24. JANUAR 2019

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Qualität setzt sich durch


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LCN. - Im April feierte das Unternehmen seinen 20. Geburtstag. Über Anfangsschwierigkeiten, Erfolgsfaktoren, Produktpolitik und Perspektiven sprach die g+h Redaktion mit dem Geschäftsführer am Firmensitz in Rethen.
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Herr Issendorff, welche Bedeutung haben 20 Jahre LCN für Sie persönlich?

Als ich das Unternehmen vor 20 Jahren gründete, war ich von der Idee fasziniert, eine hoch effiziente Lösung für die Gebäudeautomation auf den Markt zu bringen. Die Planer waren zunächst allerdings skeptisch, ob eine so leistungsfähige Übertragung ohne extra Leitungsnetz überhaupt möglich ist. Als diese schließlich von der Technik überzeugt waren, wehte mir heftiger Gegenwind des Wettbewerbs ins Gesicht, so dass die ersten vier Jahre rückblickend betrachtet eine sehr anstrengende Phase in der Unternehmensgeschichte markieren. Danach aber ging es stetig steil bergauf.

Hat es so etwas wie ein Schlüsselerlebnis gegeben, das Ihrem Unternehmen zum Durchbruch verhalf?

Da waren mehrere Faktoren: Zum Einen war es ein Vertreter aus dem badischen Raum. Weil er von Bega kam, dem bedeutendsten Hersteller hochwertiger Leuchten, hatten kompetente Fachplaner ein großes Vertrauen.

Ihnen stellte er die LCN-Technik vor und sie waren begeistert. In der Folge haben wir sehr rasch schwarze Zahlen geschrieben.

Und dann war da natürlich ab 1997 der Main-Tower: Da konnte LCN zeigen, wie viel leistungsfähiger es ist, als andere Lösungen.

Und das Vertrauen der hessischen Landesbank zeigte auch anderen, wie verlässlich unser Unternehmen ist.

Haben Sie mit einzelnen kleinen Projekten begonnen?

Ich habe mich von Anfang an auf keinen speziellen Gebäudetypus festgelegt. Manch einer hat damals gedacht, „kleine Firma gleich kleine Objekte“; das ist nie mein Ansinnen gewesen.

LCN habe ich so leistungsstark gemacht, dass sich die größten Gebäude der Welt damit steuern lassen. Trotzdem eignet es sich selbstverständlich auch für jedes Privathaus; ja sogar ein einzelnes Zimmer kann man mit ihm preiswert ausstatten, weil keine Infrastruktur benötigt wird.

So war es eigentlich ein Glücksfall, dass LCN gleich in einem Großprojekt begonnen hat, bei der Mecklenburgischen Versicherung – das war 1995.

Unternehmensgründer haben häufig eine Vision, wie würden Sie Ihre umschreiben?

Als ich LCN entwickelte, faszinierte mich die Idee, in allen Gebäuden viele Funktionen wie von Geisterhand zu steuern. Dazu musste es für die kleinen besonders preiswert sein und für die großen besonders leistungsstark. Diese Flexibilität erforderte viele schlaflose Nächte. Aber es klappte: heute ist LCN unglaublich flexibel auf jedes Projekt skalierbar und dabei immer noch sehr leicht zu handhaben.

War zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung für Sie bereits absehbar, dass Gebäude bis in den privaten Wohnbereich hinein automatisiert würden?

Ich war von Anfang an überzeugt, dass sich Automatisierungslösungen im Objektbau und im privaten Wohnungsbau durchsetzen würden. In jener Zeit ahnte ich aber noch nichts von EIB/KNX- oder Lon. Heute bin ich froh darüber; denn nur so konnte ich unbeeinflusst mein eigenes System entwickeln und optimieren.

Wo findet man die großen Zäsuren in Ihrer Unternehmensgeschichte?

Nun, ein Einschnitt war sicherlich, dass ein Hersteller 1995 kräftig auf den Busch klopfte und das Gerücht streute, unsere Firma sei pleite. Das war unfair und natürlich rein erfunden; es hat damals aber viele Kunden verunsichert. Schon 1997 setzte dann die Helaba auf uns. Als Landesbank hat sie einen besonders guten Einblick in die Stabilität von Unternehmen – ein indirektes Kompliment.Heute haben wir viele unabhängige Spitzenratings. So wird der Issendorff KG bestätigt, dass sie besser aufgestellt ist, als 19 von 20 Unternehmen unserer Branche.

Auf der technischen Seite haben wir kontinuierlich viele Innovationen in unsere Produkte einfließen lassen, um LCN immer leistungsstärker zu machen. LCN hat viele Trümpfe im Ärmel! Einen ganz wesentlichen Schritt aber sind wir vor drei Jahren gegangen, als wir mit unserer Technik sozusagen aus der Wand herausgegangen sind und Schalterblenden und Displays entwickelt haben. Inzwischen ist das eine Familie von eleganten Glas-Sensor Tastenfeldern. Sie sind bei Kunden sehr beliebt, nicht zuletzt wegen ihrer filigranen Ästhetik.Heute enthält ein LCN Busmodul sogar doppelt so viele Bauteile und 30 mal so viel Speicher, wie das erste Modell. Und wir haben im Sinne unserer Kunden darum gekämpft, nie die Preise zu erhöhen.

Wie ist das möglich?

Die Preise sind seit 20 Jahren konstant, weil wir die Vorteile stark gestiegener Stückzahlen an unsere Kunden weiter gegeben haben und immer effizient und sparsam geblieben sind. So konnten wir in der Optimierung der Fertigung die Preissteigerungen auffangen – bis heute.

Wie vertreiben Sie die Produkte?

In Deutschland ausschließlich über den klassischen dreistufigen Vertrieb – und dies auch im Projektgeschäft.

Welches sind die für Sie interessantesten Auslandsmärkte?

Österreich, Polen, Saudi Arabien und Südamerika sind für uns hochinteressante Absatzmärkte.

Wie viele Entwickler arbeiten in Ihrem Unternehmen an neuen Produktlösungen?

Wir haben drei Abteilungen, die eng zusammen arbeiten.
Ein Entwicklungsteam beschäftigt sich mit Windows- und Linux-Software und erstellt die Parametriersoftware LCN-Pro, sowie LCN-GVS, eine umfassende Visualierung für beliebig viele Gebäude weltweit. Außerdem sind hier Kopplungen entwickelt worden zu Modbus, OPC und Bacnet. Ein weiteres Team macht eingebettete (embedded) Software und Peripherie. Das dritte Team entwickelt Hardware und entwirft Gehäuse für den Kunststoff-Formenbau.


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Ausgabe:
g+h 04/2012
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