24. JANUAR 2019

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Qualität – Made in Germany


Talk

DGQ. - Qualität hat ihren Ursprung in Deutschland. Maßgeblich mit dazu beigetragen hat die Deutsche Gesellschaft für Qualität. g+h sprach mit dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied, Dr. Wolfgang Kaerkes und Dr. Benedikt Sommerhoff, Leiter der Abteilung DGQ Regional.
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Herr Dr. Kaerkes, würden Sie uns einmal in einem kurzen Kontext die Deutsche Gesellschaft für Qualität und ihre Entwicklung skizzieren?

Im letzten Jahr konnten wir 60 Jahre DGQ feiern. Die Entwicklungsgeschichte der Deutschen Gesellschaft für Qualität führt also in die Anfänge der Nachkriegszeit zurück, als das Thema Qualität von einer kleinen Personengruppe als sehr wichtig eingestuft wurde. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass die Massenproduktion der USA in Europa und vor allem in Deutschland Fuß zu fassen begann. Man stand vor der Herausforderung, wieder eine überlebensfähige deutsche Wirtschaft zu erschaffen und damit einher ging natürlich die Beantwortung der Frage nach den Voraussetzungen dafür.

So näherte man sich allmählich dem Thema Qualität. Im ersten Schritt wurde die Notwendigkeit statistischer Verfahren erkannt, um die vorhandenen Produktionen kontinuierlich zu verbessern. Bevor die DGQ 1972 als eigenständiger Verein unter dem Namen Deutsche Gesellschaft für Qualität auftrat, war sie als Ausschuß für Technische Statistik beim „AFW“, dem Ausschuß für Wirtschaftsfragen aktiv.
Anfänglich ging es darum, mit statistischen Methoden im Produktionsprozess Verbesserungen herbeizuführen und Prüf- und Fehlerkosten zu reduzieren.

Und welche Schritte folgten diesen Anfängen?

Im nächsten Schritt wurde die Qualitätskontrolle weiterentwickelt. Zu jener Zeit, als die Qualitätskontrolle am Ende des Produktionsprozesses durchgeführt wurde, musste entschieden werden, ob das jeweilige Produkt marktfähig war oder nicht. Dabei gab es zwei Möglichkeiten: das Produkt wurde auf dem Markt positioniert oder zurück in die Prozesse delegiert, wenn Handlungsbedarf bestand. Das Prozedere, ein Produkt erst fertigzustellen, um es dann eventuell noch einmal verschiedene Produktionsprozesse durchlaufen lassen zu müssen, war natürlich recht kostenintensiv. Folgerichtig führte man präventive, früh im Prozess angesiedelte Qualitätssicherungsverfahren ein und erreichte damit natürlich einen wesentlich effizienteren Gesamtprozess.

Und dann wurde das Qualitätsmanagement etabliert?

Richtig; jetzt ging es nicht mehr nur darum, Qualität in den Produktionsprozess zu bringen, sondern einen Gesamtprozess, von der Entwicklung bis zum Vertrieb zu betrachten und hier die entsprechenden Methoden und Werkzeuge zu etablieren, um hochwertige Produkte zu liefern. Das war immer noch nicht die Endstufe, denn fortan fokussierte man neben dem Prozess auch das gesamte Unternehmen und seine Umgebung als System, also Kunden, Lieferanten, den Markt und den Wettbewerb. In dieser Phase sprechen wir vom Total Quality Management.

Aber auch dieser Bereich entwickelte sich weiter.

Ja, in Business Excellence – wir übersetzen das in Spitzenleistung; um sich vom Wettbewerb abzusetzen. Aus Business Excellence wurde Excellence, weil nicht nur gewinnorientierte Unternehmen dies als ihre Aufgabe betrachten, sondern auch nicht gewinnorientierte Organisationen wie etwa Teile des Gesundheitsbereichs.

All diese Phasen der Entwicklung hat die DGQ nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet und damit maßgeblich zur Erfolgsgeschichte der deutschen Wirtschaft beigetragen.

Welches Selbstverständnis prägt die DGQ heute?

Die DGQ heute ist das Netzwerk für das Fachpersonal des Qualitätsmanagements in Deutschland. Dahinter stehen ca. 60-70.000 Menschen, die sich dem Thema intensiv in ihrem Arbeitsalltag widmen. Für sie stellen wir unser Netzwerk heute zur Verfügung.

Schon die Gründer der DGQ engagierten sehr intensiv für Aus- und Weiterbildung. Letztlich ist die Bildung ein zentraler Erfolgsfaktor für die deutsche Wirtschaft. Die Verantwortlichen der DGQ erkannten, dass wenn sie hier Qualitätsmethoden und Werkzeuge schulten und anschließend auch prüften, dass diejenigen, die im Zuge ihrer Ausbildung über die DGQ-Personenzertifizierung den entsprechenden Kompetenznachweis erhielten, Qualität als Multiplikatoren in die Unternehmen tragen würden. Aus- und Weiterbildung zählen auch heute noch zu unseren Kernaufgaben.


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Ausgabe:
g+h 04/2013
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