Fitneß Sat(t)

Dritte Runde der Schulungsinitiative von G&H und Wisi

Digitales Satellitenfernsehen boomt. 2004 haben sich 1,5 Millionen Haushalte für den Kauf eines digitalen Sat-Receivers entschieden. Damit setzen bereits sechs Millionen deutsche Haushalte beim Empfang digitaler freier und verschlüsselter TV-Programme auf den Satelliten. Wisi und G& unterstützen Sie dabei, die sich daraus ergebenden Chancen am besten zu nutzen.

06. Juni 2005

Für das laufende Jahr erwarten Experten sogar einen Absatz von zwei bis drei Millionen Geräten. Hinzu kommen immer mehr kleine und mittlere Kabelnetzbetreiber sowie Wohnungsunternehmen, die eigene satellitengestützte Kopfstationen zur digitalen Medienversorgung ihrer Kunden und Mieter aufbauen. Verbraucher und Unternehmen, die auf den Digitalempfang umrüsten, benötigen qualifizierte Beratung und fachgerechte Installationen. Dies bringt dem Fachmann Aufträge.

Damit sich unsere Leser in der betrieblichen Praxis für die Digitalisierung fit machen und davon wirtschaftlich profitieren können, haben wir und das badische Technologieunternehmen Wisi im vergangenen Jahr eine gemeinsame Schulungsinitiative gestartet. Diese Initiative geht dieses Jahr mit dem zweitägigen Kurs „Aufbau-Seminar Sat-Technik“ am 24. und 25. Juni im Wisi-Schulungszentrum in Niefern bei Pforzheim in die dritte Runde. Anmeldungen hierzu sind noch möglich. Ohne Satelliten läuft europaweitweit beim Fernsehen kaum etwas. Sichtbar sind entweder auf dem Dach, am Gebäude oder im Umfeld von Häusern installierte Satellitenschüsseln für den Einzel und Gemeinschaftsempfang. Weitgehend weniger bekannt hingegen ist, daß ohne den Satelliten auch das Kabelfernsehen weitgehend dunkel bleibt. Die meisten Verbraucher glauben sowieso noch daran, daß die Programme wie früher von der Post kommen. Der Grund ist einfach. Die Verteilung über Satelliten ist am kostengünstigsten. Daher gelangen die analogen und digitalen Programme überwiegend via Satellit an die Kopfstationen der Kabelnetze. Dort werden sie kabeltauglich aufbereitet und an die Bildschirme der derzeit weit über 20 Millionen zu versorgenden Haushalte weitergeleitet.

Für die großen europäischen Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat ist die Digitalisierung des Fernsehens längst abgeschlossen. So überträgt etwa Eutelsat nur noch 10 seiner 1.524 TV-Programme analog. Diese Digitalisierung des Fernsehens im All hat sich jedoch nicht im gleichen Umfang am Boden vollzogen. Die Mehrzahl der über 15 Millionen Satellitenhaushalte in Deutschland steht noch vor der Frage, ob und wann sie vom analogen auf den digitalen Empfang umschwenken. Hinzu kommen viele Haushalte und Hausgemeinschaften, die grundsätzlich über einen Wechsel vom Kabel auf den Satellitenempfang nachdenken. Der Aufbaukurs Sat-Technik soll daher den Teilnehmern die wichtigsten Grundlagen der digitalen Sat-Verteil- und -Empfangstechnik vermitteln und ihnen wertvolle Entscheidungshilfen für Kundenfragen an die Hand geben.

Digitale Übertragung

Der erste Teil des Kurses beschäftigt sich mit den Grundsätzen der digitalen Übertragung und informiert über den Weg der TV-Programme von der Produktion im Studio, über Uplinkstationen zum Satelliten und der anschließenden Verbreitung an die Sat-Empfangsanlagen und Kabelnetze. Basis für das digitale Fernsehen ist das Verfahren MPEG 2 (Motion Picture Expert Group). Dieser weltweit einheitliche Standard für das Komprimieren bewegter digitaler Bilder sorgt dafür, daß alle Sende- und Empfangsgeräte aufeinander abgestimmt sind. Der Kurs geht auch auf die verschiedenen Modulationsverfahren ein.

Grundlagen Sat-Empfang

Die wichtigste Einheit beim Satellitenempfang ist der LNB (Low Noise Block). Dies ist ein an der Satellitenschüssel befestigter Frequenzumsetzer. Wenn Satellitensignale auf die Schüssel auftreffen, werden sie durch die gebogene Form des Parabolspiegels zurückgeworfen und in einem Punkt vor der Schüssel gesammelt. Dort befindet sich der LNB. Dieser wandelt die empfangenen Signale um und leitet sie mit einem Kabel entweder direkt zu einer Set-Top-Box oder an einen Multischalter weiter.

Der via Satellit gesendete Datenstrom kann auf vier speziellen Frequenzen mit unterschiedlichen Symbolraten und Polarisationen empfangen werden. Der Fachmann unterscheidet dabei die Empfangs- bzw. Frequenzebenen in das so genannte vertikale und horizontale Low-Band sowie das vertikale und horizontale High-Band. Das herkömmliche analoge TV wird via Satellit im Frequenzbereich von 10,7 bis 11,7 GHz übertragen. Dieser Bereich ist das Low-Band. Die digitalen Kanäle liegen jedoch nicht nur im Low-Band von 10,7 bis 11,7 GHz. Sie nutzen auch das High-Band, den Frequenzbereich von 11,7 bis 12,7 GHz. Derzeit finden sich die meisten digitalen Kanäle in diesem Frequenzbereich. Bei der Umrüstung von analog auf digital muß der Fachmann daher prüfen, ob der in der Satellitenanlage verbaute LNB tatsächlich Low- und High-Band empfangen kann. Bei vielen der in den vergangenen fünf bis sechs Jahren eingesetzten LNBs handelt es sich um Universale-LNBs, die für beide Bereiche geeignet sind. Eignet sich der vorgefundene LNB hingegen nicht, muß ein neuer eingebaut und die komplette Empfangsanlage neu eingerichtet werden.

Mehrteilnehmerempfang

Interessant für den Fachmann ist der Aufbau von Sat- Gemeinschaftsanlagen oder so genannter Mehrteilnehmereinrichtungen. Der Wisi-Kurs vermittelt die notwendigen Planungsgrundsätze für das Dimensionieren von Verteilsystemen in Wohnhäusern und Wohnblocks aller Art. Vorgestellt werden praktische Planungen für Sat-ZF-Verteilanlagen von vier bis rund 1.000 Anschlüssen.

So empfiehlt sich beim Sat-ZF-Empfang etwa zum Anschluß von vier oder noch mehr Receivern der Einsatz eines so genannten Quattro-LNBs in Kombination mit Multischaltern. Je nach verwendetem Multischalter lassen sich so 4, 6, 8, 12 oder 24 Receiver anschließen.

Damit jedes Gerät unabhängig vom anderen alle Programme empfangen kann, muß das gesamte Frequenzspektrum bereitstehen. So hat ein Universal Quattro LNB vier Ausgänge für die vier bereits beschriebenen Frequenzebenen. Diese werden mit dem Multischalter verbunden, der dann den Betrieb beliebig vieler Receiver ermöglicht. Eingegangen wird ebenfalls auf das Kaskadieren von Multischaltern und Besonderheiten dabei.

Zukunft

Die technische Entwicklung im Empfangsbereich vollzieht sich schnell. Besonders wichtig für den Fachmann sind Tips aus der Praxis für den Übergang von analog zu digital, der spätestens dann im Netzbetrieb vollzogen werden muß, wenn die Programmveranstalter die analoge Verbreitung komplett einstellen. Rechtzeitige Planung spart hier viel Zeit und Geld. Daher gehören digitale Breitbanddienste wie Internet via Satellit ebenfalls zum Inhalt des Kurses.

Fazit:

Wichtig ist für den Fachbetrieb das Thema Qualität. Um unliebsame Störungen schon im Vorfeld zu vermeiden und sich vor möglichen Kundenansprüchen weitestgehend zu schützen, sollte der Fachmann beim Aufbau der Sat-Anlage, bei den eingesetzten Multischaltern und vor allem auch beim Kabel unbedingt auf Qualitätsprodukte achten. Die führenden Hersteller haben hierfür das Class-A-Zeichen geschaffen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2005