Einer für alles

Technik

Bosch-Sicherheitssysteme. Das Elektrohandwerk steht vor einer komplexen Herausforderung, wenn es um das Thema Sicherheitstechnik geht. Deshalb kann sich eine Partnerschaft mit der Industrie durchaus lohnen.

28. Mai 2009

Bauherren und Planer gehen zunehmend dazu über, sämtliche Elektro-Gewerke, also Stark- und Schwachstrom, gemeinsam auszuschreiben. Problematisch ist dabei oft die Sicherheitstechnik. Die meisten Elektroinstallateure besitzen nicht die notwendigen Ressourcen, die beispielsweise eine VdS-Zertifizierung als Errichterbetrieb für Brand- und Einbruchmeldeanlagen erfordert.

Um trotzdem langfristig am Markt bestehen zu können, tun solche Unternehmen gut daran, sich mit einem spezialisierten Partner zu verbünden. Eine solche Partnerschaft eröffnet dem Elektrohandwerk ein interessantes Umsatzpotenzial. Die Sicherheit umfasst recht viele Disziplinen, in denen sehr unterschiedliche Anforderungen bestehen und spezifische Technologien zum Einsatz kommen, die man kennen sollte:

+Brandschutz

+Elektroakustische Anlagen/Evakuierung

+Überfall- und Einbruchmeldung

+Videoüberwachung

+Zutrittskontrolle

Der Gedanke, sich für jedes dieser Gebiete einen spezialisierten Fachbetrieb zu suchen, mag zwar nahe liegen; in der Realität werden die Probleme dieses Ansatzes jedoch schnell deutlich. So kann der Elektroinstallateur seinem Kunden, dem gegenüber er die Gesamtverantwortung trägt, kaum eine gleich bleibende Qualität über alle Teilgewerke garantieren. Auch die Koordination aller Partner in der Planungs- und in der Errichtungsphase wird sich als sehr schwierig erweisen; nicht zu reden von der Inbetriebnahme und der anschließenden technischen Betreuung im laufenden Betrieb.

Die sinnvollste Lösung für den nicht selbst zertifizierten Elektrohandwerker ist daher die Zusammenarbeit mit einem Allround-Anbieter, wie etwa Bosch Sicherheitssysteme. Hier erhält der Elektrohandwerker nicht nur alle Teilgewerke aus einer Hand, sondern vor allem auch qualifizierte Unterstützung in allen Projektphasen. Dies beginnt schon bei der Akquisition. Hier erstellt Bosch für den Elektrohandwerker bei Bedarf die Planung der sicherheitstechnischen Anlagen sowie das Angebot dafür. Dabei übernimmt das Unternehmen auch die erforderlichen Absprachen mit Behörden und anderen Beteiligten. In der Auftragsphase steht das Unternehmen dem Elektroinstallateur mit Vorplanung und Endmontage zur Seite; danach übernimmt es die weitere Betreuung und Wartung der gesamten Installation. Da der Hersteller zudem selbst flächendeckend mit Mitarbeitern aus Vertrieb und Technik präsent ist, kann der Elektrofachbetrieb seinen Wirkungskreis jederzeit ausdehnen, ohne auf neue regionale Partner angewiesen zu sein.

Wirtschaftlich ist eine solche Kooperation auch deshalb interessant, weil sie dem Elektrohandwerker Zugang zu Ausschreibungen gibt, an denen er sich sonst nicht beteiligen könnte, ohne massiv in Ausbildung und Zertifizierung zu investieren. Zudem bietet auch die Sicherheitstechnik genügend Teilgewerke, die der Elektroinstallateur selbst übernehmen kann, etwa die Leitungsnetze sowie Montagetätigkeiten. Auch bei der Gewinnung neuer Projekte profitieren beide Seiten voneinander, da Bosch auf der einen Seite als spezialisierter Subunternehmer zur Verfügung steht, andererseits aber auch selbst Projekte akquiriert, für die wiederum der Elektrofachbetrieb vor Ort als Partner benötigt wird. Letztlich geht es darum, sich gegenseitig zu unterstützen.

Nur relativ wenige Unternehmen und Organisationen installieren Brandschutz- und -meldesysteme aus eigenem Antrieb. In 95 Prozent aller Fälle dürften behördliche Auflagen der Auslöser für solche Projekte sein. Solche Auflagen können beispielsweise erfolgen, wenn bei einer Routine-Begehung festgestellt wurde, dass vorhandene Anlagen und Systeme nicht ausreichend dimensioniert sind oder neuere Anforderungen nicht erfüllt werden. Bei Neubauten sind natürlich alle aktuellen Brandschutzbestimmungen zu beachten; die Ladesbauordnungen sehen zudem vor, dass der Architekt ein Brandschutzgutachten erstellen lässt.

Zentrale Vorschriften, die es bei der Errichtung und dem Betrieb einer Brandmeldeanlage zwingend zu berücksichtigen gilt, sind in den Normen DIN 14675 und DIN VDE 0833 zusammengefasst. Für Krankenhäuser ist zusätzlich die Richtlinie VdS 2226 und für Hotel- und Beherbergungsbetriebe die Richtlinie VdS 2082 zu beachten.

Während DIN 0833 Festlegungen für Brandmeldeanlagen zum Schutz von Personen und Sachen in Gebäuden enthält, definiert DIN 14675 Anwendungsregeln für den Aufbau und Betrieb von Brandmeldeanlagen unter besonderer Berücksichtigung von baurechtlichen und feuerwehrspezifischen Anforderungen. Seit Ende 2003 dürfen nur noch nach dieser Norm zertifizierte Fachbetriebe Brandmeldeanlagen mit Aufschaltung zur Feuerwehr planen, projektieren, montieren, in Betrieb nehmen, abnehmen oder regelmäßig instandhalten. Da eine solche Zertifizierung einen erheblichen Aufwand bedeutet, lohnt sie sich allenfalls für große Elektrobetriebe, die häufig Brandmeldeanlagen installieren. Andere Elektroinstallateure sind hier zwingend auf die Zusammenarbeit mit einem Facherrichter angewiesen. Dabei ermöglicht die Kooperation mit Bosch dem Elektrofachbetrieb, sich auf die Errichtung des Leitungsnetzes und die Montage der Brandmelder zu konzentrieren.

Bosch kümmert sich währenddessen umfassend um alle anderen Aspekte, einschließlich der Abstimmung mit der Feuerwehr und dem Brandschutzgutachter. Eng verknüpft mit der Brandschutztechnik sind Systeme zur Beschallung von Gebäuden, die häufig auch eine Evakuierungsfunktion besitzen. Dabei übernimmt die Beschallungsanlage im Ernstfall eine der wichtigsten Funktionen der Brandmeldeanlage, nämlich die akustische Warnung. Aus diesem Grunde gelten auch für solche Anlagen strenge Vorgaben für Planung und Errichtung. Tatsächlich ist die Beschallung einer der kritischsten Bereiche der gesamten Sicherheitstechnik, weil hier die Systeme an die räumlichen und akustischen Gegebenheiten angepasst werden müssen.

Gravierende Planungsfehler, die leicht dazu führen, dass Warnungen nicht oder nur schlecht verstanden werden, können hierbei leicht gemacht werden. Dient die Anlage auch zum Einspielen von Musik, etwa in einem Einkaufszentrum, so werden Kunden von diesen Planungsfehlern auch dann betroffen, wenn nichts passiert. Kundenverluste sind dann programmiert. Beschallungsanlagen erfordern nicht nur eine vielfältige Erfahrung, sondern auch Versuchsanlagen und komplexe Messgeräte, über die der Elektroinstallateur in der Regel nicht verfügt. Auch hier ist ein qualifizierter Partner vonnöten.

Bei Anlagen mit Evakuierungsfunktion muss dieser zudem nach den einschlägigen Normen zertifiziert sein. Aufgrund der engen Kopplung bietet es sich hier natürlich ganz besonders an, mit dem gleichen Partner zu arbeiten wie beim Brandschutz. Während Brandschutzmaßnahmen überwiegend nach gesetzlichen und behördlichen Vorgaben gestaltet werden, ist die Installation einer Einbruchmeldeanlage häufig auf Auflagen von Versicherungen zurückzuführen. Auch hier kann ein Partner wie Bosch den Elektrotechniker in allen Projektphasen unterstützen. Als erfahrener Errichter besitzt das Unternehmen alle Zertifizierungen und kann dem Installateur daher von der Vorplanung bis zur Attestierung und Inbetriebnahme zur Seite stehen. Wie bei der Brandmeldeanlage besteht zudem die Möglichkeit einer Aufschaltung auf die Communication Center zur Entgegennahme von Störungs- und Sabotagemeldungen.

Die Gelände- und Gebäudeüberwachung über Video befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden und schnellen Wandel. Während jeder Elektrohandwerker problemlos eine analoge Videokamera samt Monitor installieren kann, erfordern neue Technologien ein umfangreiches Spezialwissen.

So basieren Videosysteme heute zunehmend auf dem aus Computer-Netzwerken bekannten IP-Protokoll für die Datenübertragung. Diese Digitalisierung der Videoüberwachung reduziert nicht nur Investitio-nen und Betriebskosten, sondern ermöglicht auch völlig neue Anwendungen, etwa bei der automatischen Bildanalyse oder der Fernüberwachung mit einem normalen Web-Browser.

Viele Planer und Ingenieurbüros sind hier nicht immer auf dem neuesten Stand. Zwar erfordern Planung und Installation von Videosystemen in der Regel keine Zertifizierung und können daher vom Elektroinstallateur selbst durchgeführt werden.

Allerdings fehlt diesem meist das detaillierte Wissen um die neuen Technologien, sodass sich auch hier die Zusammenarbeit mit einem qualifizierten und zuverlässigen Partner empfiehlt. Zudem bietet sich dem Elektroinstallateur so die Möglichkeit, sich vom Wettbewerb abzuheben und dem Kunden eine optimierte Lösung anzubieten. Als einer der Pioniere der IP-basierenden Videoüberwachung bietet Bosch neben Planung und Errichtung auch hier die Möglichkeit einer Aufschaltung auf das eigene Communication Center an.

Ähnlich wie bei der Videoüberwachung erfolgt die Installation von Zutrittskontrollsystemen nur selten aufgrund von Auflagen, sondern meist aus eigener Initiative des Unternehmens. Zertifizierungen spielen daher keine große Rolle. Allerdings ist auch hier ein Wandel zu beobachten: Zunehmend kommen biometrische Lösungen und kombinierte On- und Offline-Systeme zum Einsatz.

Die Zutrittskontrolle wird zudem immer häufiger mit anderen Komponenten wie Einbruchmeldeanlagen, Zeitwirtschaftssystemen und Videoüberwachung gekoppelt. Gerade diese Integration auf Basis digitaler Technologien überfordert viele mittelständische Elektrobetriebe. Auch hier kann Bosch aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und seiner kompletten Produktpalette ein wertvoller Partner sein.

Christoph Hampe

Die Forderungen

Versicherungen verlangen bei Einbruchmeldeanlagen einen VdS-zertifizierten Errichter; ansonsten wird der Kunde in der Regel keinen Versicherungsschutz erhalten oder zumindest erhebliche Risikozuschläge zahlen müssen.

Relevante Normen sind je nach Kunde die VdS-Klassen A (Hausrat), B (gehobener Hausrat, Gewerbe) und C (z.B. Banken und Juweliere). Bei Aufschaltung zur Polizei sind weitere Bestimmungen zu beachten; ebenso bei der Installation von Überfallmeldeanlagen in Banken.

Erschienen in Ausgabe: 03/2009