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OBO Bettermann eröffnete Südosteuropa-Zentrale in Ungarn

Die Eröffnung der modernen Südosteuropa-Zentrale von OBO Bettermann am 15. September dieses Jahres stellt einen weiteren Schritt im Rahmen der Internationalisierung des Mendener Unternehmens dar. Schon 1994 hatte Ulrich L. Bettermann in Ungarn investiert und war so zum Vorreiter einer Entwicklung geworden, die das Land immer stärker in den Kreis der EU einbeziehen wird. Nicht zuletzt deshalb erwiesen der ehemalige ungarische Botschafter in Deutschland, Dr. István Horváth und der ebenfalls außer Diensten stehende Außenminister Prof. Dr. h.c. Hans-Dietrich Genscher der Veranstaltung ihre Ehre. Die Terroranschläge in Amerika rückten das osteuropäische Engagement in einen noch größeren politischen und wirtschaftlichen Kontext.

21. Januar 2002

Konsequent betreibt Ulrich L. Bettermann die internationale Ausrichtung seines Unternehmens seit 1986. In diesen Jahren wurde das Unternehmen von Philadelphia bis Peking, von Helsinki bis São Paulo global positioniert. 1994 markierte mit der Gründung der OBO Hungary Kft den Weg in die osteuropäischen Märkte. Bettermann erwarb rund 200.000 Quadratmeter Gewerbepark in Bugyi bei Budapest, denn hier soll für das Unternehmen in Fertigung und Vertrieb die Drehscheibe im süd- und osteuropäischen Warenverkehr entstehen.

Rund 30 Mio. DM hat Bettermann bis dato investiert. Schon jetzt sind 360 (in zwei Jahren sollen es 550 werden) Mitarbeiter auf 34.000 Quadratmetern Produktions-, Logistik- und Bürofläche tätig. Eine Verzinkerei wird im kommenden Jahr ebenfalls dazukommen. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von rund 12 Mio. DM angestrebt.

Soziale Verantwortung tragen

Warum Ulrich L. Bettermann sich entschlossen hatte, in Ungarn zu investieren, läßt sich aus seinem wirtschaftspolitischen Selbstverständnis leicht ableiten, denn für ihn bedeutet Globalisierung stets auch soziale Verantwortung. Nicht zuletzt deshalb hat er in Deutschland rund 100 Ungarn ausbilden und schulen lassen, damit diese ihr Knowhow zurück in die Heimat bringen, um im eigenen Land ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung zu leisten.

Ulrich L. Bettermann ist der festen Überzeugung, daß ein gemeinsames Europa preiswerter sei als der kalte Krieg - und dem mag man zustimmen. Ungarn hat für ihn darüber hinaus eine besondere Bedeutung. In seiner Eröffnugsrede hob er denn auch die Verdienste Ungarns im Zuge der deutschen Wiedervereinigung hervor.

Aber auch angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Land sei es, so Bettermann, der richtige Schritt gewesen, hier zu investieren. „Ungarn wird sicherlich eines der ersten Länder des ehemaligen Ostblocks sein, das in die EU aufgenommen wird“, betonte er in diesem Zusammenhang.

H.-D. Genscher: Architekt Europas

Hier konnte auch der ehemalige ungarische Botschafter in Bonn, Dr. István Horváth, nur beipflichten. Er strich in seinem Rückblick auf die Biographie Hans-Dietrich Genschers dessen Rolle als „Architekt Europas“ heraus. In den europäischen Kontext rückte dann der als Gastredner angereiste Hans-Dietrich Genscher die Investitionen Bettermanns. Sie bewiesen, daß auch mittelständische Unternehmen fähig seien, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten, konstatierte er.

Es sei mutig von Ulrich L. Bettermann gewesen, schon so bald nach dem Fall der Mauer, den Marktauftritt in Osteuropa gewagt zu haben. „Wir haben damals gehofft, daß die Unternehmen bereit sein würden, den kühnen Schritt zu tun, um zur Einigung Europas ihren Beitrag zu leisten“, unterstrich er noch einmal. Unternehmer wie Bettermann sähen mehr als Gewinnmaximierung, sie trügen ganz bewußt politische und soziale Verantwortung auf ihren Schultern.

Angesichts der aktuellen politischen Ereignisse unterstrich Genscher dann noch einmal die künftige Rolle der „Schicksalsgemeinschaft Europa“. Damit Europa zusammenwachse, sei es erforderlich, für einen wirtschaftlichen Ausgleich zu sorgen. Deshalb trügen Investoren nicht nur unternehmerische sondern auch eine soziale Verantwortung.

Als Dank für seine Verdienste überreichte Ulrich L. Bettermann seinem Freund Hans-Dietrich Genscher die aus 18karätigem Gold bestehende Bettermann-Nadel, die vor Genscher bereits Michail Gorbatschow erhalten hatte.

Erschienen in Ausgabe: 11/2001