Die Aussichten sind heiter

Editorial - Elmo Schwandke
04. Februar 2016

Heiter bis wolkig präsentieren sich die Aussichten für das laufende Jahr und darüber hinaus. Die wirtschaftlichen Vorzeichen deuten für die Branche ein perfektes Jahr an. Die Light+Building findet 2016 vor einem konjunkturellen Hintergrund statt, den es nur selten gab. Getragen wurde die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr durch die starke Binnennachfrage und den Klassiker unter den Wirtschaftsmotoren, unseren Export. Daran wird sich auch 2016 wenig ändern. Der Finanzminister sitzt auf einem Milliardenpolster an Steuereinnahmen, das er ausgeben wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Bauprogramme, die der Branche Aufträge bescheren werden.

Hinzu kommen weiter fallende Preise für Benzin und Öl. Dies wird sich positiv auf die Logistikkosten auswirken und Arbeitnehmer entlasten, die so wieder Geld für andere Investitionen zu Verfügung haben. Vermutlich wird dieser Wirtschaftstrend noch bis Ende 2017 anhalten. Vorher sind auch keine Steuererhöhungen in Sicht. Insofern sollte man die kommenden zwei Jahre genießen, denn was sich im Hintergrund zusammenbraut, wird sicherlich nicht alle zu Freudensprüngen verleiten. Und auch die Jubelrufe über sinkende Ölpreise helfen zwar der Wirtschaft, belasten aber nachhaltig die Elektrobranche. Elektromobilität und Wärmepumpentechnik sind für unsere Zukunft unverzichtbar, denn die Ressourcen bei Öl und Gas sind limitiert, und beide könnten sich schon bald wieder auf einem Spitzenniveau einpendeln, das sich nicht jeder leisten kann. Allein deshalb gilt es schon jetzt die Weichen für die Zeit jenseits des konjunkturellen Sommers, der sich ja in Europa weitgehend auf Deutschland konzentriert, zu stellen. Vor allem dürfen die Anstrengungen der Industrie, zukunftsfähige Wärme- und Mobilitätskonzepte zu entwickeln, durch die augenblicklich etwas aus dem Ruder geratende Ölpreisentwicklung nicht unterlaufen werden. Das könnte einer vielversprechenden Branche schaden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2016