24. JANUAR 2019

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Für mehr Erfolg


Label Software

Diskutiert man das Thema Softwarelösungen im Handwerk, dann geht es nicht mehr um das Schreiben von Rechnungen und Aufträgen. Softwärelösungen beeinflussen heute maßgeblich die Betriebsorganisation und leisten einen Beitrag zu mehr wirtschaftlichem Erfolg. g+h sprach mit Gerald Bax darüber.
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Herr Bax, was hat Sie dazu veranlasst, ein eigenes Softwarehaus zu gründen?

Von der Berufsausbildung her bin ich Maschinenbauingenieur. Seit 1985 habe ich mein damaliges Hobby zum Beruf gemacht. Während meines Studiums wurde ich schon sehr früh mit den Anfängen der EDV konfrontiert und habe sie noch kennengelernt, als die Eingabe über Fernschreiber und Lochstreifen erfolgte; einen PC-Monitor kannte man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Alle Ausgaben erfolgten auf einem Drucker, ein Vorgang, den man sich im Multimedia-Zeitalter kaum noch vorstellen kann, wenn man ihn nicht miterlebt hat.

Mich faszinierte diese Technik damals so stark, dass ich mir häufig im EDV-Raum der Hochschule die Nächte um die Ohren schlug. So kam es dazu, dass ich das Unternehmen Label Software gründete und mich von Anfang an auf das SHK-Handwerk konzentrierte.

Sie begannen damals als Einzelunternehmer?

Ich startete zusammen mit einem Partner. Nach der Trennung ca. zwei Jahre später erweiterte sich der Mitarbeiterstamm sehr kontinuierlich, es ging immer voran.

Welches waren die ersten Produkte, die Sie vermarkteten?

Die Ursprünge liegen beim Computer C 64, einer Maschine, die heute nur noch in Museen zu finden ist. Es ging zunächst nur darum, Angebote und Rechnungen schnell und einfach auf einem Rechner schreiben zu können. Ich fand es schrecklich unökonomisch, immer wieder die gleichen Artikel erfassen und Dokumente neu schreiben zu müssen. Die ersten Ausdrucke erfolgten übrigens mit einer Typenradschreibmaschine – das waren die Anfänge. Schon bald waren wir mit der Entwicklung so weit, sie auch potenziellen Kunden anbieten zu können.

Unter dem Firmennamen Label Software?

Ja, aber in jenen Jahren wussten nur wenige, das Label auf Deutsch eigentlich Etikett heißt. In der Programmiersprache wurden damals die Routinen mit einem ‚Label‘ gekennzeichnet und so entstand der Name. Man hätte ihn in der Anfangsphase sicherlich modifizieren können, aber Label Software etablierte sich auf dem Markt und ist dann sukzessive auch zur Marke geworden mit allen dahinter stehenden Qualitätsversprechen. Eine etablierte Marke benennt man einfach nicht mehr um.

Welchen Leistungsumfang hatte Ihr damaliges Programm?

Zunächst einmal fand es problemlos auf einer einzigen Diskette Platz. Weil es erst nur darum ging, Angebote und Rechnungen zu schreiben, war dies auch völlig ausreichend; also um Artikel aus einem Datenbanksystem bzw. einer sequenziellen Datei herauszusuchen, in eine Rechnung zu übertragen und dabei den Preis zu kalkulieren.

Gab es in der Startphase Ihres Unternehmens überhaupt schon einen relevanten Markt für Ihre Software?

Nein, er existierte noch nicht, und so handelte es sich während dieser Zeit auch immer um den Verkauf einer Kombilösung, dass heißt wir präsentierten PC und Software in einem Gesamtpaket beim Kunden. Das gehörte zwangsläufig zusammen, während wir uns nun seit vielen Jahren aus dem Hardwaregeschäft völlig heraus halten. Heute handelt es sich um einen reinen Verdrängungswettbewerb. Handwerksbetriebe sind heute zu 100 Prozent mit PC und Software ausgestattet.

Welches waren die größten Entwicklungsschritte für Ihr Unternehmen?

Die größten Entwicklungsschritte erfolgten stets parallel zur Weiterentwicklung der Hardware, die in den letzten beiden Jahrzehnten geradezu revolutionäre Fortschritte gemacht hat. In den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit war ich noch sehr oft allein unterwegs beim Kunden, dann kamen sukzessive auch Vertriebspartner hinzu, die das Unternehmen maßgeblich nach vorne brachten und bringen. Im Stammhaus haben wir heute mehr Zeit zum Entwickeln und somit die Chance, uns erheblich effizienter auf dem Markt zu positionieren. Aktuell haben wir über die Bundesrepublik verteilt 13 Vertriebspartner.

Welche Aufgaben werden hier in Ihrem Stammhaus in Bielefeld erledigt?

Hier im Stammhaus in Bielefeld finden die Weiterentwicklung und Kundenbetreuung statt.

Wie viele Personen sind mit der Entwicklung der Software beschäftigt?

Von unseren 20 Mitarbeitern sind fünf Personen damit betraut, auch ich programmiere noch leidenschaftlich gern. Softwareentwicklung ist für mich auch eine intellektuelle Herausforderung, und es ist letztlich das, was mich zu dieser Firma gebracht hat.


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Ausgabe:
g+h 05/2013
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