18. JULI 2018

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Titelstory

Hausmann Wynen. - Mit Vertriebsleiter Robert Ebert sprach die g+h-Redaktion über den ständigen Wandel des Elektromarktes sowie die Rolle des Monheimer Softwarehauses bei der Vernetzung von Industrie, Handel und Handwerk für eine weiterhin positive Entwicklung der Elektro- und Haustechnikbranche.
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Herr Ebert, würden Sie mir zum Einstieg etwas über Ihren persönlichen Werdegang im Unternehmen und Ihren Aufgabenbereich erzählen?

Sehr gerne. Als ich 1993 auf der Suche nach einer neuen Aufgabenstellung war, fiel mir eine Stellenanzeige mit der Überschrift „Die ersten Softwaresysteme habe ich selbst verkauft, jetzt suche ich Sie“ auf. Die Perspektiven in diesem damals noch neuen Bereich und die Spezialisierung auf Elektrogroßhandel, Industrie und Handwerk reizten mich. Ich bekam einen Job als Vertriebsmitarbeiter, ein Jahr später wurde mir dann die Vertriebsleitung übertragen. Wobei diese Beförderung in Anführungsstrichen zu sehen ist. Wir waren ein kleines Unternehmen mit acht Mitarbeitern, da ist jeder für alles zuständig. Aber gemeinsam konnten wir dem Unternehmen ein festes Fundament geben. Heute haben wir fast 50 Mitarbeiter, sind bundesweit tätig und der Elektro- und Haustechnikbranche treu geblieben. Das wir uns nicht in anderen Gewerken verzettelt haben, hat uns über die Jahre einen großen Vorsprung verschafft. In dieser Zeit habe ich den Vertrieb auf acht Mitarbeiter ausgebaut. Gemeinsam mit der Marketingabteilung werden Messen, Roadshows und Events organisiert und nach immer neuen Instrumenten für eine optimale Kundenbetreuung gesucht.

Wie hat sich der Markt in diesen Jahren verändert?

Rasant. Da ist zum einen der Hardwarebereich, der sich mittlerweile im Jahresrhythmus erneuert, und zum anderen die Entwicklung der Betriebssysteme, die heute ganz andere Möglichkeiten eröffnen als vor 20 Jahren. Und allem voran die gestiegenen Anforderungen unserer Kunden. Der Markt ist in einer ständigen Bewegung und die Zyklen werden immer kleiner. Wenn man früher in eine Software einen Text schreiben sowie Menge und Einzelpreis angeben konnte und daraufhin den Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer erhalten hat, dann war das ein EDV-System. Heute steht eine Software als Verbundsystem auf dem Markt. Das heißt der Kunde hat den Anspruch, alles aus einer Hand zu bekommen, von der Artikelverwaltung bis zur Bilanz und digitalen Archivierung. Dementsprechend haben wir uns aufgestellt, auch was Wegkontrolle, Aufmaß und Warenbeschaffung angeht. Früher ging man ins Lager, um zu sehen, ob ein Artikel da ist, heute setzt man voraus, dass man an jeder Stelle seine eigenen Bestände und die der Grossisten sieht. Die Mündigkeit der Kunden ist rasant gestiegen in den letzten Jahren. Früher haben sie eine Software als notwendiges Übel angesehen, heute ist sie das Instrument im Unternehmen, das alle Betriebsabläufe steuert.

Wie reagiert Hausmann Wynen auf den ständigen Wandel im Markt?

Um kurzfristig reagieren zu können, ist ein großer Anteil unserer Mitarbeiter in der Programmierung tätig. In ständigen Gesprächen mit Industrie, Großhandel und Handwerk beobachten wir, wo die Trends hingehen. Unsere Aufgabe ist es, Gutes stetig weiter auszubauen und diesen engen Kontakt zum Markt, zu unseren Kunden zu halten, um neue Technologien wie zum Beispiel Smartphone und Tablet zeitnah in unsere Lösungen zu integrieren.

Wie sehen Sie die Zukunft von Industrie, Handel und Handwerk? Wie wird die Branche in fünf bis zehn Jahren arbeiten?

Das ist eine spannende Frage. Schon heute ist es nicht mehr mit dem Austausch von Artikeldaten zwischen Industrie, Großhandel und Handwerk getan. Wenn früher ein Produkt auf den Markt gekommen ist, war es dort für zehn Jahre eine feste Größe. Jeder kannte seine Eigenschaften. Heute werden Artikel im Jahresrhythmus mit neuen Features ausgestattet. Die Informationen über diese Innovationen müssen von der Industrie über den Großhandel bis zum Handwerksbetrieb wesentlich transparenter gemacht und dem heutigen Nutzerverhalten angepasst werden. Und das Bindeglied in diesem dreistufigen Vertrieb sind wir beziehungsweise unsere Software. Hier müssen technische Daten, Bedienungsanleitungen und alle Eigenschaften des Artikels in Wort, Bild und Bewegtbild, also auch in Produkt- und Anwendungsvideos, hinterlegt sein. Der Markt muss seine Stärken in Zukunft noch mehr bündeln, dann können wir als Softwarehaus Lösungen bieten. Die Vernetzung der Prozesse steht im Vordergrund.


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Ausgabe:
g+h 08/2015
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