Energiesparpotentiale nutzen

Mehr Komfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit mit EVG

Die Entwicklung elektronischer Betriebsgeräte schreite rasant voran und dränge die konventionellen Ausführungen immer mehr ins Abseits, so die Einschätzung von Franz-Josef Bierbrauer und Hans-Peter Birkhofer, Experten für elektronische Betriebsgeräte bei Osram in München. Elektronische Vorschaltgeräte (EVG) bergen ein be-achtliches Energiesparpotential, erhöhen die Betriebssicherheit und sorgen darüber hinaus für erheblich mehr Lichtkomfort.

17. April 2001

In Verwaltungs-, Verkaufs- und In-dustriegebäuden ist diese innovative Beleuchtungstechnik zunehmend Standard. Doch auch für kleine Unter-nehmen lohne sich der Einsatz, sind sich die Fachleute einig.

Der größte Teil des künstlich erzeugten Lichtes kommt von Leucht-stofflampen. Sie stehen für homogene Lichtverteilung, hohe Lichtausbeute und wirtschaftlichen Betrieb. Als Vorschaltgeräte kommen sowohl konven-tionelle (KVG), verlustarme (VVG) als auch elektronische (EVG) in Frage. KVG arbeiten mit Drosselspulen, die aus einem mit Kupferdraht umwickel-ten Eisenkern bestehen. Zum Start von Leuchtstofflampen ist zusätzlich ein Starter erforderlich.

VVG funktionieren nach dem gleichen Prinzip, sind jedoch mit einem längeren Eisenkern, höherwertigem Elektroblech und Kupferspulen mit größerem Drahtdurchmesser und geringerer Windungszahl versehen. Auf-grund der konstruktiven Maßnahmen fallen magnetische und ohmsche Verluste geringer aus als bei KVG. Am wirtschaftlichsten und zugleich komfortabler arbeiten EVG. Sie betreiben Lampen mit hochfrequenten Spannun-gen und kommen ohne zusätzlichen Starter aus.

Es erstaunt nicht sonderlich, daß sich die elektronischen Betriebsgeräte mit ihrem sparsamen Energieverhalten mehr und mehr durchsetzen, denn in Gebäuden machen die Beleuchtungs-kosten beispielsweise, je nach Art und Nutzung, 10 bis 40% der Energiekos-ten aus.

Franz-Josef Bierbrauer, Leiter der Sparte Betriebsgeräte bei Osram, weiß aus seiner langjährigen Praxis: „Allein durch den Einsatz elektronischer Vorschaltgeräte lassen sich 25 bis 30 Prozent Energie einsparen.“ Kombiniert man diese Module noch mit modernen Leuchten der T5-Reihe, Cut-off-Technologie und bedarfsgerechter Lichtsteuerung, liegt das Einsparpo-tenzial noch weitaus höher.

Angenehmeres Arbeiten: Schluß mit Flickerstörungen

Mit den Energieeinsparungen einher gehen Komfortverbesserungen. Lam-pen, die mit EVG betrieben werden, zünden ohne jegliches Flackern und stellen während der gesamten Lampen-lebensdauer flimmerfreies Licht ohne Stroboskopeffekte bereit.

So kommt es nicht mehr zu Unkon-zentriertheit oder schneller Ermüdung der Mitarbeiter durch unbefriedigende Beleuchtungssituationen. Wie verglei-chende ergonomische Studien des Ingenieurbüros Christian Bartenbach belegen, treten zum Beispiel bei der Bildschirmarbeit, speziell in der Text-verarbeitung, nachweisbar wesentlich weniger Fehler auf.

Auch das von konventionellen Be-triebsgeräten bekannte Brummen ge-hört längst der Vergangenheit an. De-fekte Lampen werden mittels Sicher-heitsabschaltung von der Stromversor-gung getrennt, bevor das störende Blinken durch wiederholte Startversu-che beginnt. Nach einem Lampen-wechsel erfolgt die Wiedereinschal-tung automatisch.

Weniger Kosten für Betrieb und Wartung

Die Verlustleistung elektronischer Vorschaltgeräte ist sehr klein, so daß eine wesentlich geringere Eigener-wärmung als bei KVG auftritt. Ge-meinsam mit der Umgebungstempera-tur bestimmt diese Eigenerwärmung die Meßpunkttemperatur, die sich wiederum entscheidend auf die Le-bensdauer der EVG auswirkt. „Unsere Quicktronic-EVG sind so konzipiert, dass bei Einhaltung der Meßpunkttem-peratur eine Ausfallrate von weniger als 20/00 pro 1000 Betriebsstunden zu erwarten ist“, erläutert Hans-Peter Birkhofer, Leiter Marketing Betriebs-geräte bei Osram.

Während sich bei Überschreitung der Meßpunkttemperatur die Lebens-dauer stark verkürzt, verlängert die Unterschreitung dieser Temperatur die Lebensdauer ebenfalls überproportio-nal. Geht man von einer gesicherten Unterschreitung von etwa 10 °C aus, verdoppelt sich die Lebensdauer sogar. Birkhofer ergänzt: „In der Praxis wer-den teilweise noch höhere Werte er-reicht.“

Aus der verminderten Wärmeerzeu-gung resultieren außerdem eine redu-zierte Kühllast und damit ein geringe-rer Aufwand für die Klimatisierung der betreffenden Räume. Darüber hinaus sorgen EVG für eine um 50 % längere Lampenlebensdauer schon bei 26 mm Standard-Leuchtstofflampen. Das führt zu erheblich längeren Wartungsinter-vallen, zu reduzierten Kosten für Lam-penersatz und -entsorgung und damit allgemein zu einem geringeren Servi-ceaufwand.

„Weiterer Vorteil ist, daß sich mit fast allen EVG unserer Quicktronic-Familie die Lampen wahlweise an Gleich- oder Wechselspannung betrei-ben lassen“, führt Birkhofer weiter aus. In der Praxis heißt das: Gleiche Lam-pen können sowohl für die Allgemein- als auch für die Notbeleuchtung ver-wendet werden.

Spartenleiter Bierbrauer ergänzt: „Auf diese Weise können wir zum Beispiel Beleuchtungskonzepte für Arbeitsplätze mit besonderer Gefähr-dung, die auch im Notfall eine höhere Beleuchtungsstärke als übliche Notlichtanlagen verlangen, schnell und vor allen Dingen wirtschaftlich realisieren.“

Dimmbare EVG mit Helligkeitssensoren kombinieren

Kombiniert man dimmbare EVG mit zugehörigen Helligkeitssensoren, pas-sen die Vorschaltgeräte das Licht stän-dig an einen vorher eingestellten Schwellwert der Beleuchtungsstärke an. Dabei berücksichtigen sie jederzeit den Anteil des Tageslichts und geben nur so viel künstliches Licht dazu, bis der eingestellte Schwellwert erreicht ist.

So entsteht eine konstante Beleuch-tungssituation im Raum. Für Räume, die nicht ständig belegt sind, bietet sich die Kombination mit Präsenzmel-dern an, so daß nur dann das Licht eingeschaltet wird, wenn sich jemand im Raum befindet. Verläßt dieser den Raum, schaltet das Gerät nach einer definierten Nachlaufzeit das Licht wieder aus. Bierbrauer sieht hier ein immenses Einsparpotential, das noch längst nicht überall erschlossen ist.

Elektronische Lösungen auf dem Vormarsch

Der Siegeszug der T5-Leuchtstofflampen mit nur 16 mm Durchmesser ist nicht mehr aufzuhal-ten. Kein Wunder, denn die schlanken Ausführungen sind in puncto Licht-ausbeute, Lichtstrom und Wirtschaft-lichkeit kaum zu übertreffen. Auch Designer sind begeistert, läßt die schlanke Bauform als Stab oder als Ring doch ein breites Spektrum an attraktiven Leuchten zu, wahlweise mit einer Mischung aus Direkt- und Indi-rektanteilen der Lichtführung.

„Speziell für diese Lampen haben wir optimierte EVG entwickelt, die mit Cut-off-Technologie arbeiten und bei Bedarf die Wendeldauerheizung ab-schalten“, verkündet Bierbrauer. Mit-hilfe dieser Technologie läßt sich das Lichtstrom-Optimum nach oben ver-schieben, die Lampenlebensdauer erhöht sich nochmals um 20%. Da der Betrieb dieser Lampen nur mit EVG möglich ist, werde sich der Marktanteil an EVG schon allein durch dieses stark wachsende Segment weiterhin vergrö-ßern, sind sich die Osram-Spezialisten sicher.

Darüber hinaus sind neue europäi-sche Richtlinien beschlossen, welche die Entwicklung der elektronischen Lösungen weiter vorantreiben werden. Hans-Peter Birkhofer geht ins Detail: „Aus Gründen der Energieeffizienz gibt es in den nächsten Monaten ein europaweites Verbot von Vorschaltge-räten, zunächst der Energieeffizienz-klasse D.“ Diese Klasse umfasst die besonders verlustreichen KVG, die momentan noch 15% des gesamten Marktes an Vorschaltgeräten ausma-chen.

Birkhofer führt weiter aus: „In etwa fünf Jahren dürfte auch die Ära der normalen KVG, das heißt Geräte nach Energieeffizienzklasse C, die momen-tan mit 65% den Markt noch beherr-schen, langsam zu Ende gehen.“ Ex-perten rechnen mit einem Ersatz dieser KVG im Verhältnis von 2:1 zugunsten der EVG (Effizienzklasse A) und WG (Effizienzklasse B).

Fazit

„Lohnen wird sich der Ersatz durch die wesentlich verlustärmeren und damit Energie sparenden Geräte für alle Beteiligten. Die Diskussionen um Ökosteuer, Energiepreise und Ver-knappung der Ressourcen sind erst der Anfang, zukünftig wird der sparsame Energieverbrauch mehr und mehr zum Kosten- und Wettbewerbsfaktor für alle Unternehmen werden.“ (Hans-Peter Birkhofer)

Erschienen in Ausgabe: 03/2001