24. JUNI 2018

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Das Eckige muss ins Runde


Weithin sichtbar erstrahlt das zentrale, ellipsenförmige Atrium am Firmensitz des Paderborner Unternehmens dSpace mit einer neuen LED-Beleuchtung. Leuchtenhersteller Erventec hat in enger Zusammenarbeit mit Tridonic für das Atrium ein neues LED-Lichtsystem entwickelt und individuell an die vorhandene Deckengeometrie angepasst.

Die Anlage erfüllt nicht nur hohe gestalterische Ansprüche, sondern verbraucht auch nur halb so viel Energie wie die Vorgängerlösung. Der Firmensitz in zentraler Lage von Paderborn präsentiert sich offen und lichtdurchflutet. Herzstück des Bauwerks ist das großzügig gestaltete Atrium mit Treppenanlage und zwei gläsernen Aufzügen. Von der Halle her erschließen sich die vier Flügel des X-förmigen Gebäudes mit den Büroflächen. Die elliptische Grundform des imposanten über alle Geschosse gehenden Luftraumes findet sich im Laternengeschoss auf dem Dach wieder.

 

Genau diese elliptische Grundform stellte die Spezialisten von Erventec und Tridonic vor eine besondere Herausforderung. Denn es galt nicht nur lichttechnische, funktionale und ästhetische Kriterien zu erfüllen, sondern es war auch ein hohes Maß an konstruktiver Intelligenz gefordert. Diese haben gleich mehrere Funktionen: Sie dienen als Grundbeleuchtung des Atriums bzw. des Foyers und sorgen gleichzeitig für normgerechtes Licht auf den Verkehrswegen, also den umlaufenden Galerien und Zonen vor den Büroflügeln. Darüber hinaus fungieren sie im Falle eines Stromausfalls als Notlicht, gespeist von einer Zentralbatterie. Last but not least sind die Lichtlinien zentrales Gestaltungselement für die Innen- und Außenwirkung des Atriums.

 

Die lichttechnische Lösung für diese vielfältigen Anforderungen wurde in enger Zusammenarbeit mit Tridonic realisiert. Herzstück der Beleuchtung sind zwei verschiedene, lineare LED-Module vom Typ LLE Advanced sowie dimmbare LED-Driver vom Typ LCAI 65W. Die 280 mm langen, rechteckigen LED-Module werden in einer Leuchteneinheit zu einem Polygonzug zusammengesetzt und ergeben durch entsprechend gekrümmte Abdeckungen eine homogene, elliptische Lichtlinie. Der Clou ist die Anordnung der LED-Module in zwei parallelen Reihen: Während eine Reihe mit 55 mm breiten Platinen, auf denen drei LEDs nebeneinander angeordnet sind, das Licht nach unten gibt, ist die zweite Reihe um 45 Grad gekippt. Das Licht der linearen, 23,6 mm breiten LED-Module wird somit zur Seite abgegeben. Die asymmetrische LED-Anordnung ist notwendig, da die Lichtlinien am inneren Deckenrand der elliptischen Galeriegeschosse verlaufen.

 

Die Entwicklung der Sonderlösung nahm einige Zeit in Anspruch. Da keine Ellipse exakt der anderen gleicht, wurde vom Zentrum des Atriums für jede Etage eine 3D-Laservermessung vorgenommen. Nur so war es möglich, die Krümmung der Abdeckung für jede einzelne Leuchteneinheit in der elliptisch verlaufenden Lichtlinie festzulegen. Die als U-Profil ausgeführte Leuchtenabdeckung aus PMMA steht um 25 mm aus dem Deckenkanal heraus. Auf diese Weise sind die Lichtlinien auch von der Seite sichtbar und konturieren die Galerien. Anhand von Modellen und 1:1 Mock-ups wurde im Vorfeld das Zusammenspiel von LED-Modul und Abdeckung der Leuchte geprüft. So wurden beispielsweise verschiedene Transmissionsgrade der Abdeckung getestet. Auch hat der Musterbau zur Entwicklung eines zusätzlichen Blendschutzes an den Stirnseiten der Leuchteneinheiten geführt. Er verhindert den direkten Einblick auf das Leuchtmittel, der sonst unter einem bestimmten Winkel möglich gewesen wäre.

 

Insgesamt rund 400 laufende Meter lineare LED-Module und 200 laufende Meter Lichtlinien – das ergibt 158 maßgefertigte Leuchteneinheiten, die bei dSpace verbaut wurden. Sie können werkzeuglos auf dem im Deckenkanal integrierten Trägersystem, das auch die LED-Driver aufnimmt, montiert bzw. demontiert werden. Mittels Dali kann jede einzelne Leuchteneinheit und somit die komplette Lichtlinie auf jeder Etage gedimmt werden. Die Altanlage aus dem Jahr 2009 bestand aus gebogenen, freistrahlenden Leuchtstoffröhren und verursachte sehr hohe Wartungs- und Wiederanschaffungskosten für die Sonderleuchtmittel. Mit der Erneuerung konnte der Energieverbrauch um die Hälfte gesenkt werden, während die lichttechnische Qualität deutlich verbessert wurde. Die homogen leuchtenden Lichtlinien sorgen für eine normgerechte Beleuchtung, erhöhen die Aufenthaltsqualität und verleihen dem Atrium eine strahlende, repräsentative Anmutung.

 

www.tridonic.com

Datum:
13.03.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Thomas Mayer



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