Gesetzeskonforme Entsorgung

Technik Licht

Lightcycle. - Bereits 2012 hat Lightcycle im Pilotprojekt mit der Avacon AG, die zum Eon-Konzern gehört, Abläufe zur einfachen Leuchtenentsorgung entwickelt. g+h hat mit Frank Haufe, verantwortlich für alle Verträge im Bereich Abfallentsorgungsdienstleistungen, über die Kooperation mit Lightcycle gesprochen.

30. September 2013

Die Lightcycle Retourlogistik und Service GmbH hat sich als Rücknehmer ausgedienter LED- und Gasentladungslampen einen Namen gemacht. Seit Anfang des Jahres bietet das Münchner Unternehmen auch die Rücknahme von Leuchten an. Laut Elektrogesetz hat der Entsorgungspflichtige, zum Beispiel der Elektrohandwerker, die Altgeräte oder deren Bauteile nach §11 zu behandeln und nach §12 zu entsorgen sowie die Kosten dafür zu tragen. Als von den Herstellern beauftragter Dritter übernimmt Lightcycle den kompletten gesetzeskonformen Entsorgungsvorgang. Mit Avacon hat man einen geeigneten Partner für dieses Vorhaben gefunden: Der regionale Netzbetreiber in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bietet Kommunen Dienstleistungen wie die Errichtung, die Instandhaltung und den Rückbau der Straßenbeleuchtung an. Ausgediente Lampen und Leuchten gehören zum Tagesgeschäft von Frank Haufe, Referent im Einkauf und verantwortlich für alle Verträge im Aufgabenbereich Abfallentsorgungsdienstleistungen bei der Avacon AG.

Herr Haufe, wie kam dieses Pilotprojekt mit Lightcycle zustande?

Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren mit Lightcycle zusammen. Anfangs mit der Entsorgung anfallender Leuchtmittel, wie beispielsweise Kompaktleuchtstofflampen und Leuchtstoffröhren: Die bauen wir bei der Wartung unserer eigenen Anlagen aus, übernehmen diese Dienstleistung aber auch für Dritte im Rahmen sogenannter Straßenbeleuchtungswartungsverträge. Lightcycle bietet uns dort einen einheitlichen Entsorgungsweg an. Für uns waren aber nicht nur die Leuchtmittel, sondern auch die Leuchtköpfe ein Entsorgungsthema. Also haben wir mit Lightcycle über das Thema gesprochen.

Welche Vorteile bringt Ihnen die Zusammenarbeit bei der Leuchtenentsorgung?

Wir haben für alle unsere Betriebe jetzt einen einheitlichen Entsorgungsweg. Und in der Außendarstellung können wir zeigen: Wir haben einen Entsorger, der alle relevanten Vorschriften einhält und für die sichere Entsorgung da ist. Dieser Aspekt findet auch bei Ausschreibungen zunehmend Berücksichtigung, also wenn wir uns um einen Straßenbeleuchtungswartungsvertrag bewerben.

Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?

Bei Wartungsarbeiten, Störungen oder wenn auf effizientere LED-Lampen umgestiegen werden soll, tauschen wir die Leuchtmittel aus. Die defekten Lampen sammeln wir an den Betriebsstandorten in Euro-Gitterboxen, versenden sie dann zu unserem Zentrallager, von wo aus sie wiederum abrufweise von Lightcycle abgeholt werden. Hierfür haben wir einen Rahmenvertrag abgeschlossen.

Und bei Leuchten?

Da läuft es aufgrund der Bauform – sprich: der Größe der Leuchtköpfe – etwas anders. Typisch ist zum Beispiel, dass eine Kommune die Straßenbeleuchtungsanlagen mehrerer Straßenzüge modernisieren möchte. Wir planen diesen Austausch und stellen die neuen Technologien bereit. Unsere Monteure sammeln dann vor Ort die alten Leuchtköpfe. Dafür lässt Lightcycle einen verschließbaren Container direkt an die Baustelle liefern – und beauftragt ein Beförderungsunternehmen, ihn wieder abzuholen.

Wie kommunizieren Sie mit Lightcycle?

Das ist sehr unkompliziert: Wenn wir wissen, dass wir Leuchtköpfe austauschen werden, schicken die Projektleiter vor Ort vorab ein Fax an Herrn Dieter Dönges vom Lightcycle-Vertrieb mit allen Daten inklusive dem Ort, wo der Container aufgestellt werden soll. Unsere Leute haben also nur einen Ansprechpartner und müssen nicht mehr direkt mit verschiedenen Beförderungsunternehmen in Verbindung stehen.

Wie viele Leuchtköpfe fallen bei so einer Austauschaktion an?

Das können mehrere hundert sein, die je nach Material und Bauweise ein bis fünf Tonnen wiegen. Wir können Lightcycle aber auch schon kontaktieren, wenn wir deutlich weniger Leuchtköpfe ausbauen. Werden bei Störungsfällen nur zwei oder drei Leuchten ausgetauscht, sammeln wir diese im von Lightcycle bereitgestellten Container bei uns auf dem Betriebshof. Seit Beginn unserer Zusammenarbeit hat Lightcycle insgesamt 25 Tonnen Leuchtköpfe für uns entsorgt.

Wissen Sie, was nach der Abholung mit den Leuchtköpfen passiert?

Ja, klar. Wir bekommen von Lightcycle Wiegenachweise über die übernommenen und verwerteten Materialien. Generell haben nachhaltige Entsorgungsströme in unserem Unternehmen einen hohen Stellenwert. Wir haben uns deshalb auch bei einem Zerlegebetrieb vor Ort, der für Lightcycle arbeitet, die Chargen angesehen, um zu erfahren: Was passiert denn mit unserem Material? Letzter Schritt ist, dass wir von Lightcycle einen Betrag gutgeschrieben bekommen.

Das heißt, die Entsorgung der Lampen und Leuchten kostet sie nichts?

Genau. Recycling wird ja auch bei Produkten, bei denen das früher gar nicht in Frage kam, immer interessanter. Die offene Buchhaltung bei Lightcycle bedeutet, dass der Verwertungsbetrieb mit Lightcycle den Marktpreis der gelieferten Materialien verrechnet. Das wird dann nach Abzug der Kosten an uns weitergegeben. Der Erlös für die Weitervermarktung der Sekundärrohstoffe hängt von der Qualität, der Homogenität und der Menge der Leuchtköpfe ab.

Als Erfahrung aus dem Pilotprojekt – was würden Sie E-Handwerkern und anderen Dienstleistern empfehlen?

Abfall- und Umweltrecht sind recht kompliziert, aber es lohnt, sich damit auseinanderzusetzen, sich zu vernetzen und das Wissen über die Entsorgung zu sammeln. E-Handwerkern kann ich Lightcycle als Partner nur empfehlen. Ich tue das übrigens auch bei uns im Konzern, wenn wir uns im Arbeitskreis der zuständigen Einkäufer treffen. Dort habe ich das Pilotprojekt als Best Practice vorgestellt.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Haufe.?

Ansprechpartner

Lightcycle-Vertrieb Nord:

Dieter Dönges, Tel.: 05721 936-109,E-Mail: d.doenges@lightcycle.de

Lightcycle-Vertrieb Süd:

Jörg Werstat, Tel.: 0911 2419-354,E-Mail: j.werstat@lightcycle.de

Erschienen in Ausgabe: 06/2013