Der erste Eindruck zählt

Technik

Schilddirect. - Schilder für eine technische Installation sind wie eine persönliche Visitenkarte. Daher ist es sicherlich am besten, wenn man sie selbst gestaltet und so die volle Kontrolle über alle Details hat. Und genau das ist die Geschäftsidee hinter der Online-Firma im baden-württembergischen Balingen.

30. September 2013

Zu einer guten technischen Installation gehört auch eine professionelle Beschilderung. Nur so sind Objekte gut erkennbar und sofort zu identifizieren. Das aufwendige Bestellen der Schilder ist allerdings oft umständlich und zudem teuer, langwierig, fehlerbehaftet und einfach nicht mehr zeitgemäß. Kein Wunder also, dass die Geschäftsidee von Stefan Gustafsson schnell den Weg von Schweden nach Deutschland gefunden hat: Kunden können sich online einen eigenen Zugang anlegen – und dann geht es auch schon los: Farbe, Material, Form, Menge und Text des gewünschten Schildes auswählen, Bestellung abschicken, fertig. Seit 2007 gibt es die Schilddirect GmbH auch in Deutschland – geleitet von Geschäftsführer Michael Kissmann. „Ich habe das große Potenzial der Idee für Deutschland sofort gesehen“, sagt er heute. „Made in Germany ist weltweit bekannt. Deshalb ist deutschen Handwerkern auch die professionelle Beschilderung so wichtig. Viele sagen mir, ein gutes Schild sei die beste Werbung. Tatsächlich ist auch in Deutschland die Nachfrage nach individuell gestalteten Schildern bei Elektro- und Klimatechnikern, Sanitär- und Heizungsinstallateuren riesig. Doch auch Kissmann hat als gelernter Schlosser zunächst klein angefangen: „Meine Produktion fand lange in einem alten, verlassenen Industriegebäude statt. Zu Anfang hatte ich nur eine Bestellung pro Woche.“ Mittlerweile kommen pro Jahr 1.000 neue Kunden dazu eine Wachstumsrate von rund sechzig Prozent.

Um die Masse der Aufträge bearbeiten zu können, hat der junge Geschäftsmann bereits neun Mitarbeiter eingestellt. Denn die Kunden kommen mittlerweile aus der ganzen Welt, aus Norwegen, Finnland, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg, Großbritannien, der Schweiz, Österreich und sogar aus den USA. „Die Konkurrenz ist zwar groß“, so Kissmann, „aber es ist einfach keiner so spezialisiert und modern wie wir“. Für den direkten Online-Zugriff der Kunden ist eigens ein Computer-Programm entwickelt worden, denn Kissmann wollte ein System, das genau auf die Bedürfnisse der Elektriker und anderer Handwerker abgestimmt ist. Schnell und effizient sollte es sein und auch für Computer-Neulinge leicht zu bedienen. Das Ergebnis: Ein exklusiv für die Schilddirect GmbH entwickeltes Computer-Programm mit dem Namen Sign-Studio.

„Damit können unsere Kunden zunächst an ihrem Computer den Schildertyp bestimmen. Das heißt, sie können wählen zwischen lasergravierten Beschriftungsschildern aus selbstklebendem Kunststoff, extrem robustem Metall oder Typenschildern und Kabelmarkierungen. Als nächstes kann der Kunde dann auch Text, Farbe, Form und Schriftgröße selbst gestalten und dies dann bestellen“, erklärt Kissmann. Über die Internetseite sieht der Käufer also schon online, was er eins-zu-eins geliefert bekommt.

Sobald sich der Kunde entschieden hat, geht es dann auch ganz schnell: Das Produkt wird innerhalb von 24 Stunden angefertigt, graviert und versendet. Und günstig ist es auch: „Wir erledigen schon Aufträge ab einem Bestellwert von zehn Euro. Zudem bieten wir einen schnellen und fehlerfreien Service von der Bestellung bis zur Lieferung“, fasst Kissmann die Vorzüge seines Unternehmens zusammen. Trotzdem will er den Service auch in Zukunft weiter verbessern. Auf Wunsch kann der Kunde sich jetzt zum Beispiel sein individuelles Firmenlogo in die Typenschilder gravieren lassen. Zudem garantiert das Unternehmen die 24-Stunden-Lieferung auch bei großen Bestellmengen, bei größeren Aufträgen gibt es Mengenrabatt und auf Wunsch werden die passenden Schrauben, S-Haken und Schraubenbits gleich mitgeliefert.

Wer es lieber traditionell mag, kommt auch auf seine Kosten: Jede beliebige Typenschildvorlage kann auch per E-Mail gesendet werden. Und sollte jemand ein Schild benötigen, das nicht selbst in Sign-Studio erstellt werden kann, versucht Schilddirect es natürlich trotzdem zu verwirklichen. „Jedes Schild, das Sie uns beschreiben können, können wir produzieren“, heißt es auf der Internetseite. „Wir machen das für Sie“, verspricht auch Kissmann seinen Kunden. Immerhin hat er mittlerweile mehr als zehn Jahre Erfahrung.

Daher kennt er auch die Bedenken mancher Menschen, wenn es darum geht, einige Firmendaten übers Internet zu übermitteln. Kissmann ist sich dessen bewusst, dass manche Kunden hier skeptisch reagieren. „Deshalb legen wir allerhöchsten Wert auf den Schutz dieser Daten“, verspricht er.

Für die Zukunft hat sich der Unternehmer vorgenommen, mit der Schilddirect GmbH noch weiter zu wachsen. Insbesondere in Frankreich und USA gibt es noch ein sehr großes Potenzial. Um noch bekannter zu werden, präsentiert er sein Unternehmen auch auf Fachmessen wie der Stuttgarter Eltefa, der größten Landesmesse für Elektrotechnik und Elektronik. Und weil es gut läuft, sollen bald auch noch weitere Mitarbeiter eingestellt werden: „Wir freuen uns über Bewerbungen.“

Geburtsort Schweden

Für Stefan Gustafsson, Elektriker auf der kleinen Schäreninsel Blidö, gehört zu einer professionellen Installation auch eine entsprechende Beschilderung. Für die Visitenkarte seiner Arbeit stets auf externe Dienstleister angewiesen zu sein, ist ihm mit der Zeit zu aufwendig. 1997 macht er aus der Not eine Tugend und gründete selbst eine Firma zur Fertigung von Beschriftungsschildern.

Schilddirect war geboren. Hier kann der Kunde seine Schilder online selbst gestalten und hat so die volle Kontrolle über alle Details schnell und günstig. Eine Marktlücke, auf die sich Gustafsson heute hauptberuflich konzentriert.

Erschienen in Ausgabe: 06/2013