeit der Monteure und schließt bereits im Vorfeld einige mögliche Montagefehler aus, die in einem Ernstfall zum Versagen des Brandschotts führen könnten. Der Innenraum der Boxen kann außerdem zu 100 Prozent mit Kabeln belegt werden. Ein Mindestabstand muss bei der Verlegung von Kabeln innerhalb der Box ebenfalls nicht eingehalten werden. Das macht eine Kabelüberbelegung der Box unmöglich.

Aber nicht nur im Inneren müssen die Kabelboxen Brandschutzaufgaben übernehmen. Eine Kabelbox muss so in die Wand oder die Decke eingebaut werden, dass eine Feuer- oder Rauchweiterleitung auch entlang der Abschottung ausgeschlossen ist. Standardmäßig werden dazu mineralische Materialien wie Mörtel, Beton oder Gips verwendet. Die Easy-Foam-Kabelboxen können hingegen einfach mithilfe eines speziellen Montageschaums in eine Wandöffnung eingeschäumt werden. Das Anrühren von Gips oder Mörtel entfällt für den Monteur. Die erwähnten Easy-Foam-Schaumstopfen sind sehr leicht anzupassen und dienen nur zur Rauchabdichtung.

Die Abdichtung zu den Kabeln und zum Gehäuse ist mit einem dauerelastischen Dichtstoff, wie zum Beispiel Silikon, möglich. Der Montageschaum zum Einschäumen der Boxen in die Wand eignet sich ebenfalls dafür. Die Zeitersparnis beim Einbau kann so bis zu 50 Prozent betragen.

Das Unternehmen Carl Zeiss hat mit dem Einbau der Kabelboxen von Wichmann Brandschutzsysteme ihre eigenen Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit und Brandschutz umgesetzt, ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen. Vor allem in einem expandierenden Unternehmen wie Zeiss, wo eine Nachrüstung unter Umständen schon in absehbarer Zeit notwendig werden kann, ist der ROI sehr schnell erreicht. Denn Umrüstungen können in Zukunft ohne großen Aufwand und im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Weder Büro noch Produktion werden auf diese Weise durch anfallende Arbeiten über längere Zeit gestört.

„Wir sind mit der Leistung von Renner Isoliertechnik, der Beratung und dem Einbau der Kabelboxen, vollends zufrieden. Von der einfachen und schnellen Montage profitieren nicht nur wir, auch Renner Isoliertechnik konnte sich dadurch sehr schnell dem nächsten Auftrag zuwenden“, fasst ein Sprecher des Unternehmens Carl Zeiss die Erfahrung zusammen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2017