Ein Spiegelbild des Marktaufschwungs

Management

Intersolar 2018. Positive Signale für den Markt: Die Ausstellungsflächen waren schon Monate vor Veranstaltungsbeginn ausgebucht – ein Spiegelbild der weltweiten Photovoltaik(PV)-Entwicklung. Rund um den Globus herrschen sonnige Aussichten.

13. Juni 2018
© Solar Promotion GmbH
Bild 1: Ein Spiegelbild des Marktaufschwungs (© Solar Promotion GmbH)

Allein in diesem Jahr wird weltweit ein PV-Zubau von 110 Gigawatt erwartet. Wie die weitere Zukunft des PV-Markts aussieht und welche Potenziale noch ausgeschöpft werden können, beleuchtet die Intersolar vom 20. bis 22. Juni 2018 in München.

Angetrieben durch den Boom des PV-Markts im vergangenen Jahr, erfreut sich die Intersolar Europe 2018 neben bereits etablierten Ausstellern auch eines hohen Zuwachses an Neuausstellern aus allen Bereichen der PV-Branche – von Wartung und Betrieb bis hin zur Zellproduktion.

Daneben stehen moderne und dezentrale Energietechnologien im Fokus der Unternehmen. Die Branche befindet sich auf dem Weg in eine neue Energiewelt, in der künftig Vernetzung, Digitalisierung und Dezentralisierung eine zentrale Rolle einnehmen – und Technik nicht mehr isoliert, sondern im System betrachtet wird.

Vier auf einen Streich

So veranlasste die gute Marktentwicklung die Aussteller neben einer frühzeitigen Buchung auch gleichzeitig zu einer Vergrößerung ihrer Ausstellungsflächen auf der Intersolar Europe 2018. Doch nicht nur hier spiegelt sich die ungebremste Entwicklung der Solarbranche wider – auch die Fachmesse selbst reflektiert die Veränderungen am Markt: Unter dem neuen Dach The smarter E Europe findet die Intersolar Europe neben der etablierten Speichermesse ees Europe erstmals zusammen mit zwei weiteren Energiefachmessen statt.

Zukünftig stellen die Power2Drive Europe und die EM-Power die Themen Elektromobilität sowie die intelligente Energienutzung in Industrie und Gebäuden in den Fokus. So präsentiert sich München mit dem neuen, umfassenden Messekonzept und mit der PV-Marktsituation als weltweiter Treffpunkt der Solarwirtschaft in diesem Jahr mit 1.200 Ausstellern und einer Ausstellungsfläche von 86.000 m² noch erfolgversprechender als je zuvor.

Als internationale Veranstaltung mit Besuchern und Ausstellern aus 150 Ländern ist die Intersolar Europe daher eine Plattform, um weltweite Kontakte zu knüpfen. „Die Geschwindigkeit, mit der die Messe in diesem Jahr ausgebucht war, bestätigt auch unsere Markteinschätzung. Wir freuen uns, 2018 wieder Teil der Veranstaltung zu sein und dort langjährige sowie auch neue Kontakte begrüßen zu dürfen“, so Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V.

Die neuen Allrounder

Enormes Marktpotenzial bergen die digitalen Innovationen bei Wechselrichtern. Neben dem Wirkungsgrad, der gerade an der 99-Prozent-Marke kratzt, kommt auf Wechselrichter ganz neues Innovationspotenzial entlang der Energiewertschöpfungskette zu. Mithilfe der Digitalisierung eröffnen sich Herstellern neue Einsatzfelder und Geschäftsmodelle.

So können Wechselrichter mit integrierter Ladefunktion Elektrofahrzeuge bis zu zweieinhalb Mal schneller laden als herkömmliche Ladecontroller und dabei Installationskosten einsparen, da zusätzliche Kabel und Sicherungen entfallen.

Auch im Wärmesektor stellen Wechselrichter ihre wachsenden digitalen Kompetenzen zur Verfügung und steuern Heizstäbe zur Warmwasserbereitung in Boilern und Pufferspeichern an, die mit überschüssigem Solarstrom gespeist werden können. Darüber hinaus erfüllen moderne PV- und Batteriewechselrichter sogar den Ruf nach mehr Netzdienlichkeit. Denn dank ihrer Energiemanagementqualitäten können sie Strom bedarfsgerecht bereitstellen. Mit modernen Wechselrichtern ergeben sich demnach innovative Aufgabenfelder für die Hersteller. Aber auch der Prosumer profitiert:

Denn immer mehr Wechselrichterhersteller verknüpfen ihre Lösungen mit digitalen Plattformen und bieten integrierte Dienstleistungen für professionelle Stromkunden. Laut den Marktforschern von IHS Markit ist das der neue Trend.

Die Anbieter erweitern ihr Portfolio um Software- und Cloud-Dienste, die sie auf digitalen Plattformen mit ihren PV-Wechselrichtern verbinden. Unter der Einbeziehung von Partnern aus den Bereichen Elektromobilität, Energiespeicherung oder Kühlung entstehen neue Geschäftsmodelle, die die Kernkompetenzen verschiedener Branchen bündeln.

Kooperationen senken Energiekosten

Prosumer können auf diese Weise Energiemanagementlösungen vom Profi nutzen, ohne selbst eine kostenintensive Infrastruktur aufbauen zu müssen. Wie viel Potenzial in dieser digitalen und innovativen Technologie steckt, zeigen betriebswirtschaftliche Entwicklungen. Vor allem große Wechselrichterhersteller auf der ganzen Welt investieren in Hardware, Software und Cloud-Services, um rechtzeitig auf den Zug der Energiemanagement-Dienstleistungen aufzuspringen.

Die Unternehmen lagern diesen erfolgversprechenden zukunftsfähigen Geschäftsbereich in Tochtergesellschaften aus. Die ausgegründeten Start-ups wiederum kooperieren mit Stadtwerken, Wohnungsbaugesellschaften oder Telekommunikationsunternehmen und bieten White-Label-Lösungen in Bereichen wie Energiemanagement oder -monitoring an. Für die Abnehmer folgen daraus vor allem sinkende Energiekosten, weil effizienter produziert und verteilt wird. Darüber hinaus können gewerbliche wie private Prosumer überschüssigen Solarstrom in das Stromnetz integrieren.

Auf der Intersolar Europe sind sieben der zehn führenden Wechselrichterhersteller präsent. Für Fachbesucher, Experten und die Branche im Allgemeinen ist die Veranstaltung in München damit der passende Treffpunkt, um sich über die Digitalisierung in diesem Industriezweig zu informieren und auszutauschen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2018