24. JANUAR 2019

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Mit Energie in die Zukunft


Titel

Heilbad Heiligenstadt in Thüringen ist der Sitz des exponiert gelegenen neuen Firmengebäudes eines durchaus außergewöhnlichen Unternehmens. Die Redaktion reiste nach Heiligenstadt und sprach dort mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Bernd Apitz.

Herr Apitz, würden Sie uns einmal kurz Ihr Unternehmen und die Firmenentwicklung vorstellen.

Die Leitec ist ein innovatives und leistungsfähiges Unternehmen im Bereich moderner Energie- und Gebäudetechnik. Das Unternehmen wurde 1991 gegründet und ist zurzeit mit über 50 Mitarbeitern für unsere Kunden tätig. Wir haben damals mit einem Mitarbeiter in einer Garage angefangen und uns von Beginn an stetig vergrößert und weiterentwickelt. Nach zwei Jahren hatten wir dann schon sieben Mitarbeiter und auch schon die ersten Auszubildenden.

Im Jahr 1997 kaufte ich ein Gebäude in der Bahnhofstraße in Heilbad Heiligenstadt und nach einem Umbau konnte die Firma dort ihre Arbeit aufnehmen. Strategisch haben wir uns von Beginn an schwerpunktmäßig um Industrie- und Gewerbekunden gekümmert und konnten somit eine kontinuierliche Geschäftsentwicklung verzeichnen. Im Jahr 2008 hatten wir dann schon über 40 Mitarbeiter, unser Firmensitz wurde zu klein und es gab an diesem Standort keine weiteren Ausbaumöglichkeiten mehr.

Wie entwickelte sich Ihr Umsatz und aus welchem Kundenkreis kamen schwerpunktmäßig die Aufträge?

Wie ich bereits erwähnte, hatten wir über die Jahre hinweg eine positive Auftragslage, die sich im Jahr 2011 auf ca. 7,5 Millionen Euro belief. Zu unseren Kunden zählen neben zahlreichen Industriebetrieben im Eichsfeld auch große Projekte im Raum Göttingen und Kassel. Nicht zuletzt aufgrund der guten Auftragslage und der damit verbundenen Vergrößerung unseres Unternehmens, gerieten wir mit den bis dahin vorhandenen räumlichen Kapazitäten rasch an unsere Grenzen ...

Warum haben Sie sich für den Neubau entschlossen?

Wir suchten ein neues Grundstück, auf dem wir unser Unternehmen strategisch neu ausrichten und erweitern konnten. Zu diesem Zeitpunkt wurde gerade das neue Gewerbegebiet an der A 38 in Heilbad Heiligenstadt erschlossen und ich hatte die Chance, ein sehr exponiertes Grundstück von 8.000 m² mit optimaler Südausrichtung zu erwerben. Wir hatten die Vision, ein modernes Gebäude zu errichten, welches ohne fossile Brennstoffe auskommt und durch den Einsatz zukunftsweisender Energie- und Gebäudetechnik noch reichlich Energieüberschuss erzeugt und dabei die Umwelt schont.

Sie hatten dieses Objekt in einer Zeit geplant, die durch die Bankenkrise gekennzeichnet war. Beeinflusste die Krise Ihre Entscheidung?

Ja, aber eher positiv als negativ, denn zu diesem Zeitpunkt gingen natürlich auch die Zinsen für Baukredite nach unten sowie die Preise, die für auszuführende Bauleistungen zu zahlen waren. Durch die zurückliegenden Jahre hatten wir uns außerdem Rücklagen geschaffen, und mit Blick auf die zu erwartenden Wachstumsmärkte im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik stand für uns die Entscheidung für einen Firmenneubau fest.

Wenn man das Gebäude heute betrachtet, hat man nicht unbedingt den Eindruck, dass es der Firmensitz eines Elektrofachbetriebes ist. War das von Anfang an Ihre Absicht?

Wir wollten von vornherein ein modernes, innovatives Gebäude errichten und beauftragten den Architekten Herrn Ottmar Stadermann, einen hier in der Region sehr bekannten und innovativen Architekten, der für anspruchsvolle Bauvorhaben steht. Seine Planungsvorgaben bestanden darin, ein modernes Zentrum für Energie- und Gebäudetechnik zu planen. Hierbei war es für uns wichtig, dass das Gebäude ohne jegliche fossile Brennstoffe auskommt und wir noch Energie produzieren. Insgesamt wollten wir mit der Architektur des Gebäudes dokumentieren, wofür unser Unternehmen steht: „Für Energietechnik, Medientechnik, moderne Lichtlösungen und innovative Elektroinstallationstechnik mit all ihren Facetten auf höchstem Niveau“.

Neben der Architektur spielt die Energietechnik eine große Rolle. Wie haben Sie dies im Einzelnen umgesetzt?

Die Architektur sowie die Ausrichtung des Gebäudes sind maßgeblich durch die Nutzung einer Photovoltaikanlage geprägt. Auf einer Dachfläche von insgesamt 1.200 m² wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 117 kWp installiert, mit der im Jahr über 100.000 kWh Strom erzeugt werden.
Weiterhin wurde auf der gesamten Dachfläche unter der Solaranlage eine thermische Absorberanlage, bestehend aus circa 3.000m Absorberleitung, installiert, um zusätzlich thermische Energie von der Dachfläche zu nutzen.

Diese Energie wird in einen Eis-Wärmespeicher eingeleitet. Zur Speicherung der thermischen Energie von den Dachflächen wurde ein Eis-Wärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von 400 m³ gebaut, mit dem das Gebäude im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden kann. Wir können auf dieser Basis die Energie über einen längeren Zeitraum speichern. Hierbei kommen zwei Wärmepumpen der Firma Stiebel Eltron mit 40 und 27 KW zum Einsatz, um das Gebäude komfortabel zu heizen. Im Gebäude installiert wurden von der Firma Jaga aktive Niedertemperaturheizkörper, die einen Stromanschluss benötigen und eine integrierte Steuerung besitzen. Weiterhin ist das Gebäude mit einer kontrollierten Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer Einzelraumregelung ausgestattet.

Wie wird die Energietechnik in Ihrem Gebäude angesteuert?

In unserem Gebäude wurden mehrere Steuerungssysteme installiert. Für die Sensorik wurden EIB/KNX- Bauteile der Firma Gira mit einem Homeserver eingesetzt. Hierbei nutzen wir natürlich auch I-Pad, I-Phone etc. zur Bedienung. Für die Regelung der Energietechnik wurde das System Wago Control verwendet. Wichtig für uns war bei der Bewältigung aller Aufgaben, diese Systeme miteinander intelligent zu vernetzen und zu steuern.

Bei all der vorhandenen Technik, welcher Bereich stellte bei diesem Objekt für Sie die größte Herausforderung dar?

Die größte Herausforderung bestand darin, die Steuerungssysteme intelligent miteinander zu vernetzen und mit einem Minimum an Energie auszukommen. Aktuell erfassen wir digital laufend für alle Systeme im Haus die Daten, um eine weitere Optimierung zu erreichen.

Nennen Sie uns doch bitte zum Abschluss des Gesprächs noch drei Werte, auf die ein Auftraggeber in der Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen jederzeit bauen kann.

+ Die leitec GmbH ist ein sehr leistungsfähiges und innovatives Unternehmen.
+ Zuverlässigkeit, Qualität und Termintreue für unsere Kunden.
+ Erlebbarkeit innovativer und moderner Energie- und Gebäudetechnik im Firmengebäude – vor Ort für unsere Auftraggeber und Kunden.

Herr Apitz, wir bedanken uns für das Gespräch mit Ihnen.

www.leitec.de

Das Unternehmensgebäude als Referenzobjekt


Das Gebäude sieht Bernd Apitz auch als ein Forschungs- und Referenzprojekt. Neben dem großen Eis-Wärmespeicher wurde noch ein kleinerer experimenteller Eis-Wärmespeicher installiert, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen.

Sämtliche aufgezeichneten Werte, die auch die Fachhochschule Nordhausen mit auswertet, dienen als Basis für zukünftige Projekte, beispielsweise um Absorberanlagen noch effizienter zu bauen. Bernd Apitz möchte sein Unternehmen zu einem modernen Zentrum für Energie- und Gebäudetechnik gestalten. Er ist überzeugt davon, dass es nur wenige mit Leitec vergleichbare Firmen in Deutschland gibt.

www.leitec.de

Ausgabe:
g+h 05/2012
Bilder:

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