Der Trick mit der Doppelfassade

Gebäudetechnik

Somfy. Die beiden Türme des „The Metropolitans“ tragen den Anspruch auf Wohnqualität bereits in ihrem Namen. Unter anderem mit der Sonnenschutztechnik von Gebäudeautomationsspezialist Somfy erreichen sie den Minergie-Standard bezüglich der Energieeffizienz.

08. Mai 2018
Metropolitans: archphoto, inc. © Baumschlager Eberle Architekten
Bild 1: Der Trick mit der Doppelfassade (Metropolitans: archphoto, inc. © Baumschlager Eberle Architekten )

Auf dem Gelände einer ehemaligen Zahnradfabrik im Leutschenbach-Quartier ragen sie empor: die beiden 62 Meter hohen Türme des „The Metropolitans“. Städtebauliche Disposition, Architektur und Energiekonzept sorgen gemeinsam dafür, dass hier ein bemerkenswertes Stück Architektur entstanden ist. Mit ihren äußeren Fassaden aus hellem Beton und den inneren aus dunklerem erhalten die beiden Türme eine filigrane Leichtigkeit.

Dank ihrer kompakten Bauweise benötigen sie nur wenig Heizenergie, die im Rahmen eines Fernwärmeverbundes vom nahe gelegenen Heizkraftwerk kommt. Des Weiteren bildet die Doppelfassade eine natürliche Beschattung und sorgt im Sommer für kühle Raumtemperaturen.

Innere und äußere Werte

Die Wohnungen darf man ohne Übertreibung als außergewöhnlich bezeichnen. Eine Ebene aus Loggien umhüllt das gesamte Gebäudevolumen und verleiht den Räumen ein hohes Maß an Privatsphäre, denn jede Wohnung verfügt über einen solchen Freibereich mit Loggien, die sich zwischen der inneren und der äußeren Fassade befinden. Gläserne Brüstungen geben den Blick frei über Zürich bis zum Alpenpanorama. Dabei setzt die eindrucksvolle Doppelfassade nicht nur architektonische Maßstäbe.

Der vorgelagerte Freibereich überbrückt die Distanz zur „inneren Fassade“ – der thermischen Hülle – und übernimmt zugleich eine wichtige ökologische Aufgabe, insbesondere im Sommer. Dann nämlich sorgt die Doppelfassade für natürliche Beschattung und schafft so ohne den Einsatz energiefressender Klimatisierung ein wohnliches Raumklima.

Im Herbst und Winter werden die Strahlen der schräg stehenden Sonne ins Innere der Wohnungen durchgelassen und tragen zu deren natürlicher Erwärmung bei. So wirkt die Zone zwischen der wärmegedämmten inneren Fassade und der vorgesetzten äußeren Fassade wie eine thermische Pufferzone. Der dadurch geschaffene Raum verbessert die Performance des Gebäudes, indem er saisonal bedingte Klimaschwankungen ausgleicht.

Im Sommer spendet er Kühle durch konsequente Abschattung der Sonne und im Herbst und Winter werden die Wohnungen dann durch die direkte Sonneneinstrahlung erwärmt.

Automatischer Sonnenschutz steigert die Energieeffizienz

Zugunsten einer optimalen Energieeffizienz sind die raumhohen Fenster mit motorisierten Vertikalmarkisen ausgestattet. Diese werden abhängig von den jeweiligen Witterungsbedingungen über das Sonnenschutzsystem Somfy Animeo IB+ gesteuert. So können Wärme-, Kälte- und Lichteinflüsse präzise reguliert und Behaglichkeit ohne komplexe Technik oder hohen Energieeinsatz erzielt werden.

Eine zentrale Wetterstation übermittelt die aktuellen Messdaten an die Sonnenschutzzentralen TouchBuco, die als intelligente Vorort-Steuerung in den einzelnen Wohnungen dienen.

Außer den aktuellen Windgeschwindigkeits- und Sonnenwerten lassen sich weitere Steuerungsvariablen wie zum Beispiel Sonnenstandsverfolgung, Windrichtungserkennung, Regen oder Zeitschaltfunktionen auswählen. Dabei ist die Bedienung dank der intuitiven grafischen Oberfläche und eines integrierten Assistenten nutzerfreundlich.

g+h INFO

• Bauherr/Investor: Implenia Development AG, Zürich, CH

• Standort: Zürich

• Gebäudeart: Wohngebäude

• Architekt: be baumschlager eberle, Zürich

• Projektleitung: Sebastian Kirsch

• Grundstücksfläche: 10.700 m²

• Gebäudegrundfläche: 1.850 m²

• Bruttogeschossfläche: 29.400 m²

• Nutzfläche: 22.500 m²

• Umbauter Raum: 89.200 m³

• Bauzeit: 2012 bis 2015

• Antriebe und Behänge: Stobag

• Sonnenschutztechnik: Animeo IB+ / TouchBuco (Somfy GmbH)

g+h KOMPAKT

Kontakt: www.somfy.de

Erschienen in Ausgabe: 03/2018