Die Kunst zu überzeugen

<strong>Elektro Knödler</strong> Das Paul-Hofstetter-Haus, ein Seniorenzentrum aus den 70er-Jahren in Stuttgart-Feuerbach, sollte erweitert werden. Ausgeschrieben war eine konventionelle Elektroinstallation, die dann in EIB umgewandelt wurde.

25. September 2008

Vor 25 Jahren wurde der Elektrobetrieb von Hubert Knödler als Einzelunternehmen gegründet. Schon nach vier Monaten hatte er den ersten Angestellten. Im Laufe der Zeit wuchs die Firma weiter und wurde 1993 in eine GmbH umgewandelt. Bis 2002 die Ertragslage schlechter wurde, war man bei 15 Mitarbeitern, die einen Umsatz von 1,5 Millionen erwirtschafteten. Knödler reagierte sofort, reduzierte die Mitarbeiterzahl und hat dadurch sein Unternehmen in einen Jahr wieder in die richtige Position gebracht.

Heute sind wieder 30 Mitarbeiter an Bord, darunter sieben Auszubildende und seine Söhne Michael und Martin Knödler. Letzterer macht zurzeit auf der Abendschule seinen Meister. Die Tätigkeitsfelder sind Industrieanlagen, Elektroinstallation, EIB/KNX, Funkbus, Lichttechnik und -planung, Haus- und Türkommunikation, EDV-Netzwerke, Antennen- und Satellitentechnik, Alarm- und Sicherheitstechnik, Jalousiesteuerung sowie Schaltschrankbau. Den Schwerpunkt bilden Bussysteme. Außer dem Firmeninhaber beherrschen noch fünf seiner Mitarbeiter diese Technik. In seinem starken Team ist Hubert Knödler zuständig für die Auftragsbeschaffung und Grobkalkulation. Den Auftrag für den Neubau des Paul-Hofstetter-Hauses hat er vom Generalbauunternehmen Schatz erhalten.

Man kennt sich seit Jahren und schätzt gegenseitig die Kompetenz und Zuverlässigkeit. Angefragt wurden ein komplettes Störmeldesystem, die Steuerung der Beleuchtung, Heizung und Lüftung, Schwesternotruf, Brandmeldeanlagen, Überwachung der Türen in der Demenz-Abteilung mit Dokumentation sowie ein komplettes Kommunikationsnetzwerk, sowohl für die einzelnen Pflegezimmer als auch für die Verwaltung. Für Knödler, der sich seit 1991 intensiv mit Bustechnik beschäftigt, war es keine Frage, dass diese Anforderungen für alle Beteiligten übersichtlicher und einfacher mit EIB umzusetzen sind.

„Architekten und Planer von EIB zu überzeugen, ist nach wie vor die größte Hürde in meinem Geschäft. Die meisten sind noch von schlechten Erfahrungen gezeichnet“, sagt er. Aber Hubert Knödler ist überzeugend und hat im Laufe der Jahre soviel erstklassige Referenzen, dass er 70 bis 80 Prozent der Objekte in EIB ausführen kann. Im Falle des Pflegeheims war es einfacher, die Schatz Gruppe weiß, mit wem sie es zu tun hat.

Der nächste Schritt war die komplette Ausführungsplanung, denn die benötigten Schaltschränke werden von Knödler selbst geplant und gefertigt. Der Hersteller seines Vertrauens, in diesem Fall Hager, bekommt eine Aufstellung der Einzelteile, aus denen dann in Eigenregie die Schaltschränke gebaut werden. Das hat den Vorteil, dass die Strukturen immer gleich sind, was eine enorme Zeitersparnis bedeutet. Zudem ist die Fehlerquote gleich null. „Mit Hager arbeiten wir seit Jahren erfolgreich zusammen. Wir sind ein eingespieltes Team und können so schnelle Lösungen und kurze Wege garantieren“, erklärt Knödler und ergänzt, „wenn auf der Baustelle Probleme oder Fragen auftreten, sollen diese schnellstmöglich aus der Welt geschafft werden. Das geht mit vertrauten Firmen und Produkten einfach schneller. Der Hager-Vertrieb ist für mich quasi Tag und Nacht erreichbar.“

Inzwischen kommt es auch vor, das der Hersteller Verbesserungstipps für seine Bauteile von Knödler bekommt, von denen dann jeder profitiert. Das mag auch daran liegen, dass er Aussagen wie „Das funktioniert nicht, Chef“ nicht hören will, er will Lösungen.

Immer wieder informiert er sich auf Messen wie der light+building oder der Eltefa über die neuesten Produkte und Möglichkeiten und setzt sie dann um. Regelmäßige Schulungen sind für ihn und seine Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit. Und das nicht nur bei Angeboten von Großhändlern, Herstellern oder anderen Organisationen. Knödler, der schon aus Begeisterung für EIB am tiefsten im Thema steckt, schult seine Mitarbeiter auch nach getaner Arbeit am Feierabend, damit alle auf dem Laufenden bleiben.

Dieses Know-how spiegelt sich auch bei der Umsetzung der Anforderungen im Paul-Hofstetter-Haus wider. Hier wird eine komplette Zusammenführung der Störmeldungen von Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Brandmeldeanlagen, Notrufsystemen, Kommunikation, Telefonanlage und EDV-Netzwerk in EIB realisiert und dokumentiert.

Die Einbindung der anderen Gewerke ist eher eine Seltenheit, weil jeder seine eigene Gebäudeleittechnik verkaufen will. Am 10. Oktober soll der Betrieb im Seniorenzentrum aufgenommen werden. Ein recht enger Zeitplan, wenn man sich auf der Baustelle umsieht. Aber das Markenzeichen von Elektro Knödler ist, dass er stets die Termine einhält. Das ist es auch, was sein Team ausmacht. Wenn Not am Mann ist, braucht er nicht um Überstunden bitten, seine Leute sehen selbst was zu tun ist und packen an. „Dann brauche ich mich nur noch darum zu kümmern, dass genügend Material auf der Baustelle ist“, fügt er lachend hinzu.

Er ist sich aber auch nicht zu schade, über Nacht selbst zu Herstellern in ganz Deutschland zu fahren und falsche oder defekte Bauteile auszutauschen um eine termingerechte Abgabe zu gewährleisten. Diese Verlässlichkeit hat sich herumgesprochen. Momentan kann er gar nicht alle Aufträge annehmen, die auf seinem Tisch landen. „Da müsste ich noch 10 bis 15 Leute einstellen“, erklärt Knödler. Gut geschultes Personal zu bekommen ist aber gar nicht so einfach: „Ein neuer Mitarbeiter braucht erfahrungsgemäß mindestens eineinhalb Jahre bis er weiß, wie bei uns der Hase läuft. Dabei sind Erfahrungen mit EIB das größte Problem, da steht dann unser Qualitätsbewusstsein auf dem Spiel.“ Hubert Knödler verlässt sich lieber auf sein eingespieltes Team. Und dafür veranstaltet er neben Schulungen auch gemeinsame Grillabende, um die Kameradschaft aufrechtzuerhalten. Mit Erfolg – seine Mitarbeiter arbeiten miteinander, nicht gegeneinander.

Hager Seminare

Die Fortbildung vermittelt Technologie, Funktionen und Komponenten des tebis- KNX-Systems. Basiskonfiguration, rasche Fehlerdiagnose, schneller Service und der sichere Umgang mit der ETS-Software gehören dazu. Die Seminarreihe kombiniert Theorie und Praxis, Projektierung und Diagnose, Systematik und Technik miteinander und schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Erschienen in Ausgabe: 05/2008