Gebäude in der Zukunft

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inHaus2. - Ein ganz besonderes Gebäude in Duisburg hat die Produkte und den Service der Marken OBO und Ackermann bewußt auf der „intelligenten Baustelle“ eingesetzt.

10. Juli 2009

Das ungewöhnliche Gebäude feierte Ende 2008 Eröffnung. Mehr als ein Jahr lang kreisten Forschung und Entwicklung um diese intelligente Baustelle mit neuen Materialien und energiesparenden Systemen. In Duisburg werden zukunftsweisende, ständig veränderte und flexible Raumkonzepte für Hotel, Büro, Alten- und Pflegeheime getestet. OBO Bettermann kam mit Produkten seiner in Menden produzierten Marke OBO und der in Gummersbach-Derschlag hergestellten Marke Ackermann zum Einsatz. „In Zusammenarbeit mit der renommierten Fraunhofer-Gesellschaft werden von uns innovative Unterflursysteme und intelligente Arbeitsplatzlösungen erprobt“, so Andreas Bettermann, geschäftsführender Gesellschafter der OBO-Gruppe. Bettermann gehörte bei der Eröffnung des Projektes zusammen mit Ralf Höhler, Leiter Geschäftsfeldentwicklung Cable Management Commercial and Residential, in Duisburg zu den Gästen.

Im inHaus-Innovationszentrum werden beispielsweise neue Modelle für die Betreuung Pflegebedürftiger entwickelt. Technische Lösungen können die Sicherheit älterer Menschen erheblich erhöhen, ohne deren Autonomie zu sehr einzuschränken.

So lassen sich im Pflegeheim der nächsten Generation mit seinen vernetzten Raumsystemen Notfälle automatisch erkennen. OBO Bettermann ist an der elektrotechnischen Infrastruktur solcher Projekte maßgeblich beteiligt.

Die Anwendungspartner, in diesem Fall Spezialisten aus dem Gesundheits- und Altenpflegebereich, entwickeln hierzu zunächst ihre Vorstellungen für die nächste Generation von Gebäude- und Raumsystemen und deren optimalen Anwendungsbereichen. Die Partner von der Herstellerseite entwerfen und realisieren daraufhin in Kooperation mit den Fraunhofer-Instituten entsprechende technische Systemlösungen. Diese werden dann in die Innovationswerkstatt eingebaut und dort unter praxisnahen Bedingungen erprobt.

Nach demselben Prinzip verläuft auch die Zusammenarbeit in den zwei weiteren Bereichen des inHaus2 – Büro und Hotel. Auch hier sind die beiden Marken OBO und Ackermann vertreten. Insbesondere in zwei gemeinsamen Forschungsprojekten mit den Fraunhofer-Instituten.

Das eine betrifft das Thema „Intelligente Arbeitsplatzsysteme“. Hier geht es vor allem um mehr Energieeffizienz am Arbeitsplatz mittels „Green IT“. Durch eine effizientere Nutzung der Geräte am Arbeitsplatz bietet sich im Büro oder im hauseigenen Rechenzentrum ein ausgesprochen hohes Einsparpotenzial. Immer mehr Unternehmen bekunden daher Interesse an diesem Thema. In dem zweiten gemeinsamen Forschungsprojekt dreht es sich nicht um technische Geräte, sondern um deren Nutzer im Büro. Durch optimale Bedingungen am Arbeitsplatz soll die Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

Diesem Ziel wollen die Fraunhofer-Institute und das Unternehmen OBO Bettermann bei ihren Studien zum Thema „Raumklima und Arbeitseffizienz“ näher kommen. Nicht nur an den neuesten Forschungsprojekten, auch an der gesamten Ausstattung des inHaus2 war OBO Bettermann maßgeblich beteiligt. Eine Vielzahl von bewährten Produkten der Marken OBO und Ackermann sind dort im Einsatz. So besteht beispielsweise die gesamte Unterflur-Infrastruktur aus den Unterflursystemen der Unternehmensgruppe.

Diese ließen sich besonders gut in den neuartigen Doppel- und Hohlraumböden des inHaus2 einsetzen. Hier konnten vor allen Dingen die stufenlos nivellierbaren Kassettenlösungen aus dem Bereich Ackermann Cable Management punkten. Zum einen lassen sie sich exakt auf die Höhe des umgebenden Bodenbelags einstellen, zum anderen fügt sich der sichtbare Teil an der Oberseite nahtlos in die hochwertigen Holzböden des Gebäudes in Duisburg ein. Die Umsetzung des inHaus2 wurde erst durch den Erfolg der bereits seit dem Jahr 2001 bestehenden, deutlich kleineren Forschungsanlage auf dem Areal des Fraunhofer-Instituts in Duisburg möglich – das inHaus1.

Es hat seinen Schwerpunkt in Technologie- und Anwendungslösungen für private Wohnhäuser aller Art und für unterschiedliche Immobilien der Wohnungswirtschaft. Auch hier stehen Themen wie die Senkung der Betriebskosten und des Energieverbrauchs, die Schonung der Umwelt, die Erhöhung der Sicher-heit oder eine Steigerung des Komforts im Vordergrund. Umgesetzt wird dies durch Multimedia-Lösungen und Konzepte für die einfache Bedienung der im Haus installierten Technik. Mit der Ausstattung des Unterflursystems war auch hier die Marke Ackermann betraut. Eine Reihe der in inHaus1 entwickelten und erprobten Lösungen sind mittlerweile durch die inHaus GmbH erfolgreich in die Praxisanwendung gebracht worden.

Dennoch sind Fachleute der Ansicht, dass sich die Innovationen bei Gebäuden in den vergangenen Jahrzehnten nicht so dynamisch entwickelt haben wie in vielen anderen Branchen. Diese Situation soll sich durch die Forschungsergebnisse aus dem inHaus2 massiv ändern. Die Energiekrise, die globale Erderwärmung, aber ganz besonders auch neue Anforderungen an eine flexible Nutzung von Gebäuden werden einen massiven Innovationswettbewerb auslösen.

Nordrhein-Westfalen profitiert bereits davon: Die Erkenntnisse aus dem Projekt inHaus2 über die Senkung des Energieverbrauchs in Bürogebäuden halfen beim Neubau des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik. Bis Ende 2011 ist ein Forschungsprogramm von etwa 27 Millionen Euro geplant.

Innovation durch Kooperation für die Erweiterung des In-novationszentrums durch die inHaus2-Forschungsanlage für Nutzimmobilien haben sich insgesamt neun Fraunhofer-Institute unter Leitung des Duisburger Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme zusammengeschlossen.

Sie entwickeln und testen in Kooperation mit System- und Komponentenpartnern aus der Wirtschaft wie beispielsweise Hochtief, T-Systems, OBO Bettermann oder Berker neue technische Systemlösungen für den Nutzimmobilienbereich.

Dazu kommen Anwender, meistens Betreiber von Einrichtungen in den Anwendungsbereichen Wohnen, Büro, Klinik, Pflegeheim und Tagungshotel. Das letzte Glied in der Kette sind Beistellungspartner, die Dienstleistungen oder Produkte für das inHaus-Zentrum kostenlos zur Verfügung stellen. Bei allen Forschungen steht die nutzbringende Anwendung dieser neuen Techniklösungen sehr stark im Fokus. Die neue Forschungsanlage beherbergt auch die Geschäftsstelle des inHaus-Zentrums. Sie steht auf dem 8.000 Quadratmeter großen Gelände des Duisburger Fraunhofer-Instituts in direkter Nachbarschaft zur inHaus1-Forschungsanlage.

Die neue Anlage ist mit 5.200 Quadratmeter Nutzfläche erheblich größer als die inHaus1-Anlage mit nur 250 Quadratmetern.

Die benötigten Fördergelder für dieses ausgesprochen umfangreiche Forschungsprojekt stammen vom Nordrhein-Westfalen-Ministerium für Innovation und Wissenschaft, Forschung und Technologie, der Europäischen Union, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Fraunhofer-Zentrale. Das inHaus-Innovationszentrum wird so zu einem europaweit einzigartigen Standort für die anwendungsorientierte Forschung im Bereich intelligenter Raum- und Gebäudesysteme. Zu den Zielen des erweiterten inHaus-Innovationszentrums zählen die Reduzierung der laufenden Betriebskosten und die Optimierung von Anwendungsprozessen. Bereits in der Errichtungsphase kamen dabei neuartige Verfahren zum Einsatz, die den Bauprozess optimieren sollen.

So erfassten RFID-Tags auf der Baustelle Daten, die eine umfassende, IT-basierte Steuerung der Materialflüsse und Aktivitäten ermöglichten. Weiterhin wurde mit neuartigen Baustoffen wie selbstverdichtendem Beton gearbeitet. Das inHaus-Innovationszentrum bietet durch seine Know-how-Bündelung, sein breites Kooperationsnetzwerk, seine langjährige Erfahrung von Forschung bis Praxisanwendung und durch seine wohl einmalige Ausstattung die zumindest in Europa führende Plattform für marktnahe Innovationen in Wohn- und Nutzimmobilien an.

Um gewerkeübergreifende Raum- und Gebäudesysteme unter Verwendung unterschiedlichster Materialien, Elektronik- und Informationstechnologien realisieren zu können, ist eine ganzheitlich angelegte Verfahrensweise im Entwurfs- und Entwicklungsprozess notwendig. Von neuartigen Materialien, Bautechniken, Elektronikkomponenten bis hin zu Software und Systemlösungen kommt eine durchgängige Integrationsstrategie zum Einsatz. Das zeigt deutlich, wie ernst die Akteure des inHaus-Innovationszentrums es meinen. Und immer noch gibt es eine Brachfläche auf dem Gelände des Fraunhofer-Instituts in Duisburg. Dort könnte einmal das inHaus3 stehen.

Gemeinsam Lösungen finden

An einem Strang zu ziehen, das ist gerade in Zeiten kleinerer Innovationsbudgets und harter globaler Konkurrenz sicherlich eine gute Idee. Im Fraunhofer inHaus-Zentrum bündelt die Fraunhofer-Gesellschaft die Potenziale von neun Fraunhofer-Instituten und über 80 Wirtschaftspartnern für neue Technologie-, Produkt- und Anwendungslösungen in Wohn- und Nutzimmobilien. Hauptziele sind neue Marktchancen für die Wirtschaftspartner, Mehrwerte für Investoren und Anwender und übergreifender Nutzen wie Energieeffizienz, Sicherheit und Umweltschutz. Als Verbindung zum Markt dienen praxisnahe Anwendungslabore für Wohnen, Büro, Service, Hotel, Veranstaltungen, Hospital und Pflegeheim in den Innovationswerkstätten inHaus1 (für Wohnimmobilien) und inHaus2 (für Nutzimmobilien). Wer innovative, aber erprobte Lösungen für ein Modernisierungs- oder Neubauvorhaben sucht, kann die Kompetenz und Erfahrung von inHaus nutzen.

Erschienen in Ausgabe: 01/2009