Aktuelle und künftige Anforderungen an die Gebäudetechnik sowie veränderte gesetzliche und normative Rahmenbedingungen erfordern, dass sich der Zählerplatz mehr und mehr von der reinen Messstelle hin zum Knotenpunkt für Energie und Information entwickelt. Hager hat diesen Trend bereits früh erkannt und in diesem Zusammenhang den Begriff der Technikzentrale geprägt, für die der Hersteller auf Basis seines Zählerplatzsystems Univers Z immer zukunftsweisende Lösungen entwickelt hat. Dazu zählen beispielsweise ein eigenes eHZ-Zählerprogramm mit den entsprechenden Befestigungs- und Kontaktiereinrichtungen (BKE-I), neue Anschlusstechnologien, die praktischen Multimediafelder oder auch Komponenten für die strukturierte Verkabelung. Das Unternehmen hat in den letzten Jahrzehnten so die Entwicklung des Zählerplatzes weiter vorangetrieben. Auch der aktuelle Entwicklungsstand des Zählerplatzes markiert den Stand der Technik – wie ein Blick auf die Leistungsmerkmale der aktuellen Technikzentrale mit den Funktionsbereichen Zählen, Schützen und Vernetzen zeigt.

BKE-I: die Basis der modernen Messtechnik

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Das 2016 erlassene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (GDEW) bereitet die Einführung intelligenter Messsysteme für jeden Haushalt vor. Solch ein System besteht im Wesentlichen aus einem digitalen Stromzähler wie zum Beispiel dem eHZ und der Kommunikationseinheit Smart Meter Gateway (SMG). Der eHZ misst den Stromfluss und das Gateway leitet die Daten weiter. Auf diese Anforderungen ist die Technikzentrale mit BKE-I und dem Raum für Zusatzanwendungen (RfZ) bereits vorbereitet. Als normkonforme Plattform für den elektronischen Haushaltszähler im Neubau dient die integrierte Befestigungs- und Kontaktiereinrichtung BKE-I des Herstellers. Auf ihr wird der eHZ-Zähler einfach nur eingesteckt und bei Bedarf mit intelligenten Kommunikationsgeräten verknüpft. Die Montage ist dank praktischer und verpolungssicherer Stecktechnik einfach, schnell und sicher: In die äußeren Schlitze wird der eHZ mit vier Haltekrallen eingehängt; in die inneren rasten die Stromein- und -abgänge ein. Bewegliche Kontaktbrücken sorgen für automatisches Öffnen und Schließen. Das macht stromunterbrechungsfreie Zählerwechsel bei vollem Berührungsschutz möglich. Der entscheidende Vorteil für den Endkunden: Beim Zählerwechsel entstehen keine Spannungsspitzen, die empfindliche elektronische Geräte schädigen können. Auch beim Platzbedarf erweist sich die BKE-I im Vergleich zur konventionellen 3-Punkt-Zählerkreuz-Befestigung als überlegen: Denn dank der kompakten Bauform passen zwei BKE-I-Anschlusskassetten und somit zwei eHZ-Zähler nebeneinander auf ein Zählerfeld. Und im serienmäßig vorhandenen Raum für Zusatzanwendungen (RfZ) mit zwölf Teilungseinheiten pro Feld über der BKE-I finden alle Kommunikationsmodule wie SMG, CLS Steuerbox, LMN-Modul, Sicherungsbox oder auch die vorgeschriebene RJ45-Buchse ausreichend Platz.

Hersteller gewährt 5-jährige Garantie auf BKE-I-Produkte

Auf den Einbau eines intelligenten Messsystems muss aber auch im Bestandsbau nicht verzichtet werden. Hierfür hat das Unternehmen die Adapterlösung BKE-AZ entwickelt, mit der sich alte Dreh- oder Wechselstromanlagen einfach auf die moderne zukunftssichere BKE-Technik umrüsten lassen. Immer mehr Elektrohandwerker in Deutschland setzen mittlerweile auf die BKE-I-Technik für eHZ, sodass sich diese in den letzten Jahren rasant entwickelt hat. Um die Durchsetzung dieses technischen Fortschritts im Markt weiter zu unterstützen, gewährt der Hersteller im Aktionszeitraum vom 1. März 2018 bis zum 28. Februar 2019 zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung eine fünfjährige Funktionsgarantie auf sämtliche BKE-I-Komplettschränke und BKE-I-Komplettfelder sowie auf alle BKE-I-Einzelkassetten. „Mit der Gewährung unserer Zusatzgarantie unterstreichen wir unsere feste Überzeugung, dass einzig der BKE-I-Technik die Zukunft gehört“, erklärt Michael Klein, zuständiger Marktmanager für den Bereich Technikzentrale bei der Hager Vertriebsgesellschaft.

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Im Funktionsbereich „Schützen“ stellt das Unternehmen ein umfassendes Sortiment für den Leitungs-, Personen- und Geräteschutz zur Verfügung, beispielsweise den Fehlerstrom-Leitungsschutzschalter 3x 1P+N, der den hohen Schutz bei laut Hersteller geringstem Platzbedarf aller Lösungen im Markt bietet. Denn der FI/LS-Schalter 3x 1P+N verbinde als einziges und kompaktestes Produkt im Markt drei einpolige Leitungsschutzschalter für drei 230-V-Wechselstromkreise mit einem FI-Schalter.

Drei Stromkreise separat gegen Kurzschluss absichern

Dadurch sei dieses Gerät in der Lage, drei Stromkreise separat gegen Kurzschluss und Überlast abzusichern sowie gemeinsam gegen Fehlerströme. Im Vergleich zu anderen Installationsformen biete dieses Gerät daher die effektivste Installation bezogen auf den Platzbedarf. Denn nur mit diesem Schutzschalter lassen sich neun Endstromkreise mit drei separaten FI-Kreisen auf einer Hutschiene mit 12 Platzeinheiten absichern. Damit ist auch im Fehlerfall eine hohe Verfügbarkeit der Elektroinstallation sichergestellt. Vor allem bei der Nachrüstung von FI-Funktionen in Bestandsanlagen mit begrenztem Platz erweist sich dieses Installationskonzept als vorteilhaft. Neben ihren schutztechnischen Eigenschaften weisen die Geräte auch eine montagefreundliche Anschlusstechnik auf: Denn die insgesamt sechs Geräte dieser Reihe in B- und C-Charakteristik von 10 A bis 16 A und 30 mA Differenzbemessungsstrom sind für eine schnelle Montage im Zugang mit Quick-Connect-Schraubklemmen für Phasenschienen und im Abgang mit Quick-Connect-Steckklemmen ausgestattet.

Umfassendes AFFD-Sortiment mit 24 Geräten

Auch normative Anpassungen führen immer wieder dazu, dass sich die Installationsgewohnheiten beim Bau von Zählerplätzen ändern – so beispielsweise geschehen durch die aktualisierte Fassung der DIN VDE 0100-420. Diese verlangt in bestimmten Endstromkreisen seit dem Ende der Übergangsfrist am 18. Dezember 2017 in Niederspannungsanlagen den Einbau von sogenannten Brandschutzschaltern zur Verhinderung von Bränden durch Fehlerlichtbögen. Hager hat auf die neuen Anforderung reagiert und ein AFDD-Sortiment von 24 Brandschutzschaltern entwickelt, mit dem sich alle gängigen Anforderungen problemlos abdecken lassen.

Das Lösungsangebot umfasst kombinierte Geräte aus Leitungsschutzschalter und Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung mit den Stromstärken 6, 10, 13, 16, 20 und 25 A wahlweise mit einem Abschaltvermögen von 6 kA oder 10 kA sowie mit den Auslösecharakteristiken B oder C. Alle AFDDs mit 6 kA Abschaltvermögen sind mit der wartungsfreien Quick-Connect-Technik ausgestattet; die durchweg neuen 10-kA-Geräte hingegen mit der im Zweckbau gängigeren Schraubtechnik.

Im Bereich des Überspannungsschutzes haben die aktualisierten Fassungen der DIN VDE 0100-443 und der DIN VDE 0100-534 dieses Thema wieder verstärkt in den Fokus der Elektroinstallationstechnik gerückt. Auch hierfür hat der Hersteller eine Lösung: Denn bei der Umsetzung der normativen Vorgaben erweisen sich die aktuellen Typ-1-Kombiableiter zum 40-Millimeter-Sammelschieneneinbau hinsichtlich Montagezeit und Platzbedarf als vorteilhaft. Die Geräte vereinen die normativ geforderten Funktionen der Überspannungsschutz-Einrichtungen vom Typ 1 (Blitzschutz) und Typ 2 (Überspannungsschutz) in einem Gehäuse. Darüber hinaus bieten sie durch die koordinierte Schutzwirkung zusätzlich auch einen Endgeräteschutz (Typ 3). Die Produktreihe besteht aus sechs Kombiableitern, mit denen sich sämtliche in der Praxis anzutreffenden Gebäude und Einrichtungen in TNC-, TNS- sowie in TT-Systemen normgerecht schützen lassen. Der entscheidende Vorteil der Hager-Kombiableiter liegt in der Sammelschienenmontage: Da diese im unteren Anschlussraum erfolgt, ist eines dieser Geräte ausreichend, um ein Gebäude komplett zu schützen – schneller, einfacher und wirtschaftlicher lässt sich ein normgerechter Überspannungsschutz kaum realisieren.

Adapter bringt Stecktechnik in unteren Anschlussraum

Eine weitere Neuerung für den unteren Anschlussraum ist der Einspeiseadapter ESA, mit dem die Vorteile der zeitgemäßen Stecktechnik zum Anschließen der Zählerschrankzuleitung nutzbar gemacht werden. Die 5-polige Konstruktion zum Aufrasten auf die Sammelschienen verfügt über fünf Steckklemmen für massive und flexible Leitungen mit Querschnitten von 1 bis 25 mm2. Dadurch vereinfacht sich die Einspeisung für den Elektrohandwerker ganz erheblich: Denn diese Innovation reduziert die Installationszeit im Vergleich zu konventionellen Sammelschienenschraubklemmen nicht nur um rund 50 Prozent, sondern sie erhöht durch ihre fingersichere Konstruktion auch die Arbeitssicherheit. Darüber hinaus macht die Stecktechnik als dauerhaft sichere Verbindungstechnik regelmäßige Kontrollen sowie Wartungsarbeiten im plombierten unteren Anschlussraum überflüssig. Da die Leitungen im Einspeiseadapter anders als bei Sammelschienenklemmen nicht seitlich versetzt, sondern senkrecht untereinander angebracht sind, steht dem Elektrohandwerker im unteren Anschlussraum zudem deutlich mehr Platz zur Verfügung.

Sammelschienenverbinder Save für Zählerplätze

Als zeitsparend bei der Montage erweist sich auch der 5-polige Sammelschienenverbinder „Save“, der die fünf einzelnen Sammelschienenschraubklemmen ersetzt und damit die Verbindung von Zählerfeldern schneller, einfacher und sicherer als je zuvor macht. Die Montage erfordert im Wesentlichen nur drei Schritte: Den Verbinder zwischen den Sammelschienenfeldern einsetzen, Schrauben anziehen, Abdeckung zuklappen – und schon ist die Sammelschienenverbindung fingersicher und dank der vorgespannten Schrauben dauerhaft wartungsfrei kontaktiert. Die Zeitersparnis gegenüber der konventionellen Montage beträgt bis zu 90 Prozent. Zudem erhöht das isolierte Gehäuse die Montagesicherheit ganz erheblich. Eine vergleichbare Lösung bietet laut Hager hier kein anderer Hersteller.

Die Technikzentrale als Mittelpunkt der Multimediatechnik

Als dritter wesentlicher Bereich der Technikzentrale ist die Multimediatechnik zu nennen, die einen immer wichtigeren Stellenwert im modernen Leben einnimmt. Um den daraus resultieren Anforderungen gerecht zu werden, bietet der Hersteller bereits seit einigen Jahren Multimediafelder an, mit denen der Elektrohandwerker den Funktionsumfang des Zählerplatzes zeitgemäß ausweiten kann.

Auf gelochten Montageplatten kann er alle Kommunikationsgeräte zentral platzieren – so zum Beispiel den Telefonhausanschluss mit Telefonanlage, den Internetanschluss mit DSL-Router, die TV-Breitband- und Satellitenverteiler oder auch einen Netzwerkserver als zentralen Speicher für alle digitalen Daten. Damit wird die Technikzentrale auch zum Ausgangspunkt für die strukturierte Netzwerkverkabelung: Twisted-Pair-, Koaxial- und Glasfaserleitungen können von hier ausgehend das gesamte Gebäude durchziehen und so in jedem Raum Anschluss an die Multimediawelt ermöglichen.

Die Digitalisierung von Gebäuden ist bereits Standard

Dieser kleine Querschnitt durch die Leistungsmerkmale des Zählerplatzes von heute zeigt, welche vielfältigen Anforderungen er erfüllen muss. Er zeigt aber auch, welche Entwicklungspotenziale in der modernen Technikzentrale stecken und welche Chancen diese dem Elektrohandwerk auch in Zukunft noch bieten. Wenn heute alle über die Digitalisierung von Gebäuden sprechen, dann kommt der Technikzentrale in diesem Kontext eine Schlüsselrolle zu. Die Digitalisierung und Vernetzung von Gebäuden ist schon längst keine Zukunftsmusik mehr. Die Branche befindet sich bereits im Zentrum dieser Entwicklung, die allen beteiligten Industrie- und Handelszweigen einen vielversprechenden und nachhaltig zukunftsfähigen Markt beschert. Um so wichtiger ist es vor allem für das Elektrohandwerk, sich seinen Anteil an diesem Markt zu sichern.

Dafür schaffen Hersteller innovativer Technik und zukunftsfähiger Installationslösungen die Voraussetzungen. Das heißt auch, nicht länger zu warten, sondern diese Themen aktiv aufzugreifen und ins Leistungsportfolio mit aufzunehmen. Angesichts der rasanten Innovationsschübe in der Branche sollte niemand den installationstechnischen Zug der Zeit verpassen; denn der Innovation hat schon immer die Zukunft gehört.

g+h Kontakt

Kontakt: www.hager.de

• Ferraris-Zähler werden sukzessive flächendeckend durch den elektronischen Haushaltszähler abgelöst.

• Hager gewährt im Aktionszeitraum eine 5-jährige Garantie auf BKE-I Produkte.

• Die detaillierten Garantiebestimmungen dieser Maßnahme sind unter www.hager.de/BKE-I einzusehen.