Elektro- und Röstmeister

Technik

Electro Friedl. - Ein interessantes Schulprojekt, bei dem ein Elektromeister mit der Installation von Präsenzmeldern zur Energieeinsparung beiträgt, bildete den Auftakt für eine ungewöhnliche Reportage, die uns ins Reich des Kaffees entführt.

14. September 2009

Das Unternehmen Electro Friedl existiert bereits in der zweiten Generation in Geretsried. Stefan Friedl übernahm den von seinem Vater 1961 gegründeten Betrieb 1990. Einen großen Schritt in Richtung Zukunft bildete 1995 der Umzug in die repräsentativen Geschäftsräume in der Elbestraße. Friedl vergrößerte mit dem Kauf des Gebäudes den Einzelhandel von 80 auf 400 Quadratmeter und baute gleichzeitig die Elektroinstallation weiter aus. Seit vier Jahren rundet er sein Leistungsportfolio mit einem integrierten Küchenstudio ab. Die Belegschaft von 21 Mitarbeitern teilt sich gedrittelt auf den Einzelhandel, die Installationstechnik und den Servicebereich auf. Allein fünf angestellte Meister bieten einen professionellen Service für Braune und Weiße Ware sowie die Wartung und Reparatur von Kaffeeautomaten an. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen setzt der agile Unternehmer als Electronic Partner verstärkt auch auf das klassische Ladengeschäft. Friedl sieht hier vielfältige Synergien bei der Kundenpflege und Kundenneugewinnung. Letztlich wachsen die Techniken, die man einst getrennt gesehen hat, jetzt wieder zusammen. Mulitmedia- und Multiroomtechnik bilden da nur einen kleinen Bereich.

Maßgeblich zur Positionierung des Ladengeschäfts trägt Friedls Liebe zum Kaffee bei. Auf die Idee, Kaffee selbst zu rösten, kam er durch den Verkauf und Service von Kaffeeautomaten. So keimte in ihm die Idee, auch einmal selbst zu rösten. Es folgten mehrere Schulungen, die sein Auge und seinen Geschmack für die braune Bohne schärften. Er selbst bevorzugt einen kräftigen Espresso, fand aber auf dem Markt nicht das, was seinem sensiblen Gaumen wirklich mundete. Eine erste Röstmaschine musste also her, die seinen Laden oft vernebelte. Außerhalb der Ladenzeiten setzte er aber mit seinen Mitarbeitern diese Nacht- und Nebelaktionen weiter fort und entwickelte schließlich daraus das Konzept, Kaffee im größeren Maßstab selbst zu rösten und zu verkaufen.

Bei einem Röstmaschinenhersteller ließ er sich folgerichtig mit zwei Mitarbeitern zum Röstmeister ausbilden, um endlich dem Laienstatus abzuschwören. Schließlich kaufte er eine eigene Profi-Röstmaschine, in der er aktuell sechs eigene Kaffeesorten unter dem Label „Friedl Kaffee“ röstet. Die Kaffeerösterei sorgt auch für mehr Umsatz in der Elektroinstallation, denn ein besseres Marke-tinginstrument kann sich wohl kaum ein Elektrofachbetrieb wünschen. Rund eine Tonne beträgt zurzeit das jährliche Röstvolumen mit stetig steigender Tendenz. Mit einem Kaffeemobil ist er auf Festveranstaltungen in seiner Region unterwegs, um auch im Kaffeegeschäft auf Expansionskurs zu gehen und die Aufmerksamkeit auf das Ladengeschäft und den Installationsbetrieb zu lenken. Den in „Bremen, Speicher III“, eingekauften Rohkaffee lagert er in einem eigens dafür eingerichten Zollfreilager in seinem Unternehmen.

Nach einem Jahr auf Probe darf er jetzt ganz offiziell Kaffee rösten. Allerdings hat ihm dies eine weitere steuertechnische Aufgabe und Hürde auferlegt: Die Kaffeesteuererklärung. Im Installationsgeschäft ist Friedl kaum weniger kreativ. Hochwertige private Wohnhäuser und Gewerbebauten, die natürlich auch mit KNX-Technik ausgerüstet werden, bilden sein Hauptarbeitsgebiet. In der Bustechnik sowie bei Komplettdienstleistungen, Betreuung, Installation und Programmierung sieht er einen der Erfolgswege für die eigene Zukunft.

Der Einzugsbereich seines Unternehmens reicht von Weilheim über Starnberg bis in den Münchener Großraum. Auch die aktuelle Wirtschaftskrise bereitet seinem Unternehmen keine wirklichen Probleme. Vom Konjunkturprogramm erhofft er sich einige Aufträge von der öffentlichen Hand. Gewünscht hätte er sich statt der Abwrackprämie die Subvention von modernen Elektroinstallationsanlagen, die ja einen maßgeblichen Beitrag zur Energieeinsparung leisten.

Eines seiner jüngsten Projekte, bei dem es gerade um dieses Thema geht, ist die Grundschule in Geretsried, die zurzeit von rund 570 Schülern besucht wird. Dort brannte das Licht den ganzen Tag, „also Energieverschwendung ohne Ende“, erläutert Friedl. Der Kontakt mit dem Unternehmen Theben brachte ihn auf die Idee, sich für einen wirtschaftlicheren Umgang mit der Energie einzusetzen. In die Decken integrierte Präsenzmelder von Theben schalten jetzt das Licht nur bei Bedarf und vor allem dort, wo es immer eingeschaltet war.

Eine Berechnung der Wirtschaftlichkeit steht zwar noch aus, aber man kann jetzt schon sagen, dass die Einsparungen erheblich sein werden. Die Präsenzmeldertechnik ergänzt die bereits vorhandene moderne Installationstechnik: Eine thermosolarische Warmwasser- sowie eine Photovoltaikanlage.

Präsenzmeldertechnik

Um ein hohes Maß an Energieeffizienz zu ereichen, ist Präsenzmeldertechnik heute unerlässlich. Die Geräte stehen in unterschiedlichsten Ausführungen zur Verfügung und lassen sich selbstverständlich auch in die KNX-Welt integrieren.

Präsenzmelder bilden einen ebenso unkomplizierten wie wirkungsvollen Einstieg in den Markt für Energieberatung. Der Energieberater Nummer eins ist der Elek-trotechniker. Ohne sein Know-how blieben die meisten Maßnahmen wirkungslos.

Erschienen in Ausgabe: 05/2009