27. MAI 2018

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Funk aus Leidenschaft


Eldat. Kompetenz für alle Funkfrequenzen weltweit charakterisiert die Unternehmensphilosophie. Von Geschäftsführer Hans-Heinz Müller erfuhren wir, welche Ambitionen Eldat im Bereich der Gebäudeautomation hat.

Herr Müller, Ihr Unternehmen ist noch relativ jung. Mit welchen Zielen ging es im Jahr 1979 an den Start?
Unternehmensziel war von Anfang an die Entwicklung hochwertiger Funk- und Steuerungstechnik. Ziel war es auch, die Fertigung in jedem Fall am Standort Deutschland aufzubauen. Wir glauben an ihn.

Unabhängig davon, ist es angesichts der vielen Abwanderungen von Unternehmen heute überhaupt noch möglich, wirtschaftlich in Deutschland zu produzieren?
Das ist durchaus möglich, wenn man über einen entsprechenden Automatisierungsgrad verfügt. Eldat war eines der ersten kleineren Unternehmen, das bereits SMD-Technik eingesetzt hat. Unseren Automatisierungsgrad haben wir kontinuierlich gesteigert. Darauf sind wir stolz und tragen es entsprechend nach außen. 27 Jahre Eldat heißt eben auch 27 Jahre „Made in Germany“. Das ist im Ausland immer noch gefragt. Nicht zuletzt deshalb werden wir weiter am Standort festhalten.

Sind Unternehmenserweiterungen geplant?
Wir werden bereits in diesem Jahr unsere Produktionsfläche fast verdoppeln. Damit unterstreichen wir unsere Strategie eines kontinuierlichen Wachstums.

Welche Investitionen sind über die räumliche Expansion hinaus geplant?
Wir werden nicht zuletzt aufgrund des Marktdrucks unsere Entwicklungskapazitäten weiter aufstocken. Das hängt im Wesentlichen auch mit den Änderungen der Regularien, der Techniken und der Frequenzen zusammen.

Was ist in diesem Zusammenhang unter technischen Veränderungen zu verstehen?
Früher konnte man mit einigen Transistoren den Funk aufbauen, heute hat sich die Chip-Technik durchgesetzt; diese verändert sich ausgesprochen schnell. Darauf müssen wir reagieren und haben wir reagiert.

Eldat als Marke ist vielen noch unbekannt. Worauf lässt sich das zurückführen?
Das stimmt. Wir sind bis vor rund acht Jahren am Markt fast gar nicht aufgetreten, weil wir in erster Linie für unsere Muttergesellschaft tätig waren. Seit 2001 präsentieren wir uns aber eigenständig als Marke und versuchen im Zuge dieser Markt- und Markenstrategie unsere Technik zunehmend auch im Bereich der Gebäudeautomatisierung zu etablieren. Deren wesentlicher Bestandteil ist ja auch die Funktechnik. Hier existiert bereits seit längerer Zeit eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Firmen Niko und Peha.

Welches Zielsetzungen haben Sie im Bereich Gebäudeautomatisierung?
Wir haben hier eine Automatisierungslösung per Funk geschaffen, die zur Zeit mit mehr als 250.000 Systemen auf dem Markt vertreten ist. Unser Ziel ist es - um noch einmal konkret auf Ihre Frage einzugehen -, mit einem Funksystem sämtliche Funktionen in einem Haus zu realisieren - vom Garagentor über Licht, Türschließ- und Alarmanlagen, Jalousien bis hin zum Gartenbrunnen. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal betonen, dass wir nicht beabsichtigen Endgeräte herzustellen. Wir wollen unseren Kunden leistungsstarke Funktechnik für ihre jeweilige Anwendung liefern. Funk ist unsere Leidenschaft.

Wie entwickelt sich dieser attraktive Markt denn in Deutschland?
Während das Ausland sehr offen mit dem Thema Funk umgeht, zeigt sich das Elektrohandwerk in Deutschland eher zurückhaltend. Das ist schade, denn dahinter verbirgt sich ein riesiger Markt. Denken Sie nur an das Leben im Alter. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Kranke oder gebrechliche Menschen möchten heute aber nach wie vor unabhängig bleiben. Mit Funktechnik lassen sich alle gebäudetechnischen Funktionen bequem vom Sessel oder gar vom Bett aus steuern. Darüber hinaus erfordern moderne Bürolandschaften eine ausgesprochen fl exible Installation. Hier werden ständig neue Raumkonzepte realisiert und auch Wände versetzt. Mit Funk lassen sich Lichtschalter ohne Leitungen auf jeder Wand verlegen. Dieser Markt steckt noch in den Kinderschuhen, und wir möchten ihn für uns erobern.

Unter welchem Blickwinkel betrachten Sie die Zukunft Ihres Unternehmens?
Wir möchten im Bereich der Funktechnik führend bleiben und dem Markt mit unserem Entwicklungs-Know-how kontinuierlich Impulse geben. Dabei lassen wir uns nicht von kurzfristigen „Modetrends“ leiten, sondern setzen auf dauerhaften technischen Fortschritt, der sich mit aller Konsequenz an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert.

Herr Müller, wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch.


HINTERGRUNDUnternehmensprofil
Die Firma Eldat wurde 1979 in Westberlin gegründet. Nach der Wende erfolgte der Umzug des zum Mutterkonzern Marantec gehörenden Unternehmens nach Zeesen, einem der ersten Gewerbegebiete in den neuen Bundesländern. Eldat beschäftigte zum Zeitpunkt des Umzugs 15 Mitarbeiter, heute sind es 86.

Entwickelt und gefertigt wird u.a. hochwertige Funktechnik für alle gängigen Frequenzbänder weltweit.

Das Produktspektrum des Unternehmens umfasst Sender und Empfänger in nahezu jeder Form sowie Auswerteeinheiten und Steuerungen.

Neben Niko und Peha ist Eldat einer der Initiatoren von Easywave, einem Programm für zukunftsweisende Gebäudesystemtechnik mit Funk. Das gesamte System basiert auf der neuesten Funktechnik.

Ausgabe:
g+h 02/2006
Unternehmen:
Bilder:

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