Gemeinsam mehr bewirken

Technik

Kooperation. - Siedle, der Spezialist für Gebäudekommunikation, und Jung, der Spezialist für Gebäudesystemtechnik, führen ihre Stärken zusammen. Die Kooperation, die Mitte März startete, bietet nicht nur den Unternehmen, sondern auch dem Fachvertrieb zahlreiche Vorteile.

20. Mai 2015

Im Rahmen der Kooperation bieten Jung und Siedle die gesamte Elektroinstallation aus einer Hand an, vom Schaltersystem über passende Innenstationen und die Gebäudeautomation mit KNX bis zum gesamten Siedle-Sortiment für die Türkommunikation. Inklusive App, der mobilen Videosprechstelle Scope und Systemerweiterungen wie Briefkästen, Zutrittskontrolle und Beleuchtung. Sämtliche Produkte zählen zu den besten im Markt, entwickelt von Premiumanbietern mit höchsten Anforderungen an Qualität, Design und Innovation.

Den hohen Anspruch setzen die Unternehmen unmittelbar um: Zum Start der Kooperation hat Jung die Innenstationen im Schalterdesign komplett auf Siedle-Technik umgestellt; Siedle hat das technische Innenleben als voll kompatible Komponenten des In-Home-Bus-Systems entwickelt. Am Eingang verlässt der Schalterspezialist sich künftig ganz auf das umfassende Programm von Siedle. Im Gegenzug finden die Türsprechanlagen von Siedle Anschluss an die KNX-Gebäudetechnik von Jung. Sämtliche Produkte für die Türkommunikation sind sofort lieferbar.

In der Kooperation, die als „Neue Synergie“ auftritt, treffen sich zwei eigenständige, inhabergeführte Unternehmen auf Augenhöhe. „Eine Zusammenarbeit wie unsere gab es in der Branche bisher nicht“, erläutert Gabriele Siedle. „Synergie bedeutet, gemeinsam mehr zu bewirken als einzeln. Unsere Produktportfolios ergänzen sich zu einem sehr breiten Sortiment, beide Unternehmen können künftig ganzheitlich anbieten.“ Und das biete enorme Vorteile für den Markt, so Harald Jung: „Die Forderung nach dem Zusammenspiel von Gebäudekommunikation und Gebäudesystemtechnik begegnet uns immer häufiger.“ Im wichtigen Projektgeschäft beispielsweise. Dort wird anspruchsvolle Gebäudekommunikation verlangt, häufig in Kombination mit einer KNX-Gebäudeautomation. Bisher konnte keiner der beiden Hersteller die gesamte Nachfrage bedienen. Die Kooperation ermöglicht gestalterische und technische Gesamtlösungen in hoher Qualität und Vielfalt. Auch gemeinsame Entwicklungen seien denkbar, erklärt Gabriele Siedle: „Unsere Synergie ist neu, aber noch lange nicht ausgereizt.“

Für die Kooperation hat Siedle, bisher nicht als OEM-Hersteller aktiv, eigens eine Submarke entwickelt: Die Siedle Systemtechnik. Das neue Markenzeichen kennzeichnet Produkte, die nicht von Siedle stammen, aber voll kompatibel mit der Siedle-Technologie sind. „Damit funktionieren die Innenstationen von Jung mit allen In-Home-Anlagen von Siedle“, erläutert Harald Jung, „sogar in der Nachrüstung“. Und das ist ein entscheidender Vorteil nicht nur für Endkunden, sondern auch für das Handwerk. Kundenwünsche nach Innenstationen im Schalterdesign können nun erfüllt werden – sondern vom Spezialisten, der sich auf Schalter bestens versteht.

Umgekehrt lassen sich die Schaltersprechstellen in Siedle-Bus-Anlagen einbinden. Gleichzeitig erhält die Gebäudekommunikation von Siedle Anschluss an die KNX-Gebäudesystemtechnik von Jung. Die Verbindung der beiden Welten erfolgt über LAN, Schnittstelle ist das Smart Gateway von Siedle. Die Visualisierung auf den Jung-Panels leistet das virtuelle Haustelefon von Siedle. Sobald ein Türruf eingeht, öffnet sich das virtuelle Haustelefon auf den Panel-PCs. Diese Anbindung ist voraussichtlich ab Juni 2015 verfügbar. Die Jung-Panels mit kapazitivem Touch sind in drei Displaygrößen erhältlich. Wer den In-Home-Bus beherrscht und Technik von Jung installieren kann, zieht sofort Nutzen aus der Synergie. Denn mehr braucht er nicht zu wissen.

Die Abläufe sind die gleichen, alle Geräte sind in die relevanten Planungs-Tools, Programme und Handbücher eingebunden, auch im Siedle-Online-Konfigurator, der ab sofort auch auf der Website von Jung zur Verfügung steht. Mit dem Online-Tool lassen sich komplette Türsprechanlagen Schritt für Schritt aus einer Hand planen, kalkulieren und visualisieren. Inklusive der Innenstationen von Jung. Und ohne spezielle Kenntnisse oder Schulungen. Mit dem Start der Kooperation Mitte März waren sämtliche Vertriebsmitarbeiter bestens vorbereitet. Sie kennen die Produkte, die Technik und die Vorteile des Kooperationspartners im Detail und erstellen in Zukunft Angebote für gemischte Systeme.

Und der Service endet nicht nach der Inbetriebnahme. Beide Unternehmen haben auch die After-Sales-Services genau definiert. Im Bereich Türkommunikation übernimmt grundsätzlich Siedle, im Bereich KNX Jung. Auch für Garantie- und Kulanzfragen haben die beiden klare Regelungen getroffen.

Erschienen in Ausgabe: 03/2015