E-Handwerke in Zeiten des Wandels

„Der Zusammenhalt in der E-Branche ist heute besonders wichtig, damit wir die zukünftigen Aufgaben gemeinsam meistern!“ fasste der Präsident des ZVEH, Walter Tschischka, die Ergebnisse der Jahrestagung zusammen. In den Sitzungen der verschiedenen ZVEH-Gremien tauschten sich die rund 150 Teilnehmer über aktuelle Themen aus.

07. Juni 2013

Bei der Jahrestagung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke vom 21. bis 24. Mai in Erfurt standen unter anderem Themen wie die steigende Nachfrage nach Energieeffizienzberatung, die wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel oder auch Fragen zu der Tarifpolitik und des Gewährleistungsrechts im Mittelpunkt.

Den Höhepunkt der ZVEH-Jahrestagung bildete die öffentliche Festveranstaltung. Festredner Beat Krippendorf sprach zum Thema „Emotionale Energie – Kundenbindung in turbulenten Zeiten“. Der Dozent für strategisches und operatives Dienstleistungsmarketing und Persönlichkeitsbildung aus Bern in der Schweiz berichtete von seinen Erfahrungen: „Die Kunden werden immer dankbarer für Zuwendung, Spitzenservice und Qualität.“ Daher sei es notwendig, im Geschäftsalltag die Kraft der emotionalen Energie gezielt einzusetzen. „Senden Sie Signale! Zeigen Sie Ihrem Gegenüber echtes Interesse, Wertschätzung und Anerkennung“, forderte er die rund 300 Gäste der Festveranstaltung auf. „Und vergessen Sie nie, dass Sie immer Ihre innere Haltung kommunizieren!“

Bei der Vorstandsratssitzung und der Mitgliederversammlung berichteten ZVEH-Präsident Walter Tschischka, seine Vorstandskollegen und die Sprecher der Fachbereiche jeweils ausführlich über die Themenschwerpunkte, mit denen sich die elektrohandwerkliche Organisation derzeit beschäftigt. Dabei wies Tschischka unter anderem auf die zunehmende Polarisierung der Betriebsgrößen in den Elektrohandwerken hin: „Nicht nur der Markt vollzieht derzeit einen Wandel, sondern auch die Betriebsstrukturen ändern sich.“

„Den typischen, elektrohandwerklichen Betrieb mit sechs bis acht Mitarbeitern im Durchschnitt, der bislang bei uns eigentlich das Maß aller Dinge war, gibt es immer seltener. Stattdessen beobachten wir eine massive Zunahme von Alleinmeistern und Kleinstbetrieben sowie die Konzentration von Handwerkskonzernen, die andere Betriebe aufgrund der Fachkräfte aufkaufen“, resümierte Tschischka die jüngste Entwicklung. Diese müsse eingehend analysiert werden, da sich mit der Betriebsstruktur auch die Erwartungen an die Angebote des Verbands ändern.

Tschischka kündigte an, dass der ZVEH-Vorstand im Rahmen des kommenden ZVEH-Obermeistertags am 27./28. September 2013 in Stuttgart mit den Obermeistern intensiv über die Polarisierungstendenzen in den elektro- und informationstechnischen Handwerken diskutieren wolle.