Gelungene Integration

EIB und professionelle Sicherheitstechnik

Die Gebäude-Systemtechnik auf der Basis des Europäischen Installationsbusses EIB hat sich seit ihrer Markteinführung einen festen Platz in der Elektroinstallation von Gebäuden gesichert. In Deutschland ist der EIB im gehobenen Zweckbau und im gehobenen privaten Wohnungsbau mittlerweile Stand der Technik. ABB Stotz-Kontakt bindet als eines der ersten Unternehmen die professionelle Sicherheitstechnik in den EIB ein.

16. Dezember 2001

Die vom EIB abgedeckten Anwendungen haben sich von der einfachen Beleuchtungssteuerung, bei der anfänglich nur geschaltet und noch nicht gedimmt werden konnte, über die Rolladen-/Jalousiesteuerung bis hin zu komplexen Steuer- und Regelungsaufgaben im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung erweitert.

Auch zu allen am Markt etablierten Systemen für die Gebäudeautomation sind Gateways verfügbar, so daß sich Gebäudesystemtechnik und Gebäudeautomation bei Bedarf sinnvoll ergänzen können.

Neue Möglichkeiten: Integration von Gefahrenmeldeanlagen Bereits in den ersten installierten EIB-Anlagen wurden „alarmnahe“ Anwendungen realisiert, die dem Bewohner zusätzliche Sicherheit boten, wie zum Beispiel die Anwesenheitssimulation. Insbesondere von der Betreiberseite kam dann sehr schnell der Wunsch, den EIB auch direkt für Überwachungsaufgaben einzusetzen. Dieser Wunsch läßt sich heute einfach und bequem in die Praxis umsetzen.

An dem Wohnhaus eines Goldschmiedes mit angrenzenden Verkaufsräumen und Werkstatt werden sehr schnell die verschiedenen Möglichkeiten deutlich, die aus der Integration von Einbruchmelderzentrale und EIB resultieren.

Hohes Maß an Sicherheit im privaten Bereich

Im Wohnhaus wird mittels EIB eine Reihe von Funktionen realisiert, beispielsweise Beleuchtungs- und Jalousiesteuerung, Heizungs-Einzelraumregelung, Überwachung von Stromkreisen, die den Wohnkomfort erheblich verbessern.

Als Einbruchmelderzentrale wird im Wohnbereich, wo in unserem Fall keine VdS-Anerkennung nötig ist, eine mit EIB-Schnittstelle eingesetzt. Die Schnittstelle ist so eingestellt, daß sie bidirektional arbeitet. Das hat zum Beispiel den Vorteil, daß Infrarotmelder oder Reed-Kontakte sowohl von der Alarmanlage als auch vom EIB genutzt werden können.

Beim externen Scharfschalten der Anlage mittels Schlüsselschalter oder berührungsloser Schalteinrichtung wird die Heizung automatisch abgesenkt, die Beleuchtung wird ausgeschaltet und es wird automatisch eine Anwesenheitssimulation gestartet.

Im Falle einer Alarmierung, die über eine Blitzleuchte erfolgt, wird die gesamte Hausbeleuchtung eingeschaltet. Die Alarmierung erfolgt wahlweise extern (über Blitzleuchte und Sirene), intern oder über ein Telefonwahlgerät. Beim Unscharfschalten wird die Heizung wieder hochgefahren, das Treppenhauslicht schaltet sich automatisch ein und die Anwesenheitssimulation wird beendet.

Rauchmelder sind in den Kinderzimmern, im Treppenhaus sowie ein Rauch- und Wassermelder im Hauswirtschaftsraum installiert und auf die Zentrale aufgeschaltet, die bei Bedarf einen internen, technischen Alarm auslöst.

Umfassende Sicherheitsfunktionen sind realisierbar

Gleichzeitig können mittels EIB entsprechende Stromkreise freigeschaltet werden. Spricht der Wassermelder im Technikraum an, wird das Hauptventil automatisch geschlossen.

In der Küche werden bestimmte Stromkreise, zum Beispiel Herd und Kaffeemaschine, mittels eines Strommoduls überwacht, das über den EIB meldet, ob die entsprechenden Geräte bzw. Stromkreise eingeschaltet sind. Damit läßt sich auch der Fehlerstrom in einem bestimmten Stromkreis, zum Beispiel für die Spülmaschine oder Waschmaschine, überwachen. Am Beispiel des Wohnzimmers wird die Mehrfachnutzung von Meldern besonders deutlich. Reed-Kontakte an den Fenstern sorgen bei Scharfschaltung dafür, daß Alarm ausgelöst wird, wenn die Fenster geöffnet werden. Im unscharfen Zustand sorgen sie dafür, daß bei geöffnetem Fenster der Heizkörper auf Frostschutz heruntergefahren wird. Infrarotmelder im Wohnzimmer oder im Treppenhaus lösen bei externer Scharfschaltung ebenfalls Alarm aus. Im unscharfen Zustand dienen sie zur Lichtsteuerung: Betritt jemand bei Dunkelheit den Raum oder das Treppenhaus, wird das Licht wie von Geisterhand eingeschaltet. Ein Paniktaster im Schlafzimmer kann zum einen dazu genutzt werden, im ganzen Haus das Licht abzuschalten und die Jalousien herunterzufahren oder zum andern, im Falle einer bedrohlichen Situation, die gesamte Beleuchtung innen und außen anzuschalten.

VdS-Klasse C für den professionellen Einsatz

Die an das Wohnhaus angrenzenden Verkaufsräume oder die Werkstatt sind zusätzlich mit einer Einbruchmeldezentrale, ebenfalls mit EIB-Schnittstelle, ausgerüstet. Hier ist die Schnittstelle jedoch so parametriert, daß sie nur Zustände der Einbruchmelderzentrale an das Bussystem meldet, jedoch nicht von diesem beeinflußt werden kann.

Dies ist für die VdS-Zulassung, die eine rückwirkungsfreie Verbindung fordert, unerläßlich. Wird die Anlage scharfgeschaltet, kann zum Beispiel die Schaufensterbeleuchtung zeitverzögert heruntergedimmt werden. Entsprechende Meldungen können zum Beispiel auf einem Melde- und Bedientableau im Wohnhaus als Klartext ausgegeben werden.

Erschienen in Ausgabe: 01/2001