24. JANUAR 2019

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Der Druck nimmt zu


Hellermann-Tyton

Seit 1935 fertigt das Unternehmen Produktefür das Kabelmanagement. Wir sprachen mit Geschäftsführer Stephan Jungermann über das Geschäft mit Markenprodukten in Zeitenzunehmender Konkurrenz durch Produktpiraterie und Handelsmarken.
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Herr Jungermann, Hellermann-Tyton stellt nach eigenen Angaben an weltweit elf Produktionsstandorten insgesamt mehr als 60.000 verschiedene Produkte rund ums Kabel her. Kabelbinder, Klebesockel und weitere Standardprodukte aus Kunststoff können von Dritten vergleichsweise einfach kopiert und überall auf der Welt hergestellt werden. Das bedeutet natürlich auch immer einen gewissen Innovationsdruck für die etablierten Hersteller. Ist dadurch das Geschäft schwieriger geworden in den letzten Jahren?

Ja, der Druck ist größer geworden, das muss man ganz klar sagen. Anbieter verschiedenster Eigenmarken drängen mit Standardprodukten auf den Markt. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist daher neben einer perfekten Fertigungstechnologie vor allem unsere starke Entwicklungskompetenz. Aus gutem Grund haben wir einen eigenen Formen- und Werkzeugbau hier in Deutschland am Standort Tornesch bei Hamburg. Wenn es um komplexe Produktanforderungen, spezifische Kundenwünsche oder die Breite des Portfolios geht, dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Hier sind Innovationskraft und Entwicklungs-Know-how gefragt. Hellermann-Tyton lebt eben nicht nur von dem einfachen Standardkabelbinder. Daher können wir den Druck sehr gut kompensieren …

… wodurch?

Durch unsere innovativen Produktlösungen, die am Markt erfolgreich ankommen. Sie brauchen manchmal ein bisschen Zeit, um sich zu etablieren. Hierfür sind nicht zuletzt unsere Verkaufsförderer unterwegs, um noch mehr Nähe zu den Anwendern zu schaffen und sie für die Marke Hellermann-Tyton und unsere Produkte zu begeistern. Das unterscheidet uns von vielen Anbietern.

In der Lebensmittelindustrie stellen viele Markenhersteller auch die Eigenmarken der Supermarktketten her. Dadurch wird der Wettbewerbsdruck ein Stück weit wieder aufgefangen. Ist das auch eine Strategie für Ihr Unternehmen: Die Eigenmarken der Großhändler herzustellen?

Nein, das ist definitiv keine Strategie für uns. Wir lieben unsere Marke, haben sie über die letzten 20 Jahre stark ausgebaut und in Kundenservice investiert und hören damit nicht auf. Unser Produktmarketing umfasst mittlerweile über 40 Mitarbeiter. Unsere Kataloge erscheinen in 19 verschiedenen Sprachen und werden über ein medienneutrales Datenbanksystem erstellt, das auch unseren Internetauftritt stets auf dem neuesten Stand hält. Diese Produktdaten liefern wir ebenfalls unseren Großhandelspartnern in verschiedenen Sprachen. Das ist in der Branche einmalig. Bei unseren Katalogen legen wir vor allem großen Wert auf kundenfreundliche Gestaltung bei höchstem technischen Anspruch.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

In vielen Wettbewerbskatalogen steht die Artikelbestellnummer an erster Stelle. Unserer Erfahrung nach ist dies aber für den Kunden zunächst nachrangig. Er geht mit einem ganz anderen Leseverhalten an den Katalog heran, da er primär auf der Suche nach der idealen Produktlösung ist. Also stellen wir als Erstes die wichtigsten Produktmerkmale dar, danach kann die Suche auf einzelne Artikel verfeinert werden. Sämtliche Produktdetails sind kurz und prägnant dargestellt, somit sind die Produktvorteile für den Kunden auf einen Blick erkennbar. Um unseren Kunden die Produktauswahl so einfach wie möglich zu machen, setzen wir im Bereich der wärmeschrumpfenden Schläuche oder auch der Befestigungssysteme selbsterklärende Auswahlhilfen wie zum Beispiel Flussdiagramme ein. Das geht häufig auch interaktiv und online.

Seit Kurzem sind spezielle Promotionteams Ihres Unternehmens bundesweit unterwegs. Sie nehmen an Thekentagen des Großhandels teil oder besuchen Kunden direkt im Betrieb vor Ort. Hat Hellermann-Tyton die Basisarbeit in der Vergangenheit vernachlässigt?

Keineswegs. Bei unseren Verkaufsförderern geht es vor allem darum, noch näher mit unseren Kunden und Anwendern in Kontakt zu treten und verstärkt Aufmerksamkeit auf neue Produkte zu lenken und sie dadurch aus der Fülle an Informationen hervorzuheben. Ein gutes Beispiel ist die Q-Serie, ein neuartiger Kabelbinder mit offenem Kopfdesign. Dieses neue Kabelbindersystem erfordert eine andere Verarbeitungsroutine bei der Montage, da das Einfädeln entfällt. Dadurch spart man eine Menge Zeit. Das zeigen wir den Monteuren vor Ort. Laut Dekra beträgt die Zeitersparnis mit der Q-Serie mehr als 25 Prozent gegenüber klassischen Kabelbindern.


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g+h 05/2013
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  • Hela Tape: Prof..
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