Die kleine Revolution

Technologiesprung im Bereich Faseroptik

Während die Lichttechnik intensiv mit Diskussionen und Spekulationen um das Thema „LED-Technik in der Allgemeinbeleuchtung“ beschäftigt ist - siehe dazu auch unsere Beiträge in den Ausgaben G&H 9 und 10/04 - wurde auf der light+building 2004 in Frankfurt am Main ein Technologiesprung im Bereich der Faseroptik präsentiert, der keine Zukunftsmusik ist, wie LBM Lichtleit-Fasertechnik betont.

19. November 2004

Auf der Messe hörte man sogar von einer zweiten Revolution reden. Was lag da näher, als LBM zu befragen, die in ihrem Firmen-Loge schon vor Jahren „Licht für das dritte Jahrtausend“ versprachen. Das bedeutet Anspruch und Verpflichtung zugleich. Mit innovativer EFO Technik (Effiziente Faser Optik) ermöglicht das Unternehmen jetzt erstmals auch den Einstieg in die Allgemeinbeleuchtung mit faseroptischen Systemen und beschreibt das so: „Dabei bietet diese faseroptische Revolution alle Vorteile der Fasertechnik - mit dem Unterschied der unnachahmlichen Effizienz im Vergleich zu konventioneller Beleuchtung. Architektur und Licht verbinden sich in allen unseren Anwendungen rund um den Globus zu einzigartigen Lichtinszenierungen im vollen Bewußtsein unserer Verantwortung für die Umwelt.“ Seit 1989 beschäftigt man sich hier mit Lichtleit-Fasertechnik und wurde 1997 Marktführer im deutschsprachigen Raum. Nach dem Zusammenschluß 1998 mit der weltweiten Nummer 1, der Faser Optik Fiberstars Inc., USA und dem heutigen Schwesterunternehmen Crescent Ltd., England, ist LBM zum technischen Innovationsführer für faseroptische Systeme gewachsen.

Einleuchtend: überragende Wirtschaftlichkeit.

Die neue EFO-Technik setzt jetzt mit der revolutionären Einspeistechnik und verlustarmen Hochleistungs-Kunststofffasern den Einstieg für den neuen Standard in der Allgemeinbeleuchtung. Von der Muttergesellschaft Fiberstars wurden die neuen Large Core Fasern aus Hochleistungskunststoff entwickelt. Der Lichttransport in diesen Fasern liegt nach Aussagen des Herstellers gegenüber herkömmlichen Fasern bei gleichem Durchmesser etwa doppelt so hoch. Dafür sorgen der neuartige chemische Aufbau und die hohe Reinheit des Polymers. Die als Endlicht- (OptiCore) und Seitenlicht- (BriteCore) Variante angebotenen Fasern sind beständig gegen Alterungsprozesse. Der Kunststoff ist resistent gegen Vergilbung und bleibt flexibel. Ein Beispiel für die Wirtschaftlichkeit: Im direkten Vergleich zwischen dem EFO-System (68 Watt Halogen-Metalldampflampe) und zwei 2 x 18 Watt Kompaktleuchtstofflampen Deckeneinbau-Downlights zeigt EFO mit einer Beleuchtungsstärke von 680 Lux am Boden (aus 2,5 m Lichtpunkthöhe) seine einzigartige Leistungsfähigkeit. Die Downlight-Lösung mit Kompakt-LLP erzielt bei gleicher Lichtpunkthöhe 520 Lux. Nach Herstelleraussagen erreicht EFO Lichtausbeuten von 40 - 55 lm/Watt und einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 75,6 Prozent. Damit ist es 80 Prozent effektiver als NV-Halogen - so LBM - und etwa 16 Prozent effektiver als Kompaktleuchtstofflampen-Downlights, bei einer Lebensdauer von 6.000 Stunden. Die Lichtleitertechnik kombiniert drei verschiedene Technologien: den Lichtgenerator, der das Licht erzeugt; die Lichtleitfaser, die das Licht transportiert und den Lichtauslaß zur definierten Lichtabstrahlung. Bei Lichtleitfasern unterscheidet man Glasfasern und PMMA-Fasern aus Kunststoff. Eine weitere Differenzierung erfolgt in seitlich abstrahlende und Endlichtfasern. Das Licht ist hundertprozentig UV-frei und durch einen Wärmefilter fast IR-frei. Wärme und UV-Strahlung werden herausgefiltert, kaltes Licht wird verbreitet. Lichtquelle und Lichtaustritt sind räumlich getrennt, das heißt konsequente Trennung von Licht und Elektrizität. Es ist kein elektrisches Potential und keine Temperatur am Lichtaustritt. Ein problemloser Zugang zum Projektor erleichtert den eventuellen Austausch des Leuchtmittels.

Vom Anfang bis zur Zukunft

Erste Anwendung fand die Lichtleittechnik zum Beispiel bei Schott in der Medizintechnik mit Endoskopen und Sonden Ende der 60er Jahre. Es folgten andere Industrieanwendungen, wie zum Beispiel der Scanner. Faseroptische Elemente in der Beleuchtung entwickelten sich in Projektgeschäften und Beleuchtungskonzepten seit 1982. Schott formuliert: „Faseroptik - das ist für uns die Entwicklung und Produktion von Lichtleitfasern aus Glas für dekorative Beleuchtung, den Einsatz in medizinischen Geräten, die visuelle Überwachung von Produktionsabläufen, die Ausleuchtung von Verkehrsschildern, die berührungslose Messung von Temperatur und so weiter.& uot; Schott wartete zur light+building mit einer neuen Generation der hochtemperaturresistenten Glasfaser-Lichtleitertechnik auf. Die HUV (Heißumformverfahren) steht für Lichtintensität, Langlebigkeit und Farbcharakteristik. Die neuartige Verschmelztechnik mit einer Temperaturbeständigkeit von über 350 Grad erlaubt den problemlosen Einsatz hochintensiver Lichtquellen (zum Beispiel 250 Watt Entladungslampen). Bedea Akzent fertigt Faseroptiken im eigenen Haus. Dabei verfügt die Firma bereits über eine rund 25-jährige Erfahrung in der Ummantelung, Weiterverarbeitung und Konfektionierung optischer Fasern. Das Know-how aus der Fertigung von Nachrichtenkabeln und Faseroptiken für die Sensortechnik konnte vollständig in die Beleuchtungstechnik eingebracht werden. Man arbeitet hier vornehmlich mit Kunststofffaser, nur etwa zu 10 Prozent mit Glasfaser. Innovativ ist unter anderem das Lauflicht Bedea Akzentor - voll programmier- und antaktbar - mit dem bis zu 40 Lichtpunkte variabel angesteuert und mit allen anderen Effekten kombiniert werden können.

Zwei Technologien -zwei Argumentationen

Zumtobel Staff arbeitet erfolgreich mit Starflex, dem modularen Fiberoptiksystem. Es bietet eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten - vom Sternenhimmel bis zur faszinierenden Komposition aus Licht und Wasser. Dank seiner Vielfältigkeit ist das System sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich geeignet. Als Alternative zu dieser Technologie bietet sich für verschiedene Einsätze auch die LED-Technologie an, die statische oder dynamische Punkt-, Linien- und Flächenbeleuchtung ermöglicht. Um bei der Projektplanung eine differenzierte Entscheidung zu ermöglichen, müssen die technischen Unterschiede klar sein. Markus Glock, Produktmarketing Business Development, stellte die Argumente für Starflex den Argumenten für die LED-Technologie gegenüber: Die Fiberoptik-Technologie:

- Konsequente Trennung von Licht und Elektrizität.

- Installation von Beleuchtung bei minimaler Brandlast.

- Glasfaser-Installation in Bereichen mit hoher Umgebungstemperatur (Sauna, Dampfbad, Industrie)

- Absolut wartungsfreie Lichtpunkte, deren Lichtquelle an einem zentralen Punkt für Service-Arbeiten leicht zugänglich ist.

- Installation von Lichtsystemen in Bereichen, die absolut unzugänglich sind.

- Langlebigkeit: werden die Wartungszyklen der Lichtquelle berücksichtigt, erreicht man eine Nutzungsdauer von mehr als 20 Jahren.

- Lichtpunkte können nachträglich von einem zentralen Ort in Farbtemperatur, Helligkeit oder Lichtfarbe verändert werden.

- Extrem lichtstarke Punkte. Die LED-Technologie:

- Reduzierte Beleuchtung in Nischenanwendungen, bei denen die Wirkung des Lichtpunktes, jedoch nicht die lichtstarke Ausleuchtung von Objekten im Vordergrund steht.

- Statische, dekorative Lichtpunkte zur Akzentuierung, Dekoration und Orientierung.

- Dynamische Lichtpunkte oder flächige Hinterleuchtung von Bereichen und Objekten, wo hohe Flexibilität bei den Lichtfarben gewünscht ist.

- Lichtinstallationen mit einer langen Lebensdauer, wo Lichtquellen im Gewerk getauscht werden können.& uot;

Die Nacht in neuem Licht

Roblon Fiber Optics, Dänemark, spezialisiert sich auf Außenbeleuchtung Faseroptik. hier heißt es: & uot;Faserlicht ist außerordentlich gut geeignet für die Ausleuchtung von Gebäudefassaden, denn die Wartung des Beleuchtungssystems erfolgt zentral an einer Stelle. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lichtarmaturen müssen also die Faserlichtauslässe für den Austausch der Lichtquelle nicht ausgebaut werden, was an schwer zugänglichen Stellen besonders vorteilhaft ist. Zudem erhöht sich die Sicherheit und die Lebensdauer der Beleuchtung, da das Risiko einer fehlerhaften und wasserundichten Wartungsmontage vermieden wird. Auch Michael Båring, Area Sales Manager von Roblon, sprach auf der light+building von Fortschritt in der Faseroptik. „Die Effizienz des Lichts hat erheblich zugenommen. Die Schleif- und Poliertechnik an den Faserenden ist präziser und damit effizienter geworden. Man kann Licht besser fokussieren und damit mehr Lux auf kleinerer Fläche gewinnen.“ Mit Philips CDMSA/R arbeitet man hier heute, „weil das Licht überall gleich stark ist und damit effizienter. “Wegen der bekannten Probleme mit Wärmeentwicklung, Überbelichtung und zu großen Anstrahlgeräten für die Architektur hat das Unternehmen einen wartungsfreien minimalistischen Spot „Beespot“ für Lichtleitersysteme entwickelt. Montage im oder unter Wasser, in Springbrunnen, in Teichen, in Fontänen ist möglich. Monumente und Gebäudefassaden können angestrahlt werden. Der Spot ist geeignet für denkmalgeschützte Gebäude. Er ist unauffällig und fordert keine Wartung am Lichtpunkt. Objekte, die wärmeempfindlich sind, können aus geringer Distanz beleuchtet werden.

Fazit:

Neben der hohen Wirtschaftlichkeit bezüglich Langlebigkeit und Lichtausbeute, ist die Faseroptik auch wartungsfrei. Für den Einsatz in Feuchträumen beziehungsweise im Wasser ist kostengünstiger Betrieb auf lange Zeit sichergestellt. Durch den Einsatz von Farbrädern können zudem attraktive Lichteffekte gestaltet werden.

Erschienen in Ausgabe: 11/2004