Hohe Kosten sparen

Sammelschienensystem. Mit ihrem Sammelschienensystem stellt Rittal eine ausgesprochen wirtschaftliche Lösung vor. Die Innovationen für den Schaltanlagenbauer stecken im Detail.

21. Februar 2006

Modulare Komponenten, flexibler Aufbau und einfache Montage sind die Grundprinzipien, die sich in allen Bereichen des Sammelschienensystems Ri-Line 60 wieder finden. Ziel der Entwicklung war es, Zeit und damit Kosten bei der Montage zu sparen. Die geringe Anzahl an Zubehörteilen beschränkt außerdem die Lagerhaltung. Für Flachkupferschienen gibt es einen Sammelschienenhalter, der durch eine integrierte Querschnittanpassung für unterschiedliche Dimensionen von 15 mm x 5 mm bis 30 mm x 10 mm passt, ohne dass dazu zusätzliche Teile notwendig wären. Ein Schieber sorgt für den Höhenausgleich bei 5-mm-Schienen. Ein integrierter Arretierungsblock nimmt automatisch die Breitenanpassung von 15 mm bis 30 mm vor. Die patentierten Kupferschienen im so genannten PLS-Format lassen sich schnell und einfach montieren. Dafür sorgt ein neuartiges Riegelsystem. Zu den Besonderheiten der Neuentwicklung gehören auch Bohrschneidschrauben und unverlierbare Teile. Mit Flachkupferschienen und Schienen im PLS-Format lassen sich Anwendungen mit bis zu 1.600 A flexibel realisieren.

Die Bodenwanne garantiert zusammen mit Schienen- und Endabdeckungen rundum einen optimalen Berührungsschutz. Auch hier ist die Montage wieder sehr einfach: Das Abdeckprofil kann individuell abgelängt werden und lässt sich einfach auf die Bodenwanne aufrasten. Die Endabdeckungen werden direkt an den Sammelschienenhaltern befestigt. Anschlussadapter für das System gibt es in sechs abgestuften Baugrößen, die Stromstärken von 63 A bis 1.600 A abdecken. Alle Adapter sind wahlweise mit Durchschleiffunktion erhältlich. Bis zu Leiterquerschnitten von 300 mm² haben die Anschlussadapter Rahmenklemmen in Einschraubentechnik. Mit den Varianten für lamelliertes Flachkupfer sind Ströme bis 800 A bzw. 1.600 A möglich. Die Abdeckungen für die Anschlussadapter verfügen über eine Verriegelung, bei denen über einen Schieber eindeutig die Verriegelungsstellung angezeigt wird. Die Abdeckungen ermöglichen eine Schutzart von IP2X.

Bei den Geräteadaptern für das Schienensystem stehen zwei Montagemöglichkeiten zur Auswahl, die mit One-Move- bzw. One-Turn-Adapter bezeichnet werden. Die One-Move-Adapter werden mit herkömmlicher Aufrasttechnik auf den Schienen befestigt.

Die One-Turn-Adapter werden oben in das Bodenwannenprofi l eingehängt, das dazu mit einer Aluminiumschiene verstärkt werden muss. Der Geräteadapter wird dann auf das Schienensystem geklappt und eingerastet. Der große Vorteil dieser Variante sind die aufgrund der Hebelverhältnisse deutlich geringeren Kräfte, die zur Montage notwendig sind. Für den Geräteanschluss gibt es verschiedene Möglichkeiten, unter denen der Anwender wählen kann. Die einfachste und klassische Art sind serienmäßig montierte Anschlussleitungen, die in den Größen AWG12, AWG10 und AWG6 angeboten werden. Neu ist die Anschlussmöglichkeit über flexible Zugfederklemmen, die bei der Montage deutlich Zeit einsparen. Auch hier gibt es zwei Varianten für Leiter bis 6 mm2 Querschnitt für Ströme bis 32 A und für Leiter bis 16 mm2 Querschnitt für Ströme bis 65 A. Die Premiumausführung lässt sich besonders schnell aufbauen. Über eine Steckbuchse und einen Abgangssteckerblock lassen sich drei Haupt- und acht Hilfsleitungen anschließen.

Bei der Basisausführung erfolgt der Geräteaufbau direkt auf den Geräteadaptern. Statt dieser kostengünstigsten Lösung kann der Anwender jedoch einen Tragrahmen verwenden, mit dem sich im Servicefall das Gerät zusammen mit dem Tragrahmen einfach vom Geräteadapter trennen lässt. Dadurch können Stillstandszeiten durch Geräteaustausch deutlich verkürzt werden. Auch wenn das Gerät mit dem Tragrahmen abgenommen ist, deckt der Geräteadapter die Sammelschienen stets berührungssicher ab. Dadurch wird ein Geräteaustausch auch im laufenden Betrieb jederzeit problemlos möglich. Leistungsschalter werden mit den so genannten CB-Adaptern befestigt. Diese passen für alle marktgängigen Varianten bis 630 A. Auch hier geht die Montage schnell und einfach. Verwendet wird dabei das neue Nutensteinkonzept. Der Nutenstein wird problemlos am Schaltgerät montiert, das so vormontierte Gerät in die entsprechende Führungsnut geschoben und anschließend mit einem steckbaren Endanschlag gesichert. Dadurch entfällt das oftmals umständliche Suchen nach Gewindedurchzügen und man spart Zeit.

Die Varianten

Für Varianten bis 250 A werden Rahmenklemmen verwendet. Bei der Ausführung bis 630 A ist der Anschluss über einen soliden Gewindebolzen realisiert. Die Kontaktbahnen sind komplett in das Adaptergehäuse eingebettet, wodurch eine hohe Sicherheit und Kurschlussfestigkeit gewährleistet wird. Alle maßgeblichen Kunststoffteile des Sammelschienensystems sind halogenfrei und gewährleisten ein Brandverhalten gemäß UL 94-V0. Das sind nur einige der Spezialitäten des Systems, die das Know-how widerspiegeln.

Erschienen in Ausgabe: 01/2006