Flexibel in Decke und Wand

Technik

Kaiser. - Praktische Lösungen für die flexible Planung und Gestaltung sowie die ästhetische Integration von Lichtinstallationen und Beschallungskomponenten in Decken und Wänden stehen im Fokus. Wichtig ist eine sorgfältige Planung.

04. Oktober 2010

Im Gegensatz zu Schaltern und Steckdosen unterliegen Leuchten und Lautsprecher keiner Baunorm. Unterschiedliche Formen, Abmessungen und Lichtquellen sorgen so für ein hohes Maß an Individualität, erfordern dadurch aber auch flexible Freiräume im Betonbau. Denn nicht immer lässt sich schon im Vorfeld bestimmen, welches Leuchten- oder Lautsprechersystem im fertigen Objekt zum Einsatz kommen soll.

Besonders bei Decken und Wänden aus Beton ist jedoch eine nachträgliche Korrektur aufwendig und verursacht zusätzliche Kosten. Deshalb ist es für Architekten und Fachplaner besonders wichtig, sich schon vor Baubeginn für Systemlösungen zu entscheiden, die bei der Gestaltung von Elektroinstallationen flexiblen Freiraum bieten und zugleich wirtschaftlich sind. Bei Sichtbeton muss zudem der Einbau von Leuchten, Lautsprechern und anderen Geräten nicht nur funktionalen, sondern auch höchsten Anforderungen an die Gestaltungsqualität entsprechen. Modular aufgebaute Beton-Einbaugehäuse helfen dabei, unterschiedlichste Lichtquellen, Lautsprecher und andere technische Produkte dezent in jede Raumarchitektur zu integrieren. Ein speziell auf die Anforderungen der Elektroinstallation in Ortbeton und in industriell gefertigte Betonelemente abgestimmtes Komplettprogramm von Einbaugehäusen bietet die Kaiser GmbH & Co. KG (Schalksmühle). Die Systeme verschaffen selbst nach der Realisierung des Projekts große Flexibilität bei der Auswahl entsprechender Geräte und unterstützten mit praxisgerechten und innovativen Lösungen auch effektvolle Installationen in Sichtbeton. Zudem zeichnen sich die Produkte durch hohe Formstabilität und leichtes Handling auf der Baustelle aus. Die einzelnen Komponenten lassen sich sehr gut miteinander kombinieren und rasch verarbeiten, was vor dem Hintergrund der oftmals engen Zeitpläne im Baubetrieb ein wichtiger Vorteil ist.

Eine Lösung für den Einbau von Leuchtmitteln wie Kompaktleuchtstofflampen, Halogenglühlampen, Hochdruckentladungslampen und flächigen LED-Beleuchtungen ist das Kompax-System. Es eignet sich bis zu einer maximalen Einbautiefe von 200 mm und einem Deckenausschnitt bis 300 mm. Hohe Flexibilität ab einer Deckenstärke von 160 mm bieten die Halox-Einbaugehäuse, sowohl bei Ortbeton (Halox-O) als auch für die Werksfertigung (Halox-P). Damit lassen sich spannende Lichtinszenierungen, harmonische Deckenbilder oder auch funktionales Raumlicht realisieren. Das modular aufgebaute System ermöglicht den Einbau von Lautsprechern sowie Nieder- und Hochvoltleuchten mit einer Systemleistung bis zu 50 Watt und einem Deckenauslass bis zu 100 mm und ist auch für den nachträglichen Einbau geeignet.

Freiräume im wahrsten Sinne des Wortes schaffen die Universaleinbaugehäuse von Kaiser. Sie ermöglichen den flexiblen Einbau von Geräten mit individuellen Abmessungen wie zum Beispiel Steuereinheiten für die Gebäudeautomation oder auch Notbeleuchtungen in Fluchtwegen. Die Universaleinbaugehäuse sind auch als Leergehäuse zur Reserve für zukünftige Installationen geeignet, wenn beim Betonieren bewusst Optionen für die spätere Ergänzung oder Nachrüstung der Elektroinstallation offen gehalten werden sollen. Sie stehen standardmäßig in mehreren Varianten mit Öffnungsmaßen bis 344 x 234 mm zur Verfügung.

Neben der Flexibilität ist vor allem die optisch ansprechende Integration von Licht- und Beschallungskomponenten in Betondecken und -wänden wichtig. Sowohl das Halox- als auch das Kompax-System haben Frontteile mit Elastomerdichtung für konturscharfe Deckenausschnitte in Sichtbeton. Fest auf der Schalung montiert, verhindern sie das Unterfließen mit Beton, Verfärbungen oder das Aus-sanden und garantieren exakte Abschlüsse und ein sauberes Erscheinungsbild.

Alle Einbaugehäusesysteme stehen auch mit Mineralfaser-Frontteilen zur Verfügung. Hierdurch werden variable Ausschnitte ermöglicht. Die sichere Gerätebefestigung erfolgt durch Hinterklemmen in der Installationsöffnung oder durch Verschrauben in der Mineralfaserplatte.

Wenn es darum geht, Beleuchtungskörper planar – also exakt deckenbündig ohne überstehenden Abblendring – in die Betondecke zu integrieren, wird durch Einsatz von Mineralfaserplatten die Möglichkeit geschaffen, dass in diese der Montagering der Leuchte bündig befestigt und in diesen die Leuchte exakt deckenbündig integriert werden kann.

Mit dem System für die Werksfertigung lassen sich sowohl bei Halox-P als auch bei Kompax die Einbauöffnungen in industriell vorgefertigten Plattenelementen genau fluchten. Aufgrund der Gehäusegeometrie werden Verlegetoleranzen ausgeglichen, die beim Verlegen dieser Elemente auf der Baustelle entstehen können. Sogar nachträglich kann das System Halox noch durch Kernbohrungen in Platten- oder Massivdecken installiert werden.

Natürlich haben Elektroinstallationen auch technische Anforderungen hinsichtlich Brandschutz und Energieeinsparung zu erfüllen. Die Feuerwiderstandsklasse von Betondecken und -wänden wird jedoch durch die Kaiser-Einbaugehäusesysteme kaum beeinträchtigt. Bei den Systemen Halox und Kompax ist in Brandschutzdecken- und wänden bis F30 keine Beschränkung des Achsabstandes zu beachten, bis F90 muss der Achsabstand mindestens 1 m bzw. 1,3 m betragen.

Hier ist eine zusätzliche Bewehrung erforderlich. Die minimale Decken- und Wandstärke unterscheidet sich je nach verwendetem Gehäusesystem und der einzuhaltenden Feuerwiderstandsklasse (s. Bild oben links). Auch unter energetischen Aspekten sind die Systeme gut für die Geräteinstallation geeignet. Im Gegensatz zu Einbaugehäusen aus Metall ist ihre Reflexion der von den installierten Leuchten oder Lautsprechern abgegebenen Wärme deutlich geringer, mit positivem Effekt für Wirkungsgrad und Lebensdauer der Einbaugeräte. Speziell für die technische Anlagenplanung und die Auswahl der geeigneten Gehäusesysteme hat Kaiser die Planungssoftware K.sys für CAD-Systeme entwickelt. Sie schafft Planungssicherheit und hilft, für jeden Anwendungsbereich das passende Produkt auszuwählen, lässt im Idealfall aber auch hier Spielraum für nachträgliche Veränderungen.

Ein nützliches Onlinetool ist darüber hinaus die Hersteller-Zuordnung, eine Datenbank-gestützte Planungshilfe für Leuchten und Lautsprecher aller führenden Hersteller. Sie berechnet in vier Schritten die optimale Gehäuse-Konfiguration für eine individuelle Produktplanung oder umgekehrt alle kompatiblen Leuchten- oder Lautsprecherfabrikate für ausgewählte Gehäuse.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Einbaugehäusesysteme für den Betonbau sollten höchst flexibel bei Gestaltung und Planung sein und darüber hinaus optisch hochwertige Ergebnisse bei Sichtbeton erzielen. Modular aufgebaute Qualitätseinbaugehäuse mit großzügigen Installationsvolumina schaffen hier Freiräume für den technisch anspruchsvollen, dezenten und sauberen Einbau von Lautsprechern, Leuchten, Gebäudeautomationskomponenten und vielem mehr. Praxisgerechte Softwaretools vereinfachen die Projektplanung.

Hintergrund

Sorgfältige Planung

Installationsräume für den Einbau von Leuchten oder Lautsprechersystemen in Betondecken und -wänden sollten flexible Gestaltungsmöglichkeiten und hohen Verarbeitungskomfort bieten. Darüber hinaus sind zumeist auch zahlreiche bautechnische Anforderungen an Brandschutz oder Energiestandards zu beachten.

Durch sorgfältige Planung und eine bedarfsgerechte Auswahl der Produkte lassen sich auch im Betonbau flexible und zugleich ästhetisch ansprechende Elektroinstallationen wirtschaftlich realisieren. Hilfreich ist dabei eine effiziente Planungssoftware für CAD-Systeme.

Erschienen in Ausgabe: 01/2010