Die virtuelle Welt ist real

Editorial

Wer die Light+Building 2014 besucht hat, wird von der Überschrift kaum überrascht sein. 1. IP, 2. IP und 3. IP – alles dreht sich ums weltweite Netz. Dass Gebäude heute via Smartphone ferngesteuert werden können, ist längst Standard.

10. Juni 2014

Die entsprechenden Apps gibt es ebenfalls bereits seit Jahren – auch wenn das etwas übertrieben klingt. Aktuell geht es um die Einbindung komplexer Anwendungen und natürlich um deren Vernetzung mit allen heute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln.

Doch die Welt des Vernetzens ist noch weitaus vielfältiger, und sie wächst ständig. So sind via Internet anzusteuernde Parkplatzleuchten längst keine Zukunftsmusik mehr. Dass dieselben auch noch ein Abrechnungssystem für E-Mobilität integriert haben, dürfte kaum noch Erstaunen auslösen. Die virtuelle Welt birgt aber auch Sicherheitsrisiken.

Wer den Datenklau von Millionen E-Mail-Konten noch vor Augen hat, weiß, dass das Netz ständig Angriffen ausgesetzt ist. Schon gibt es Mahner, die vor Risiken in Busnetzen warnen, sollten diese für das Internet offen sein. Diesen Skeptikern ist zu entgegnen, dass die Branche permanent an neuen Sicherheit-standards arbeitet und man den technischen Fortschritt noch nie in der Geschichte aufgrund möglicher Risiken verlangsamt oder gar ausgesetzt hat. Potenzielle Räuber haben auch noch keinen Neubau einer Bank verhindern können.

Für das Elektrohandwerk wird die vernetzte Welt, die ja heute schon real ist, ein vielversprechendes Aufgabenfeld darstellen. Viele werden dabei umlernen müssen, denn die Wertschöpfung wird sich von der Hardware in den Softwarbereich verlagern.

Auch die Industrie hat darauf reagiert, und es gibt kaum einen Hersteller, der sich nicht mit dem Thema Software und Softwareentwicklung befasst. Einige haben sich durch Akquisitionen das Know-how bereits ins eigenen Unternehmen geholt.

Zitat:

,,Die vernetzte Welt ist das Zukunftsmodell schlechthin. Obwohl sie bereits real ist,

wird es weitere technische Quantensprünge geben."

Elmo Schwandke, g+h - Chefredakteur

Erschienen in Ausgabe: 04/2014