Elektronische Fahrtenbücher

Themen - Software

Bornemann. Dank GPS und der Online-Software In-Fleet weiß der Disponent im Betrieb sofort, wer am schnellsten beim nächsten Kunden sein kann und ob das benötigte Werkzeug an Bord ist. Doch das ist noch längst nicht alles.

09. Juni 2016

Mobile Ortungssysteme sind im Privatbereich seit Jahren selbstverständlich. Mittlerweile kennt so gut wie jedes Smartphone seinen eigenen Standort auf wenige Meter genau. Für den Nutzer hat das viele Vorteile: Mit der richtigen App wird das Smartphone zum tragbaren Navigationssystem. Wer es zulässt und wünscht, kann sogar sehen, wo sich Freunde gerade aufhalten. Auf den beruflichen Alltag im Handwerk hatte diese Technologie bisher wenig Einfluss – das wird sich in den nächsten Jahren merklich ändern.

Ortungssysteme machen viele Dinge leichter. Das zeigt sich im Arbeitsalltag sehr deutlich bei Fahrtenbüchern. Für viele Unternehmer ist das aufwendige Führen per Hand mit Frust und Zeitnot verbunden. Mittlerweile gibt es automatische Varianten, die wesentliche Teile der Arbeit übernehmen. Das Prinzip ist einfach und effektiv: Ein Mobilfunksender im Fahrzeug ermittelt mit einer GPS-Box die aktuelle Position und überträgt verlässlich und manipulationssicher die wichtigsten Daten an ein Rechenzentrum. Der Fahrer kann dann später über einen Webbrowser am PC, Tablet oder Smartphone darauf zugreifen und sie mit den vom Finanzamt gewünschten Angaben (Zweck der Fahrt etc.) vervollständigen. Elektronische Fahrtenbücher führen sich also fast von selbst. Aber das ist nur der Anfang. Das volle technologische Potenzial für eine Vielzahl weiterer Anwendungen zeigt sich erst bei der intelligenten Kombination verschiedener Ortungssysteme.

Ein Lieferwagen auf einer Baustelle, als der Geselle und der Lehrling einsteigen und das Fahrzeug starten, werden beide auf dem Smartphone darüber informiert, dass eine Warnweste und eine Werkzeugkiste im Fahrzeug fehlen. Möglich wird dies durch die intelligente Vernetzung verschiedener Systeme: Die mobilfunkgestützte GPS-Box im Fahrzeug ist mit RFID-Chips in der Warnweste und am Werkzeugkasten verbunden.

Diese haben zwar geringe Reichweiten – für die „Anwesenheitsmeldung“ im Fahrzeug reicht das aber aus. Und wenn etwas fehlt, wird beim Starten des Fahrzeugs beispielsweise eine Nachricht verschickt.

Wer sich wundert, warum die Warnweste per RFID gesichert ist: Hier geht es weniger darum, Diebstahl vorzubeugen, sondern um die Erfüllung gesetzlicher Auflagen. Denn fehlende Warnwesten führen bei Polizeikontrollen zu einem Bußgeld, und das verursacht nicht nur Kosten, sondern nimmt unnötig viel Zeit in Anspruch. Die Möglichkeiten, die sich dem Handwerk durch den Einsatz intelligenter Sendeverfahren bieten, sind nahezu unbegrenzt. Ortungssysteme zur Überwachung großer und kleinerer Gegenstände werden daher schon in wenigen Jahren aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken sein. Die Bornemann AG mit Sitz in Goslar hat mit dem In-Fleet-Portal ein souveränes und einfaches Ortungssystem entwickelt. Zur Positionsbestimmung werden drei verschiedene Tracking-Verfahren eingesetzt bzw. durchdacht kombiniert:

GSM-Tracking arbeitet mit der sogenannten Funkzellen-Triangulierung und bietet eine maximale Genauigkeit von 300 Metern. Der Energieverbrauch ist hier sehr niedrig, da in der Regel nur einmal täglich eine Standortmeldung abgesetzt wird. Dadurch sind lange Batterielaufzeiten möglich – als Sender an Containern beispielsweise bis zu acht Jahren. GPS-Tracking erlaubt eine Genauigkeit zwischen zehn und zwei Metern. Es wird für elektronische Fahrtenbücher eingesetzt, aber beispielsweise auch, wenn ein Gegenstand gefunden werden muss. GSM und GPS funktionieren mit der passenden Bornemann-Mobilfunkkarte nahezu weltweit. RFID-Tracking gehört schon seit Jahren zum alltäglichen Leben und wird in der passiven Variante vorwiegend in Kaufhäusern eingesetzt. Der RFID-Chip in einem Kleidungsstück löst beim Durchqueren einer Magnetschranke einen Impuls durch Induktion aus, die Alarmanlage meldet sich. RFID-Chips lassen sich aber auch mit Batterien kombinieren, die eine Lebensdauer von zwei bis zehn Jahren haben.

Eine nahezu beliebige Zahl von RFID-Sendern kann bei einer GPS-Box angemeldet werden. Die wiederum merkt, wenn einer der RFID-Chips nicht in Reichweite ist und sendet eine (Alarm-)Meldung. Eine spezielle Software führt dann vorher definierte Aktionen aus. Gegenstände mit einem RFID-Chip lassen sich durch eine Funk-Kreuzpeilung mit einer Genauigkeit bis 50 Zentimeter lokalisieren. Das funktioniert sogar in Gebäuden. Dem Softwarespezialisten ist es dabei gelungen, die drei Ortungsverfahren miteinander zu kombinieren und durch die entsprechende Software intelligent zu steuern. So lässt sich eine Vielzahl möglicher Anwendungen realisieren.

Einige Beispiele: Die Zugmaschine erkennt, mit welchem Anhänger sie gekoppelt ist und teilt das der Zentrale mit. Elektronische Zäune können definiert werden. Verlässt beispielsweise ein teures Werkzeug außerhalb der Arbeitszeit das Betriebsgelände (durch Diebstahl), wird ein stiller Alarm ausgelöst. Ein verschwundener Gegenstand kann wiedergefunden werden. Das funktioniert auch, wenn dieser lediglich mit einem kleinen aktiven RFID-Sender ausgerüstet ist. Wird der Gegenstand im System zur Suche ausgeschrieben, reicht es aus, dass sich ihm eine GPS-Box bis auf ca. 150 Meter nähert. Da die Ortung über weite Strecken das Mobilfunknetz nutzt, ist sie weltweit verfügbar. So lässt sich auch die Position eines Baucontainers im Ausland feststellen. Sind hier die entsprechenden Sensoren verbaut, informiert der Container über ein Web-Interface, wenn er geöffnet wurde oder die Temperatur sich nicht mehr in einem vorher definierten Bereich befindet.

Dank der intelligenten Vernetzung ergibt sich eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Einsatz im Handwerk. Den Einstieg bieten elektronische Fahrtenbücher wie das Logbook. Die dazugehörende webbasierte Software In-Fleet kann aber noch mehr, als nur die Fahrstrecke aufzuzeichnen. So lässt sich der Standort einzelner Fahrzeuge jederzeit anzeigen, was das Auftragsmanagement deutlich erleichtert. Schließlich weiß die Zentrale immer, welches Fahrzeug in der Nähe eines Einsatzortes ist – und kann sogar mit einem Mausklick überprüfen, ob alle für den Auftrag benötigten Werkzeuge dabei sind.

Hintergrund: Mieten statt kaufen

Die Investition in zukunftsfähige und skalierbare Ortungssysteme ist niedriger als gedacht. Die Bornemann AG bietet die Finanzierung über einen monatlichen Nutzungsvertrag.

Das hat mehrere Vorteile: Mieten statt kaufen erhöht die Liquidität. Zudem ist sichergestellt, dass sich der Handwerksbetrieb nicht um Updates, Geräte und SIM-Karten kümmern muss. Alles bleibt in der Verantwortung des Anbieters.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016