Funktion folgt der Schönheit

light+building Messenachlese

Schalterwelt. - Nach wie vor sind sie Dreh- und Angelpunkt für die Bedienung und den Anschluss elektrischer Geräte: Schalter und Steckdosen. Hinter den Schalterprogrammen verbirgt sich aber noch weitaus mehr. Wir stellen ausgewählte Messeneuheiten vor.

09. Juni 2016

Auf der Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik in Frankfurt am Main präsentierte Gira zahlreiche Lösungen für mehr Komfort, höhere Sicherheit und einen effizienteren Umgang mit Energie.

Dazu zählt auch das neue Schalterprogramm E3, das die Erfolgsgeschichte im System 55 fortsetzen soll. Im bewussten Kontrast zur geradlinigen, formstrengen Linie E2 setzt dieses Programm auf eine weiche Formensprache. Sanft abgerundete Konturen sowie die Soft-Touch-Oberflächen der Deckrahmen geben so der modernen Gebäudetechnik ein ebenso zeitgemäßes wie sympathisches Gesicht. Dazu passt die eigenständige Farbwelt der Deckrahmen: eine exklusive Kollektion dezenter und warmer Grau- und Brauntöne, die das Unternehmen mit Hilfe des NCS-Farbsystems (Natural Colour System) entwickelt hat. Eine Vielzahl individueller Designvarianten resultiert aus der Kombination von Deck- und Trägerrahmen sowie den Einsätzen in den Farben Anthrazit oder Reinweiß glänzend.

Weil auch dieses Programm für das System 55 entwickelt wurde, bietet es schon heute mehr als 300 Funktionen der intelligenten Gebäudetechnik. Das markante Quadrat mit 55 Millimeter Kantenlänge bildet das Grundmaß aller Einsätze. Es ist gleichsam das Fenster für die Bedienung nicht nur von den heute bereits vorhandenen, sondern auch künftiger Funktionen der Gebäudetechnik.

Damit entspricht das System 55 immer den sich wandelnden Anforderungen des Marktes. Seine Besonderheit resultiert einerseits aus den fünf Farbvarianten der Einsätze zusammen mit den sechs kompatiblen Schalterprogrammen des Herstellers und deren Farb- und Materialvarianten unzählige Kombinationsmöglichkeiten und damit eine maximale Gestaltungsfreiheit –, passend für alle Einrichtungswünsche und jeden Wohnstil. Andererseits fußt das System auf einer stringenten Systemlogik, die trotz der Variationsbreite und hohen Komplexität zu einem schlanken Sortiment führt, das eine effiziente Lagerhaltung und hohe Verfügbarkeit erlaubt. Das neue Programm soll ab Oktober lieferbar sein.

Jung stellte auf der Messe seinen Schalterklassiker LS 990 flächenbündig vor. Mit LS Zero verbindet sich der Schalter stringent mit dem Einbauort. Varianten sind möglich im Möbeleinbau, in Mauerwerk und im Trockenbau: Die Innovation schafft in jeder Montageart eine plane Ebene zwischen Oberfläche und Bedienelement. Dabei überträgt LS Zero die Designkonstanten des Schalterklassikers LS 990 in eine flächenbündige Neuinterpretation, die sich durch eine größtmögliche Reduktion in der Gestaltung auszeichnet. Die Vielfalt der Lösungen ist dabei durchaus beeindruckend. Mit dem neuen Programm wird die Elektroinstallation jetzt auch zum gestalterischen Element im Möbeldesign.

Durch den flächenbündigen Einbau entsteht zwischen Möbel und Schalter ein nahezu fließender Übergang, der in einer harmonischen Symbiose mündet.

Dies eröffnet neue, spannende Möglichkeiten in der modernen Innenarchitektur. Anhand der vom Hersteller vorgegebenen Zeichnungsdaten kann der Möbelbauer millimetergenau arbeiten. Nach dem Fräsen der Ausschnitte folgt im nächsten Schritt das Setzen von handelsüblichen Hohlwanddosen. Anschließend werden die gewünschten Einsätze, die Rahmen und die Abdeckungen flächenbündig montiert. Und dies ist auch in Mauerwerk und Trockenbau möglich. In beiden Einsatzbereichen erschließt sich mit dem Schalterprogramm ein neues Gestaltungspotenzial.

Sowohl in der Mauerwerkmontage als auch beim Einbau in Hohlwänden lässt sich nunmehr eine einmalig harmonisch plane Installation erreichen. Und zwar mit handelsüblichen Gerätedosen sowie einem einheitlich schmalen Rahmen. Darüber hinaus wird mit Hilfe eines speziellen Einputzadapters gleichermaßen Form- und Stoffschlüssigkeit zwischen Einputzadapter und Putzmaterial erreicht. Die Gestaltung der Installation bietet ein Spektrum attraktiver Möglichkeiten. Wahlweise voneinander abgesetzt in Einfachrahmen oder passend kombiniert in Zweifach- oder Dreifachrahmen. Die Farbpalette reicht von Alpinweiß bis zu Les Couleurs Le Corbusier.

Übrigens: Die einzelnen Schritte zur Montage erläutern anschauliche Filme, die man unter jung.de/lszero finden kann.

Merten stellte sein Flächenschalterprogramm D-Life vor. Attraktive Formen und wertige Materialien charakterisieren dieses Programm. Es ist durch eine moderne und dabei zeitlose Gestaltung charakterisiert, die dem Anspruch „Rahmen, die Raum geben“ folgt. Durch die Verbindung eines prägnanten Profils mit einer sehr flachen Anmutung wurde eine Formsprache gefunden, die in Eigenheimen, Bürobauten und Hotels gleichermaßen Akzente setzen soll.

Das Flächenschalterprogramm ist in den Materialien Kunststoff, Glas und Stein sowie Echtmetall erhältlich. Es repräsentiert die Verbindung von modernen Produktionsprozessen mit einem auf Reduktion und Klarheit fokussierten Design. So wurde beim Rahmen des Flächenschalters in allen Varianten bewusst auf einen Mittelsteg verzichtet.

Dadurch berühren sich die Einsätze fast nahtlos und bilden einen harmonischen Gesamteindruck. Das bringt die 71 mal 71 Millimeter große Fläche eines Schalters sehr gut zur Geltung und schafft im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Dimension. Der sich elegant zur Rückseite hin verjüngende Rahmen gibt dabei nicht nur den nötigen Raum, sondern sorgt zugleich für eine flache, nahezu schwebende Anmutung auf der Wand.

Bereits die in hochwertigen Kunststoffen gefertigten Modelle repräsentieren mehr als ein funktionales Gestaltungselement. Mit den Farboptionen Lotosweiß, Edelstahl lackiert, Anthrazit und Sahara lassen sich zeitgemäße Wohn- und Arbeitswelten erschaffen, in denen freundliche, helle Farben dominieren und dunklere Töne als Gegenpol gezielt eingesetzt werden. Durch die Verwendung von Spezialfarben mit changierenden Reflexen und die Einarbeitung von natürlich wirkenden Texturen haben auch die Kunststoffvarianten eine Plastizität und haptische Anmutung, die zum Berühren einlädt.

Durch die Wahl von Rahmen aus Glas und Stein soll dem Bauherren die Möglichkeit gegeben werden, ein ganz persönliches Statement abzugeben. So ermöglichen diese Komponenten die Balance zwischen zeitgemäßer Innenarchitektur und traditionellen, natürlichen Materialien. Moderne Innenausbauten, die auf Stein und Glas beruhen, werden so mit den passenden Schaltern und Dosen aufgewertet.

Neben der sorgfältigen Wahl der Ausgangsmaterialien, etwa beim kunstvoll geschliffenen Schiefer, folgt der Hersteller auch in der Fertigung strengen Maßstäben. So sind die Glaskomponenten farbneutral in Weiß gefertigt und werden damit auch hohen Ansprüchen gerecht.

Im Luxussegment kommt Echtmetall zum Einsatz. Hier greift besonders die Variante Mocca die aktuelle Lieblingsfarbe vieler Top-Designer auf. Ob Büro- oder Wohneinrichtung, Autolack oder Gadget: Die warme Kaffeenote liegt im Trend. Auch die Ausführung Nickel metallic lässt sich mit sämtlichen Einrichtungsgegenständen stilvoll kombinieren und wertet Räume jeder Art deutlich auf. Das gilt auch für Champagner metallic, deren edles Finishing zum klaren Design passt und eine wohltuende Atmosphäre vermittelt. Für mehr Raum- und Wohnqualität sorgt bei diesem Programm auch die nahtlose Integration in die Welt der Gebäudeautomatisierung.

So ist das System kompatibel zu verschiedenen KNX-Einsätzen wie Temperaturregler mit Touch-Display. Über Pluslink können außerdem Funktionen wie die Licht- und Jalousiesteuerung realisiert werden. Per Bluetooth lassen sich mit dem Smartphone Komfortfunktionen von Wohnung oder Büro steuern.

Berker präsentierte auf der Messe unter anderem die Serie Glas polarweiß. Einfachheit, Eleganz, Funktionalität: In der Bauhaus-inspirierten Serie Glas vereinen sich diese Qualitäten auf puristische Art und Weise. Jetzt bekommt der kreisrunde, glasklare Rahmen sozusagen glänzende Gesellschaft: mit der neuen Serie Glas polarweiß. Wurden in der ursprünglichen Version nur die Rahmen aus Glas und die Einsätze aus Kunststoff gefertigt, werden für die Serie Glas polarweiß nun alle Designteile – Rahmen, Endrahmen und Mittelrahmen sowie Mittel- und Abdeckplatte – aus hochwertigem Echtglas gefertigt. Den coolen Effekt erhält das Schalterprogramm durch die weiß lackierte Rückseite.

Die Serien Glas und Glas polarweiß fügen sich in jedes Wohn- und Arbeitsambiente ein – vom Altbau über klassische Architektur bis hin zum modernen Glaspalast. Der Drehknebel ist aufs Wesentliche reduziert und als einziges Element aus Kunststoff gefertigt. Erhältlich ist der neue Schalter mit allen gängigen Funktionseinsätzen im Einfach- oder Zweifachrahmen. Durch abgekantete End- und Mittelrahmen lassen sich auch Mehrfach-Kombinationen realisieren.

Ein elegantes, klassisches Design mit einer zeitlosen Ästhetik und nahezu grenzenlose Einsatzmöglichkeiten in allen Segmenten – vom Wohnungsbau über den Zweckbau und die Hotellerie bis hin zur Objektausstattung wie zum Beispiel im Bereich von Senioreneinrichtungen und Kliniken –, das waren die ambitionierten Zielsetzungen der Entwickler für das neue Schalterprogramm von Busch-Jaeger.

Mit Busch-Balance SI stellt das Unternehmen dem Schalterprogramm Reflex SI nach über 30 erfolgreichen Jahren eine Neuentwicklung zur Seite, die ebenfalls das Zeug zum Klassiker haben soll. Reflex SI bleibt dabei unverändert im Sortiment.

Der Einführung des Programms im vergangenen Jahr gingen umfangreiche Marktstudien und Kundenbefragungen voraus. Das Design wurde inhouse bei Busch-Jaeger entwickelt. Das Programm ist durch ein vornehm zurückhaltendes Erscheinungsbild und klassische Proportionen gekennzeichnet. Eine Formensprache, die sich als Symbiose aus sanften Rundungen und geraden Kanten präsentiert, modern und doch zeitlos, eine Harmonie aus Geradlinigkeit und überspannten Oberflächen. Mit über 200 Funktionen verfügt das Schalterprogramm über dieselbe Funktionstiefe wie zum Beispiel Reflex SI und deckt damit nahezu alle Anwendungsmöglichkeiten in der klassischen Elektroinstallation ab – sowohl im privaten wie auch im gewerblichen Sektor, ebenso im Objektbereich, wenn es zum Beispiel um die Ausstattung von Hotels oder Einrichtungen im Gesundheitswesen geht.

Allein daraus ergibt sich eine universelle Verwendbarkeit, die auch durch die Farbwahl – Alpinweiß (ähnlich RAL 9010) – noch unterstützt wird. Alle Unterputzeinsätze aus den bereits etablierten Schalterprogrammen sind auch mit Balance (55er-Innenmaß) kombinierbar. Dabei reicht das Spektrum von der konventionellen Installation bis hin zur Gebäudesystemtechnik. So lassen sich beispielsweise die vielfältigen Smart-Home-Funktionalitäten von Busch-free@home ebenfalls nutzen. Auch die entsprechenden Systemkomponenten von Busch Welcome, Wave-Line, Audio-World, Infoline, Installationsbus, KNX und Easycare können mit dem neuen Schalterprogramm harmonisch kombiniert werden.

Ein praktisches Detail integrierten die Entwickler in Form einer komfortablen Beschriftungseinheit in das neue Programm: Das Einlegen des Schriftfeldes erfolgt erst nach der Rahmenmontage. Somit ist die Montagereihenfolge sehr gut an die einzelnen Arbeitsabläufe angepasst. Und auch dem Thema Ökologie haben sich die Entwickler gewidmet und setzen dabei auf eine besonders nachhaltige und ressourcenschonende Fertigung. Wir werden uns dem Thema Schalterprogramme noch einmal in einer unserer kommenden Ausgaben widmen, denn natürlich hat es noch sehr viel mehr Neuheiten und Programmerweiterungen gegeben. Die Kreativität der Entwickler und Designer treibt nach wie vor den Markt voran. Daraus ergeben sich gute Chancen für das Elektrohandwerk.

Erschienen in Ausgabe: 04/2016