Detektion in Dampf und Nebel

Technik Sicherheitsspezial

Hekatron. - Im Werk 2 der Comte Galvanotechnik in Sulingen sorgt eine mit Sonderbrandtechnik ausgestattete Brandmeldeanlage für flächendeckende Sicherheit. Zur Anlage gehören auch das Ilia Dust Pro-System, ASD-Ansaugrauchmelder sowie zahlreiche Handfeuer- und Mehrfachsensormelder.

04. September 2017
© Hekatron Das neu errichtete Werk 2 von Comte Galvanotechnik ist mit einer Hekatron-Brandmeldeanlage mit Sonderbrandtechnik ausgestattet (rechts). Frank Raschdorf sowie Daniel Kramer und Michael Meinke, Techniker und Geschäftsführer von A & M Service + Technik (v. l.), vor der Brandmelderzentrale in Werk 2 (links).
Bild 1: Detektion in Dampf und Nebel (© Hekatron Das neu errichtete Werk 2 von Comte Galvanotechnik ist mit einer Hekatron-Brandmeldeanlage mit Sonderbrandtechnik ausgestattet (rechts). Frank Raschdorf sowie Daniel Kramer und Michael Meinke, Techniker und Geschäftsführer von A & M Service + Technik (v. l.), vor der Brandmelderzentrale in Werk 2 (links).)

Wenn es wieder zischt, dampft und brodelt, wird bei Comte Galvanotechnik in Sulingen bei Bremen auf Hochtouren gearbeitet. In bis zu 60 Grad heißen Prozessbädern werden dabei unterschiedlichste Oberflächen veredelt.

Zum Leistungsspektrum des 1836 gegründeten Unternehmens zählen Verchromen und Verkupfern ebenso wie Vernickeln und Verzinnen bis hin zur Verzinkung und Zinklegierungsbeschichtung. Bei den ablaufenden Prozessen und Verfahren treten im Werk zeitweilig hohe Dampf- und Nebelkonzentrationen auf. Das gilt auch für die große Produktionshalle im Werk 2, die Ende 2014 brandschutztechnisch flächendeckend gesichert wurde – und zwar im laufenden Betrieb.

Installiert wurde eine Hekatron Brandmeldeanlage mit Sonderbrandtechnik, die sämtliche Produktionsbereiche lückenlos überwacht und so den dauerhaften und zuverlässigen Rundumschutz unter den anspruchsvollen Umgebungsbedingungen gewährleistet.

Bei der Planung der Anlage, die von A & M Service + Technik in Bremen installiert wurde, ging es darum, den Faktor Rauch als Kenngröße für die Detektion in der Halle einzusetzen. Die Lösung bot der Hekatron Ilia Dust Pro S/E, ein Melder mit extremer Störgrößenresistenz. „Das Ilia Dust-System überwacht in anspruchsvollen Umgebungsbedingungen, in denen ein normaler Rauchmelder nicht arbeiten könnte“, so Daniel Kramer von A & M Service + Technik. „Es ist ein aktives System mit Sender und Empfänger, das individuell anpassbar ist und auch kurzzeitige Erhöhungen der Dampf- und Rauchkonzentrationen automatisch abgleicht. Die 13 Melder sind hier auf die höchste Empfindlichkeitsstufe parametriert, dennoch lösen sie keine Fehlalarme aus.“

Möglich macht dies das besondere Detektionsverfahren, nach dem der Ilia Dust Pro S/E arbeitet. Er sendet ein breit gefächertes Infrarotlicht vom Sender des Systems zum Empfänger auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes. Dort wird der empfangene Lichtstrahl direkt ausgewertet. Bei der Auswertung orientiert sich der Melder nicht allein an der Lichtstrahlabschwächung, sondern erfasst darüber hinaus mittels Frequenzanalysen auch die für die Ausbreitung und Entstehung eines Brandes typischen Frequenzen.

Der Ilia Dust Pro S/E eignet sich damit für Umgebungen mit extremen Störgrößen wie etwa Recyclingbetriebe mit Schwerlastverkehr, offene Hallen und Stallungen sowie für die Produktionshalle von Comte Galvanotechnik. „Wir haben uns hier ganz bewusst für das System Hekatron entschieden, weil es sehr störungsunempfindlich ist, sich einfach installieren lässt und dank des modularen Systemaufbaus ganz individuell auf die Bedürfnisse vor Ort abstimmt werden kann“, erklärt Daniel Kramer von A & M Service + Technik. „Dazu kommt die Erfahrung, die Hekatron gerade in der Sonderbrandmeldetechnik hat und die sich in der besonderen Leistungsfähigkeit und Güte der entsprechenden Anlagen niederschlägt“, ergänzt Michael Helmke, der zuständige Hekatron-Gebietsverkaufsleiter.

Der Errichterbetrieb hatte mit der Sonderbrandmeldetechnik von Hekatron schon vorher gute Erfahrungen gemacht – und zwar bei deren Einsatz im Werk 1 des Sulinger Unternehmens. Für maximale Sicherheit sorgt dort eine Integral IP MX inklusive Remoteanbindung und Aufschaltung zur Feuerwehr, kombiniert mit zwei Ansaugrauchmeldern ASD 535-1, zehn Handfeuermeldern MCP 535X-1, 17 Mehrfachsensormeldern MTD 533X und 19 Mehrfachsensormeldern MTD 533X CP mit lackierter Leiterplatte. Letztere befinden sich im Entlüftungssystem über den in der Halle befindlichen Säure- und Laugenabscheidern. Die zusätzliche Lackbeschichtung auf der Platine erhöht die Beständigkeit der Melder gegen Wasser und Säure.

Auch die neu installierte Brandmeldeanlage im Werk 2 beinhaltet eine Brandmelderzentrale Integral IP MX. Sie steuert nicht nur die 13 Ilia Dust Pro S/E-Melder an. Vielmehr sind auf sie auch noch drei Rauchansaugsysteme vom Typ ASD 535-1 zur Überwachung der Frischluftzufuhr aufgeschaltet. Dazu kommen 35 MCP 535X-1 Handfeuermelder an den Notausgängen und 131 Mehrfachsensormelder MTD 533X im Büro-, Umkleide- und Versandbereich.

In den Büros sind zudem 60 Mehrfachsensormelder MTD 533X-SCT mit integrierter Tonalarmierung installiert. Nicht zuletzt befinden sich an den Notausgängen in der Produktionshalle 35 akustische Signalgeber BX SOL-R, um im Auslösefall flächendeckend alarmieren zu können. Wird Brand detektiert, benachrichtigt die integrierte Aufschaltung auch die Feuerwehrleitstelle in Diepholz. Komplettiert wird die neue Anlage durch die Fernzugriffs-Möglichkeit via Hekatron Remote, die in Kürze in vollem Funktionsumfang freigeschaltet wird. „Wir können uns dann direkt vor Ort in die Anlage einwählen und sie komplett bedienen und programmieren“, so Daniel Kramer. „Gleichzeitig können wir so auch dem Kunden viel schneller helfen, etwa bei Schwierigkeiten mit der Anlagenbedienung.“

Aber auch Störungen lassen sich so schnell und einfach auslesen. „Wenn beispielsweise ein bestimmter Rauchmelder ausgetauscht werden muss, können wir ganz gezielt mit dem richtigen Ersatz hinfahren und sofort schnell Hilfe leisten. Unterm Strich verbessert Hekatron Remote den Service beim Kunden ganz erheblich.“ Mittlerweile ist die neue Anlage seit gut zwei Jahren in Betrieb und hat sich bestens bewährt. „Auch unter den schwierigen Gegebenheiten hier, läuft die Anlage seit Inbetriebnahme praktisch ohne Probleme, und wir hatten auch noch keine Fehlauslösung“, so das positive Fazit von Frank Raschdorf, Mitglied der Geschäftsleitung von Comte Galvanotechnik. Und dank der mit Sonderbrandtechnik ausgestatteten Brandmeldeanlage ist Comte Galvanotechnik nicht nur jetzt, sondern auch für die Zukunft bestens gerüstet: „Mit Hekatron ist man immer flexibel und kann das System jederzeit verändern oder erweitern, wenn beispielsweise Arbeits- und Anwendungsbereiche modifiziert werden oder neu dazukommen“, so Daniel Kramer.

„Die Anlage lässt keine Errichtungswünsche offen, und man kann selber entscheiden, ob man auf die Ringkarte, Stichlinienkarte oder Netzwerkbaugruppe setzt.“ Die Anlage zeigt, wie sich mit dem Hekatron-System viele, darunter sehr anspruchsvolle Anwendungsbereiche in unterschiedlicher Detektionstiefe lückenlos überwachen lassen.

Sie ist gleichzeitig aber auch die Antwort auf den verheerenden Großbrand, der 2011 die damalige Halle nahezu komplett zerstörte. Das Feuer ging damals aber nicht von den vielfältigen Galvanisierungsprozessen und den dazu eingesetzten Komponenten aus, da diese an sich nicht feuergefährlich sind. „Brandursache im damals brandschutztechnisch ungesicherten Gebäude war ein defektes Netzteil, von dem aus die Flammen über die Dachisolierung auf die gesamten Hallen übergriffen“, erzählt Frank Raschdorf. „Derartige Gefahren brauchen wir jetzt nicht mehr zu fürchten.“

Erschienen in Ausgabe: 05/2017