Die Branche bleibt spannend

Editorial

An der Energiewende ist nicht mehr zu rütteln, auch wenn das Vertrauen in die Politik im Augenblick keine Hochkonjunktur hat.

27. August 2012

Bevor die Intersolar in diesem Jahr ihre Pforten öffnete, standen die Zeichen auf Sturm. Eine Insolvenz jagte die nächste; die Stimmung schien nach dem politischen Slalom auf einem bislang nie zuvor erreichten Tiefpunkt angelangt. Umso erstaunlich ist es, dass sich die Branche in München völlig anders präsentierte.

Sicher, die Messestände waren im Vergleich zum Vorjahr oft kleiner und weniger spektakulär im Rahmenprogramm, aber insgesamt blicken die meisten ausgesprochen optimistisch in die Zukunft. Viele habe bereits frühzeitig geahnt, dass der Boom nicht ewig andauern würde und sich durch konsequente Internationalisierung entsprechend vorbereitet. In Deutschland muss „Regenerativ“ jetzt wettbewerbsfähig werden und sich losgelöst von Subventionen den Markt sichern. Die Chancen dafür sind groß, denn einen Abschied von der Energiewende wird es vermutlich nicht mehr geben. Die aktuellen Themen heißen „Speicherung von Energie“ und „Eigenverbrauch“ und sie sind bereits heute Realität.

In München wurde auch ein energieeffizientes und kostengünstiges Haus vorgestellt, das Photovoltaik und Wärmepumpe optimal nutzt und zusätzlich noch die Speicherung überschüssiger Energie von der Sonne in einer Batterie bietet. Steht die Sonne einmal nicht als Energiequelle zur Verfügung, kann die in einer Blei-Gel-Batterie gespeicherte Energie abgerufen werden. Im angeführten Objekt, das wir in dieser Ausgabe detailliert vorstellen, wird ein Teil des Strom zum Betrieb einer kompakten Luft/Wasser-Wärmepumpe genutzt. Durch die realisierte Kombination aus Wärmepumpe und thermischer Solaranlage findet bei diesem Gebäude eine optimierte Nutzung regenerativer Energien statt. Es gibt eine große Zahl vielversprechender und zukunftsweisender Lösungen. Die Branche bleibt spannend und wird da bin ich mir sicher auch ohne den staatlichen Tropf rasch wettbewerbsfähig werden.

Erschienen in Ausgabe: 02/2012