G&H-Bohrhammer-Test

Dewalt-Bohrhämmer überzeugten G&H-Leser

Im letzten Jahr hatten 50 G&H Leser die Möglichkeit, die neue Bohrhammer-Familie von Dewalt sechs Wochen lang einem Praxistest zu unterziehen. Nach Abschluß des Tests gab es für die Bohrexperten erst einmal Schreibtischarbeit, denn ein umfangreicher Fragenkatalog zur Praxistauglichkeit der Geräte war auszufüllen. Das Ergebnis kann sich für den Hersteller sehen lassen, denn die überwältigende Mehrheit der Tester war mit den Bohrhämmern hochzufrieden.

12. Februar 2004

Die beiden neuen Bohr- und Meißelhämmer in der 2-3 kg-Klasse von Dewalt werden vom Hersteller als kompakt, handlich und einfach zu bedienen eingestuft. Die Modelle D 25303 K und D 25304 K (letzteres verfügt über ein zusätzliches, werkzeuglos austauschbares Schnellspann-Bohrfutter) sind mit Aufnahmeleistungen von 710 Watt und einer hohen Einzelschlagenergie von bis zu 3,1 Joule zum Bohren in Beton und Mauerwerk bis 26 mm sowie für leichte Meißelarbeiten geeignet. Soweit so gut. Doch wie sieht es im harten Arbeitsalltag aus? Stimmen Theorie und Praxis tatsächlich überein?

Das wollte G&H von 50 Testern wissen. Mehr als 20 Fragen waren zu beantworten. Dabei galt es Schulnoten von 1 bis 6 zu vergeben, um eine klare Differenzierung zu ermöglichen.

Gefragt wurde nach Gewicht, Größe, Handlichkeit, der Ergonomie, der Positionierung der Bedienelemente, der Drehzahlregelung, der Schlagfestigkeit und natürlich der Leistung beim Bohren, Hammerbohren und Meißeln. Darüber hinaus fragten wir die Tester nach der Wartungsfreundlichkeit der Maschinen und ihren ganz persönlichen Arbeitsweisen. So wollten wir wissen, ob sie den Tiefenanschlag nutzten, die Werkzeuge einfach zu wechseln waren, unter welchen Platzverhältnissen die Maschinen eingesetzt wurden, wie oft sie im Gebrauch waren, ob die Vibrationen akzeptabel waren, ja selbst ob die Testmannschaft die Bedienungsanleitung gelesen hatte, erweckte unser Interesse. Und last, not least lautete eine Frage, ob das Preis-Leistungsverhältnis stimmte und man die Maschine weiterempfehlen würde.

Die Testergebnisse im Detail

Fangen wir bei der Optik an, dann spielt diese in den Augen der Nutzer allgemein eine eher mittelmäßige Rolle. Die optische Bewertung - auf sie wollten wir dennoch nicht verzichten - der Testgeräte fällt fast durchweg gut bis sehr gut aus. Ausgesprochen wichtig war für die Tester dagegen die Qualitätsanmutung. Sie wird buchstäblich begriffen und gesehen. Das ist wie beim Schließen der Autotür. Im Klang spiegelt sich heute die Zugehörigkeit zur Mittel-, Ober- und Unterklasse wider. Die Dewalt-Maschinen gehören hier eindeutig zur Oberklasse und schnitten im Gesamtergebnis gut bis sehr gut ab. Gleiches gilt für den Service und das verfügbare Zubehör, das exakt auf die Ansprüche der Nutzer abgestimmt ist.

Positiv (mehrheitlich die Noten 1 und 2) wurden die geringen Vibrationen der Maschinen angemerkt sowie die Leistung beim Bohren, Hammerbohren und Meißeln. Das dürfte die wohl bedeutendste Wertung sein, denn letztlich kommt es darauf an, welche Leistung ein Bohrhammer bei seiner ureigenen Tätigkeit entfaltet. Von ihr waren fast alle Tester begeistert, ganz gleich ob Durchbrüche oder das Stemmen von Schlitzen anstanden.

Diese gute Bewertung setzt sich fort, wenn es um das Gewicht, die Balance, die Handlichkeit, die Geräuschentwicklung und die Positionierung der Bedienelemente geht.

Rund 50% der Tester machten von der Möglichkeit Gebrauch, die Meißel in verschiedenen Positionen zu fixieren. Überzeugt waren auch alle (bis auf einen) vom problemlosen Werkzeugwechsel. Beunruhigend ist das Ergebnis der Befragung allerdings, wenn es um das Lesen der Bedienungsanleitung geht. Diese ist zwar ausgesprochen verständlich aufgebaut, wird aber von mehr als einem Drittel der Tester überhaupt nicht zur Kenntnis genommen - ein Ergebnis, das sich auf Fernsehgeräte, Autos und vieles mehr übertragen läßt. Schade, denn die intensive Lektüre von Bedienungsanleitungen - und wenn sie auch noch so verständlich wie jene von Dewalt sind - eröffnet so manchem einen bis dato unbekannten Zusatznutzen und hilft, Fehler zu vermeiden.

Interessant ist auch die Tatsache, daß ein Tiefenanschlag von den meisten Nutzern überhaupt nicht gewünscht wird. Im Handwerk wird offensichtlich nach wie vor mehr nach Augenmaß gearbeitet. Gespalten sind die Tester auch bei der Frage, ob sie eine integrierte Staubabsaugung für sinnvoll halten. Rund ein Drittel hält eine solche Vorrichtung für überflüssig.

Ein wichtiger Faktor bei Bohrhämmern sind natürlich auch der Preis und das Preis-/Leistungsverhältnis. Lediglich einer der Tester wollte die Maschine bei Bedarf weder kaufen noch weiterempfehlen. Alle anderen - und das ist ein außerordentliches Ergebnis - würden die Maschine weiterempfehlen und, sofern heute Bedarf wäre, auch selbst kaufen. In einer der kommenden Ausgaben werden wir einen der Tester besuchen und ihn nach seinen Erfahrungen mit der Maschine fragen. Er gehört nämlich zum Kreis derjenigen, die das Gerät für den eignen Betrieb erworben haben.

Fazit:

Dewalt kann mit den Ergebnissen des G&H Lesertests ausgesprochen zufrieden sein. In der Summe schneiden die Maschinen in der Gunst der Tester mit gut bis sehr gut ab. Dabei ist zu beachten, daß die Testgeräte fast täglich im rauhen Arbeitsalltag im Einsatz waren.

Erschienen in Ausgabe: 01/2004