24. JANUAR 2019

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Digitalisierung professionell gestalten


Titelgeschichte

Abus. Vernetzung allein stellt noch keinen Wert an sich dar. Es bedarf einer Strategie, die weit über das Produkt hinausreicht, um aus der Digitalisierung wirtschaftlichen Erfolg zu generieren. Die Geschäftsführer Benjamin Pflaum und Ulrich Kastner-Jung erläutern im exklusiven Gespräch mit der g+h-Redaktion, wie ihr Unternehmen sich in der digitalen Welt positioniert.
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Herr Pflaum, wir haben fast exakt vor zwei Jahren hier in Ihrem Hause ein Gespräch über Abus geführt. Wie verlief die Entwicklung des Unternehmens während dieses Zeitraums?

B. Pflaum: Zwei Jahre sind ein guter Rhythmus, da tut sich erfahrungsgemäß recht viel – auch bei uns. So haben wir vor einem Jahr die Abus Seccor hier integriert und damit den Standort Ottobrunn mit rund 80 Mitarbeitern nach Affing verlagert. Damit haben wir konsequent unsere Strategie verfolgt, alle unsere Technologien an einem Standort zu bündeln. Was Sie heute bei uns vorfinden, ist ein Gesamt-Campus für die elektronische und digitale Sicherheit. Durch die enge Zusammenarbeit hier vor Ort ist es für uns leichter, neue Produktideen zu generieren. Aber darauf kommen wir sicherlich später noch. Aktuell beschäftigen wir hier rund 300 Mitarbeiter. Im Zuge dieser Strategie wurde der Standort um die Produktion von Zutrittskontrollsystemen erweitert und hat natürlich heute auch eine größere Entwicklungstiefe und weitere Applikationsfelder aufzuweisen. Damit bilden wir ein in Deutschland einmaliges Kompetenzzentrum der elektronischen Sicherheitstechnik ab.

Wie spiegelt sich das in den Aufgabenfeldern der Mitarbeiter wider?


B. Pflaum: Mehr als zehn Prozent der Belegschaft sind mit der Produktentstehung und Entwicklung beschäftigt. Dies ist eine Reaktion darauf, dass unsere Strategie eine hohe Wertschöpfungstiefe erfordert. Wir betreten mit unseren Produkten auch Neuland und dieses müssen wir uns selbst erschließen.

Welche wirtschaftliche Entwicklung hat das Unternehmen im vergangenen Jahr genommen?


B. Pflaum: Wir hatten, wie die meisten, einige Boomjahre in der Alarmtechnik hinter uns. Für uns war es dabei wichtig, dennoch die Bereiche Alarm, Video und Zutrittskontrolle relativ gleichwertig zu bearbeiten und damit strategisch vorzubauen. In diesem Jahr stellen wir fest, dass sich Video sehr stark entwickelt, weil der Sicherheitsbegriff unter den Anwendern heute anders interpretiert wird. Je mehr im Bereich Consumer-Electronics in Sicherheit gedacht wird, desto stärker tritt dieses Thema auch bildlich ins Bewusstsein der Nutzer. Diese Erkenntnis muss man in die Produktstrategie einfließen lassen. Das gilt auch für das Thema Zutrittskontrolle, das im Privatbereich immer mehr an Gewicht gewinnt. Die Ansprüche der Anwender in puncto Leistungsumfang, intuitive Installation und Bedienung sowie Vernetzbarkeit steigen kontinuierlich.

Mit welchen Produkten, Lösungen und Strategien werden Sie auf der Security ausstellen?


B. Pflaum: Wir stellen mit der Abus-Gruppe das gesamte Spektrum aus. Stand vor vier Jahren das Megapixel-Thema im Vordergrund, folgte zwei Jahre später das Thema Vernetzung, und heute stehen für uns die Anwendungsfelder im Fokus. Wir werden uns also nicht mehr mit innovationsgetriebenen Produktwänden präsentieren, sondern mit Partnern zusammen Marktansätze entwickeln. Auf Lösungsinseln werden wir unsere große Bandbreite an Produkten immer mit dem Blick auf Lösungsszenarien und die Integration von Systemen zeigen. Unsere Highlights liegen also sozusagen „unter der Motorhaube“. Wir möchten mit den Abus-Partnern unsere Lösungen im Privatbereich, für Industrieanwendungen und integrierte Anwendungen diskutieren und weiterentwickeln. Im Zuge dieses Dialogs verändern wir auch noch einmal die Nähe zu unseren Kunden und werden in Essen den Abus Club vorstellen.


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