16. JANUAR 2019

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Statt Smarthome „Das intelligente Zuhause“


TItel

Hager. - g+h sprach in Blieskastel mit Achim Jungfleisch, Leiter Marketing Deutschland, und dem Leiter Kommunikation, Stephane Routchenko, über die neue Kommunikationsstrategie des Unternehmens.
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Im Zeitalter des Smartphones spricht jedermann mittlerweile auch vom Smarthome. Welchen Grund gibt es für Hager, jetzt plötzlich „das intelligente Zuhause“ zu kommunizieren?

A. Jungfleisch: Wir haben dieses Thema sehr lange und intensiv in unserem Unternehmen diskutiert. Hager hat den Anspruch, ein umfassendes Lösungsangebot für den Wohn-und Zweckbau zur Verfügung zu stellen; deshalb liegt es natürlich nahe, diesem Anspruch in unserer Kommunikation auch einen entsprechenden Auftritt zu verleihen, ihm sozusagen ein Gesicht zu geben. Smarthome lag während der Diskussion natürlich auf der Hand.

Ein Begriff, für den Sie sich dann aber letztendlich nicht entschieden haben.

Richtig, erstens weil er aus unserer Sicht mittlerweile ein wenig abgenutzt erscheint und zweitens in den Köpfen mit Inhalten verbunden wird, die nicht mit unseren Ansprüchen korrespondieren. Es beginnt damit, dass einige der Überzeugung zu sein scheinen, man könne etwas mit dem Stempel „Smarthome“ – salopp formuliert – besser verkaufen. Ebenso falsch ist die Assoziation vieler Menschen, dass Smarthome eine komplexe und komplizierte Technik beinhalten muss letztlich also ein voll automatisiertes Gebäude darstellt. Beides ist es unserer Überzeugung nach nicht. Deshalb haben wir uns für „das intelligente zuhause“, das wir aus Gründen der Kommunikation bewusst in dieser Schreibweise publizieren, entschieden.

Worin unterscheidet es sich vom Smarthome?

Ein intelligentes Zuhause hat nach unserem Verständnis einen viel breiteren Ansatz. Es beginnt mit dem Zählerschrank, der heute mit vielen neuen Funktionen ausgestattet sein kann und unter dem Begriff Technikzentrale viel besser zu begreifen ist. Darüber hinaus gehören viele einfach zu installierende Funktionen wie Bewegungs- oder Präsenzmelder dazu. Uns geht es in der Kommunikation auch darum, solchen Techniken, die jeder Elektroinstallateur umsetzen kann, eine größere Verbreitung zu ermöglichen. Darüber hinaus zählt natürlich auch die Netzwerktechnik dazu und selbstverständlich auch eine KNX-basierte Gebäudesystemtechnik. Wir möchten also dieses Lösungsangebot für die Elektrotechniker unter eine für jedermann verständliche „ Überschrift“ stellen. Das intelligente Zuhause ist kein vorgefertigtes Installationskonzept für ein Gebäude, es entsteht vielmehr aus dem Beratungsgespräch mit dem Kunden heraus. Unsere Rolle sehen wir vornehmlich darin, die Basis dafür zu schaffen, gemeinsam mit unseren Partnern aus dem Elektrohandwerk von einem solchen Konzept zu profitieren und dem Bauherrn gleichzeitig ein zukunftsweisendes intelligentes Zuhause zu bieten.

Um dieses Ziel zu erreichen, tritt die Technik bewusst in den Hintergrund?

S. Routchenko: Ja, mit dem intelligenten Zuhause sprechen wir eher die Gefühlswelt an. Der Unterschied zwischen emotionsloser Technik und einem komfortablen Heim lässt sich gerade durch diese Wortwahl deutlich machen. Zunächst ist ein Gebäude nicht mehr als eine Infrastruktur. Der Bauherr oder Bewohner erwartet von einem Ausstatter zunächst, dass er ihm die beste Technologie bereitstellt; das ist selbstverständlich auch unsere Aufgabe. Wir gehen aber einen Schritt weiter, denn für uns steht das Lebensgefühl im Mittelpunkt. Ein Gebäude ist mehr als Infrastruktur; es wird erst dann zu einem Haus, wenn es jemand bewohnt. In Gebäuden leben Einzelpersonen, Familien, ältere und jüngere Generationen, man führt sein Familienleben, übt dort seine Hobbys aus und arbeitet in ihnen. Insofern sind mit einem Gebäude natürlich auch sehr viele Lebensgefühle verbunden. Das ist der Hauptgrund, warum wir vom intelligenten Zuhause sprechen. Smart allein genügte uns nicht, weil intelligent für jeden viel verständlicher und darüber hinaus deutsch ist. Intelligenz steht einerseits für die Verknüpfung und andererseits für die freie Wahl. Die Intelligenz in einem Gebäude steigt mit der Anzahl möglicher Verknüpfungen. Diese Verknüpfungen sehen wir nicht als Zwang, sondern vielmehr als Wahlmöglichkeit, also die Freiheit zu entscheiden, welche Optionen ich als Bauherr in meinem Gebäude wahrnehmen möchte und die Freiheit für den Elektrotechniker, welche Funktionalitäten er seinen Kunden anbietet.

Ein intelligentes Zuhause muss also keineswegs alle Funktionen, die moderne Elektroinstallationstechnik bietet, zwingend nutzen. Wird damit auch die bislang geläufige Vorstellung korrigiert, dass ein intelligentes Gebäude immer auch Bustechnik beinhaltet?

A. Jungfleisch: Exakt, ein intelligentes Zuhause muss nicht zwingend mit einer KNX-Anlage ausgestattet sein; kann es aber selbstverständlich, wenn die Ansprüche des Bauherrn dies erforderlich machen. Wir spannen das Thema heute viel weiter und beschäftigen uns hier auch mit vielen anderen Bereichen, die beispielsweise aus dem Energiewirtschaftsgesetz kommen, denn diese haben nachhaltige Auswirkungen auf die Zählerplatzgestaltung, die für uns einen Kernbereich darstellt. Dabei geht es unter anderem darum, wie Kommunikationstechnik künftig im Zählerplatz zu integrieren ist. Ein weiterer Aspekt, der direkt damit zusammenhängt, ist die Hausvernetzung, denn heute hat beispielsweise fast jedes Fernsehgerät einen Netzwerkanschluss. Hinzu kommt das Energiemanagement im Gebäude. Und natürlich gibt es bereits KNX-Technik im Haus. Für uns war es jetzt an der Zeit, diese Techniken unter einer emotional berührenden Überschrift zu bündeln: „das intelligente zuhause.“ Unser Anspruch ist es nun, all diese Techniken so vielen wie möglich ab heute zugänglich zu machen.

Aber durchaus nicht von jedermann installieren zu lassen – oder?

Genau so ist es, denn ein intelligentes Zuhause ist das Ergebnis einer intelligenten Beratungs- und Planungsleistung sowie einer professionellen Installation, die man eben nicht, wie einige meinen, nebenbei verkaufen kann. Es beinhaltet viel mehr als irgendwelche Paketangebote.


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Ausgabe:
g+h 03/2012
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