Obo

Die Gestaltung der Zukunft

In der Fassade des Gebäudes im Berliner Regierungsviertel spiegelt sich der Himmel. Zwischen Charité und Kanzleramt ist das „Haus der Zukünfte“ entstanden. Für eine flexible Stromversorgung wurden Unterflur-Systeme von Obo verbaut.

11. März 2019
Die Gestaltung der Zukunft
Der Entwurf des Futuriums stammt vom Berliner Architektenduo Christoph Richter und Jan Musikowski in enger Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Juca. (© Wolfram Schroll)

Das dreistöckige Futurium wird ab September 2019 für Groß und Klein zugänglich sein und die Welt von morgen greifbar machen. Unten, im sogenannten „Cave“ befindet sich das Labor, in dem die Zukunft erlebbar wird. Darüber, also in der Mitte des Gebäudes, ist die 600 Quadratmeter große Veranstaltungsebene angesiedelt.

Kunst und Kultur

Hier werden einmal Events in einem repräsentativen Rahmen stattfinden und Diskussionen zu wissenschaftlichen, politischen oder zivilgesellschaftlichen Themen für internationale Aufmerksamkeit sorgen. Gleich darüber liegt die „Cloud“. Hier soll eine Zukunftsausstellung auf 3.200 Quadratmetern gezeigt werden. Zukunft lässt sich gestalten – das ist die Botschaft, die das Gebäude auf insgesamt 14.000 Quadratmetern vermitteln möchte. Wichtig war bei der gesamten Planung die Flexibilität.

Flexibilität im Boden

Gerade im mittleren Bereich, auf der Veranstaltungsebene, wurde in Szenarien gedacht. Auf jeden Fall wird hier bei so gut wie jeder Veranstaltung mobile Technik benötigt. Das Gleiche gilt für die Ausstellungsfläche im Dachgeschoss, denn wechselnde Präsentationen brauchen eine flexible Stromversorgung, in diesem Fall über den Boden.

Die Entscheidung fiel auf die Unterflur-Systeme von Obo, die funktional und ästhetisch überzeugten. Im unteren und im oberen Bereich wurde ein Gussasphalt-Terrazzo-Boden verlegt, in der Mitte eine zementgebundene Estrich-Unterlage.

Für die Architekten Christoph Richter und Jan Musikowski waren nicht nur die zuverlässige Funktionalität der Lösungen von Obo Bettermann überzeugend, sondern auch der Einklang mit den unterschiedlichen Terrazzo-Böden. Der mehrfach geschliffene Zementestrich beziehungsweise Terrazzoboden besteht aus einer Tragschicht und einer dekorativen Nutzschicht. Sie kann mit Zuschlägen eingefärbt und mit dekorativen Steinmischungen frei nach den Vorgaben der Architektur gestaltet werden.

Ein Vorteil der Unterflur-Systeme ist der fugenlose Einbau der Kassetten. Besonders im Fall des Futuriums wurde eine spezielle Unterflur-Lösung genutzt, um die Zugriffspunkte auf die Elektroinstallationen fugenlos in die Bodenfläche zu integrieren und optisch unauffällig zu halten. In den polierten Terrazzo-Böden sind robuste Bodensteckdosen mit Belagsaussparungen verbaut, die die Bodendecke optisch nahezu unangetastet lassen. Die unscheinbaren Auslässe sind im Innern mit Steckdosen und Datendosen ausgestattet, die über eine Solaranlage auf dem Dach des Futuriums versorgt werden.

Individuelle Lösungen sichern die Versorgung

Für das Futurium wurden verschiedene Lösungen geschaffen. Basis hierfür ist das estrichüberdeckte Kanalsystem EÜK, welches als Schwerlastsystem aufgerüstet wurde. Mit den Schwerlastkassetten RKR2, die in die Unterflur-Dosen des EÜK-Systems eingebaut werden, ist eine flexible und vielfältige Energieversorgung möglich.

Die Geräteeinsätze sind mit bis zu zwölf Geräten für die Energie-, Daten- und Multimediaversorgung bestückbar. Dabei können die Strom-, Datentechnik- und Multimediaanschlüsse durch die Modul-45-Serie einfach montiert und auch im Nachgang flexibel ausgetauscht werden.

Gleichzeitig passt sich der Deckel der robusten Bodensteckdose durch die gewählte Schwerlastlösung unauffällig an den fein texturierten Terrazzo-Boden an. Im Ober- und Untergeschoss wurde ein Gussasphalt-Terrazzo-Boden und im Erdgeschoss ein Zement-Terrazzo gewählt. Auf diese Weise wirkt der Boden durch die Wahl dieser Lösung eleganter und repräsentativer.

Bereit für schwere Lasten

Um auch die funktionalen Ansprüche der Ausstellungsflächen zu erfüllen, wurde ein Schwerlastsystem gewählt. Es überzeugt mit seiner Punkt- und Flächenlast. Durch die speziellen Schwerlaststützen und Schwerlast-Montagedeckel sind die Kassetten auf die hohen Belastungsansprüche abgestimmt.

Die Schwerlastkassetten sind konstruktiv ausreichend dimensioniert und eignen sich für Verkehrslasten von 10 oder 20 kN. Gleichzeitig beeinträchtigen dabei die Kassetten die Trittschallminderung nicht. Durch eine dünne Dämmlage und den Schallkörper an der Schwerlastkassette wird die Kassette vom Estrich getrennt und der Schall wird nicht weiter übertragen.

Erschienen in Ausgabe: 02/2019