Flexible Büroinstallation

Innentitel Technik

Obo. - Moderne Büros zeichnen sich durch mobile Arbeitsplätze und eine offene hochwertige Raumgestaltung aus. Planer setzen für schnelle Nutzungsänderungen auf flexible Lösungen für die elektrotechnische Versorgung aus Boden, Decke und Wand.

16. Juni 2015

Teamarbeit, vernetzte Kommunikation und beschleunigte Arbeitsprozesse definieren Office-Konzepte neu. Auch die Anforderungen an die Elektroinstallation sind nicht mehr dieselben wie noch vor 20 Jahren, als strukturierte Verkabelungen zum Standard wurden.

Die Entwicklung zeigt: Neu- und Nachinstallationen erfordern flexible Produkte mit ausreichend Reserven. „Viele Parameter spielen in die Planung hinein“, weiß Bernd Scheffer, Produktmanager Leitungsführungssysteme bei Obo Bettermann.

„Die Innenarchitektur von Büros ist hochwertiger geworden. Bodentiefe Fenster, Designvorgaben, Ergonomie – all dies beeinflusst die Projektierung der Leitungsführung und Anschlusstechnik“, fährt er fort.

Ideal für temporäre Arbeitsplätze und schnelle Nutzungsänderungen sind ISS-Installationssäulen, denn sie lassen sich frei in Bürolandschaften platzieren. Versorgt werden sie über Consolidation-Points in abgehängten Zwischendecken oder Hohlraumböden, in denen Zuleitungen für unterschiedliche Stromkreise und Datenanschlüsse geführt werden.

„Plug-and-Play-Lösungen halten den Montageaufwand bei veränderten Nutzungen gering“, erklärt Bernd Scheffer. Je nach räumlichen Voraussetzungen können Planer und Installateure zwischen drei Varianten wählen:

+ Boden-Decken-Säulen mit Spannvorrichtung werden fest zwischen Boden und Decke eingespannt, ohne den Bodenbelag oder die Decke zu beschädigen. Neben den gewünschten Strom- und Datenanschlüssen tragen sie optional auch die Beleuchtung für den Arbeitsplatz. Die Daten- und Energieversorgung erfolgt über das Unterflur-System oder über die Zwischendecke.

+ In vielen europäischen Ländern sind Installationssäulen mit flexiblem Schlauch Standard. Sie werden aus der Decke gespeist und mit einer Bodenplatte stabilisiert. Innerhalb eines festgelegten Radius lassen sie sich frei bewegen.

+ Boden-Installationssäulen mit einer Länge von bis zu 700 mm werden durch ein Unterflur-System versorgt. Sie können am oder unter dem Schreibtisch auf dem Boden montiert werden.

Obo-ISS-Installationssäulen lassen sich mit Schaltern, Steckdosen und Datenanschlüssen konventioneller Programme wie auch mit den Obo-eigenen Modul 45-Systemen bestücken. In verschiedenen Formen und Farben sind sie mit allen Büroeinrichtungen kombinierbar. Mit Modul 45 connect bestückt, bieten sie Nutzern außerdem den Vorteil, kleinere Erweiterungen und Veränderungen ohne großen Aufwand vornehmen zu können.

Geräteeinbaukanäle Rapid 80 ermöglichen in Büros einen schnellen Zugriff auf Steckdosen und Datentechnikelemente an der Wand. Ausführungen in Kunststoff (GK), Stahlblech (GS) und Aluminium (GA) integrieren sich in verschiedene Büroumgebungen.

Das System Rapid 80 bietet maximale Flexibilität, auch wenn es um Umrüstungen geht. Zur Auswahl stehen symmetrische und asymmetrische Kanäle mit jeweils einem oder zwei Installationszügen. Befestigungskonsolen überbrücken Problembereiche wie zum Beispiel Heizkörpernischen.

„Auch Konvektoren können mittels Gitterlamellen ansprechend kaschiert werden“, erläutert Bernd Scheffer und nennt einen wesentlichen Vorteil des modular aufgebauten Sortiments: „Es ist zukunftssicher, denn Erweiterungen sind problemlos möglich. Einheitliche Abmessungen, Radien und Systemöffnungen ermöglichen vielfältige Kombinationen aller Formteile.“

Ist das Ambiente designbetont, verbirgt der GAD-Designkanal mit aufklappbarer Aluminiumabdeckung Stecker, Netzteile und Anschlüsse für Anwesende unsichtbar hinter seiner Abdeckung. Alles, was das System zeigt, ist eine edle, massive Aluminiumfront. Zur optimalen Nutzung des dezenten Kanalsystems bietet sich auch hier der Einsatz der kompakten Modul 45-Einbaugeräte an.

Mit Unterflur-Systemen lassen sich anspruchsvollste Aufgaben der Elektroinstallation in Büro- und Verwaltungsgebäuden bewältigen. Die Menge der Kabel und Leitungen, der Bedarf an Nachinstallationen sowie die Bodenbelastbarkeit bestimmen die Auswahl der Produkte. „Weitere wichtige Kriterien sind der Bodenbelag und die daraus resultierende Pflegeart. Hinzu kommen optische Anforderungen oder bauliche Gegebenheiten, etwa bodentiefe Fenster“, erklärt Ingolf Stiens, Produktmanager Unterflur-Systeme bei Obo.

„Mit dem System Ackermann finden Planer und Installateure für nahezu jedes Anforderungsprofil ein passendes System, das sich nach Bedarf konfigurieren lässt.“

Basis für die Leitungsführung sind verschiedene Grundsysteme, die Obo gemäß den Projektanforderungen bereitstellt: das estrichüberdeckte Kanalsystem EÜK, das estrichbündige System OKA sowie das System 55 für niedrige Estrichhöhen ab 55 Millimeter. Das Aufflur-System AIK ist für die Sanierung von Altbauten die richtige Wahl. Der Ausbau erfolgt mit verschiedenen Geräteeinsätzen oder Kassetten in der klassischen Büroumgebung.

Geräteeinsätze aus Kunststoff werden in der Regel in Teppichböden in der klassischen Büroumgebung eingesetzt. Die Produkte lassen sich mit estrichbündigen und estrichüberdeckten Unterflur-Systemen kombinieren und sind in Doppel- und Hohlböden montierbar.

Für niedrige Estrichhöhen eignen sich spezielle Kunststoffeinsätze mit Modul 45-Einbaugeräten. Bei den Geräteeinsätzen aus Metall stehen Ausführungen mit Schnurauslass und mit Tubus zur Auswahl. Die Tubusvarianten können auch in nass gepflegte Böden integriert werden.

+ Nivellierbare Kassetten ermöglichen den bodenbündigen Einbau von Installationsgeräten. Mit ihrer schmalen Rahmenkante integrieren sie sich unauffällig in edle Bodenbeläge. Ihre hochwertigen Materialien – wahlweise Edelstahl oder Messing – harmonieren sowohl mit Stein und Fliesen als auch mit Terrazzo oder Parkett. Bei hohen Verkehrslasten empfiehlt sich der Einbau von Schwerlastkassetten.

+ Tubuskassetten aus Edelstahl sind für die Nasspflege geeignet. Sie kombinieren designstarke Form mit hochwertigem Material und schützen die Elektroinstallation vor dem Eindringen von Wasser.

+ Entkoppelbare Kassetten tragen überall dort zu einer angenehmen Akustik bei, wo erhöhte Anforderungen an den Schallschutz gestellt werden. Durch die Entkopplung von der Oberkante des Fertigfußbodens wird die Einwirkung des Trittschalls gemindert. Eine von Obo in Auftrag gegebene Studie belegt, dass die Schallübertragung die Anforderungen der DIN 4109 erfüllt. Diese Kassettenart ist auch in Systemböden einsetzbar.

Zur Installation vor Wänden oder bodentiefen Fenstern empfiehlt Ingolf Stiens das OKB-Bürstenleistenkanal-System. Die Einbaugeräte werden dabei in der Kanalstrecke montiert.

Ist das Kanalsystem mit Bodenbelag versehen, bleibt einzig die an eine Schattenfuge erinnernde Bürstenleiste sichtbar. Kabel und Leitungen lassen sich an jeder beliebigen Stelle aus dem Kanalsystem herausführen.

Ist ein komplexes Unterflursystem zu aufwändig, wie etwa in kleineren Büroeinheiten oder im Homeoffice, ist die Bodensteckdose UD-Home eine flexible Option.

Sie lässt sich vor den Estricharbeiten an beliebiger Stelle im Raum montieren. „Kabel und Leitungen werden im Estrich mit Leerrohren bis zur UD-Home geführt. So lassen sich Punkte im Raum versorgen – ohne sichtbare Leitungsführung“, so Ingolf Stiens.

Die Bodensteckdosen vom Typ UD-Home können flexibel mit Strom-, Daten- und Multimediatechnik aus dem umfangreichen Modul 45-Programm bestückt werden. Einbaugeräte der Serie Modul 45 sind dank ihrer kompakten Abmessungen die beste Lösung für die vorgestellten Systeme. So können etwa die schlanken Installationssäulen mit Modul 45 alle benötigten Steckdosen, Schalter, Daten- und Multimediamodule integrieren.

Das Programm komplettiert zudem die Geräteeinbaukanäle Rapid 45 und – mittels Geräteeinbaudose und Abdeckrahmen – auch Rapid 80. Auch bei Unterflur-Systemen sind mit Modul 45-Geräten mehr Installationen auf gleichem Raum möglich als mit weniger kompakten Programmen. Besonders praktisch ist dies bei der bereits erwähnten geringen Estrichhöhe von 55 Millimeter.

„Ein weiteres Highlight sind Steckdosen der Serie Modul 45 connect“, sagt Frank Küsters, Produktmanager Einbaugeräte bei Obo Bettermann. „Ihr Einsatz ermöglicht eine komplett werkzeuglose Geräteinstallation.

Steckdosen und vorkonfektionierte Leitungen werden mit Anschlussadaptern berührungssicher zusammengesteckt“, so Küsters weiter. Zeitintensive Arbeitsschritte, etwa Kabel-Abisolierung oder die Montage von Leitungsanschluss und Zugentlastungen, entfallen. Schnell, sicher und flexibel, eröffnet die Serie innovative Möglichkeiten auch für die Zukunft, weiß Frank Küsters: „Bei einem nachträglichen Umbau im System brauchen nur die Steckverbindungen gelöst zu werden.“

Direkt auf dem Arbeitsplatz lässt sich die praktische Deskbox vom Typ DB anbringen. Sie kann mit Steckdosen, Datentechnik, Überspannungsschutz- und Multimediamodulen individuell bestückt werden.

Die klappbare Deskbox DBK und die versenkbare Säule DBV werden in die Tischplatte eingebaut und ermöglichen eine dezente Versorgung mit Strom und Daten. Neue Varianten bieten zusätzliche Standardausführungen mit HDMI-Anschlüssen, die zunehmend die gängigen VGA-Anschlüsse ersetzen.

„Dank ihrer Anschlussvielfalt eignen sich die vorbestückten Lösungen hervorragend für Besprechungsräume mit Beamern, Fernsehern und weiterem Multimedia-Equipment. Damit sind Strom- und Datenanschlüsse ganz schnell versenkt, weggeklappt oder wieder hervorgezogen“, sagt Frank Küsters. Aufeinander abgestimmte Lösungen tragen zur sicheren Funktion der elektrischen Infrastruktur in Büro- und Verwaltungsbereichen bei.

Für Planer und Anwender bieten sie zudem zahlreiche Vorteile: Sie sind flexibel, wirtschaftlich – und gewährleisten eine einfache Montage auch bei Umnutzungen von Arbeitsbereichen. Ob im Büro, in der Industrie oder im privaten Wohnbereich: Die Daten- und Infrastruktur erhält eine immer höhere Bedeutung. Moderne Leitungsführungs-Systeme ermöglichen die schnelle und formschöne Umsetzung aller Kundenwünsche.

Platzbedarf

Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl der benötigten Kanalgröße ist das Kabelvolumen. Da die Kabel aber nie ganz eng beieinander und absolut parallel liegen, reicht es nicht, bei der Berechnung des Volumens nur den Kabeldurchmesser zugrunde zu legen.

Auch die gängigen DIN/VDE-Normen für den Füllfaktor und die Erwärmung der Kabel sollten beachtet werden. Eine realistische Bemessungsgrundlage liefert die Formel (2r)².

Als Planungshilfe bietet Obo Bettermann in seinen Katalogen eine Auflistung von Durchschnittswerten zum Durchmesser und Platzbedarf der wichtigsten Kabeltypen.

Erschienen in Ausgabe: 04/2015