24. JANUAR 2019

zurück

kommentieren drucken  

Uptodate und ganz vorn


Talk

g+h. - Die Geschichte des Handwerksunternehmens von Hans-Gerhard Neyenhuys verlief nicht immer so, wie er es sich gewünscht hatte; eine Bank stufte ihn als „nicht innovativ“ ein. Trotzdem wurde sein Betrieb Hauptgewinner des g+h Innovationspreises 2012.
Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  

Herr Neyenhuys, wann wurde Ihr Unternehmen gegründet, und wie hat es sich entwickelt?

Mein Vater hat 1958 die Firma gegründet. Damals zog er noch mit der Handkarre über das Land, um Aufträge abzuwickeln. Von Anfang an hatte er neben der Elektroinstallation auch die Kompetenz in der Klempnerei. Zu jener Zeit verteilten quasi die Verbände die einzelnen Stützpunkte der Handwerksunternehmen, auch um sicherzustellen, dass jede Ortschaft mit der entsprechenden Dienstleistung versorgt war. Mein Vater sollte sich damals zunächst in einem Nachbarort von Geldern selbstständig machen; wollte dies jedoch nicht, weil es dort bereits einen Betrieb gab. Kontinuierlich hat er dann in der Folgezeit das Unternehmen in Geldern aufgebaut. Im Rahmen der Unternehmensentwicklung kam auch ein Ladengeschäft dazu, und die ersten Auszubildenden wurden angestellt.

Welches waren weitere bedeutende Entwicklungsschritte?

Der nächste größere Schritt erfolgte Anfang der Siebzigerjahre, denn zu diesem Zeitpunkt wurde auch das Personal weiter aufgestockt. In den Achtzigerjahren sollte in Walbeck ein Gewerbegebiet entstehen, das auch von den Handwerkern maßgeblich gefordert wurde. Dies lehnte jedoch die Stadt Geldern ab.

Mit welcher Argumentation wurde der Standort abgelehnt?

Nun, Walbeck galt als die Perle der Stadt, und dort wollte man ganz einfach kein Gewerbegebiet entstehen lassen. Und so verlief die damalige Gemeinschaftsinitiative im Sande und jeder ging wieder seinen eigenen Geschäften nach. In den Achtzigerjahren blickte man im Gegensatz zu heute auf Zeiträume von 10, 15 oder 20 Jahren, die die Unternehmensentwicklung betrafen.

Das war auch für uns so, 1984 übernahmen wir deshalb einen alten Bauernhof aus der Familie und richteten dort unseren Betrieb ein. Ein Jahr später begann ich mit der Ausbildung zum Elektroinstallateur im elterlichen Betrieb.

Warum gingen Sie damals nicht in einen fremden Betrieb, um Erfahrungen zu sammeln und neue Perspektiven zu bekommen?

Das war zu jener Zeit noch nicht so ohne Weiteres möglich, denn viele Handwerksmeister hatten die Befürchtung, dass ein Auszubildender aus einem anderen Handwerksbetrieb ihre Arbeitsweisen abschauen und später kopieren könne. So frei wie der Ausbildungsmarkt heute ist, war er zu diesem Zeitpunkt eben nicht. Deshalb wurde ich im elterlichen Betrieb ausgebildet und erlebte auch während dieser Zeit, wie dort der Sanitärbereich weiter ausgebaut wurde.

Und Sie haben sich dann später zum Elektromeister ausbilden lassen?

Ja, 1990 habe ich meine Ausbildung auf der Meisterschule in Oldenburg begonnen. Und als ich danach in unseren Betrieb zurückkehrte, nahm mich mein Vater sofort gleichberechtigt in die Führung des Unternehmens auf. Fortan entschieden wir alles gemeinsam. Für dieses Vertrauen bin ich ihm bis heute dankbar, auch dafür, dass er Fehler zugelassen hat. Aus gesundheitlichen Gründen musste er sich leider schon bald aus dem Unternehmen zurückziehen.

Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt weiter auf Expansionskurs, sodass 1995 ein Sanitär- und Heizungsmeister eingestellt wurde, um auch dieses Gewerk professionell abdecken zu können; mittlerweile war der Betrieb auf zehn Mitarbeiter angewachsen und wir konnten nun die komplette Haustechnik anbieten. Um unabhängiger zu sein, erwarb ich die Qualifikation im Sanitär- und Heizungsbereich, sodass ich selbst alle Gewerke in vollem Umfang abdecken kann.

Von diesem Zeitpunkt an wuchs der Mitarbeiterstab stetig an, und wir versuchten uns kontinuierlich mit den in immer kürzeren Abständen vorgestellten technischen Innovationen zu beschäftigen und sie auch am Markt zu etablieren.

So hatten wir gerade in den Neunzigerjahren etwa die Gewächshausautomatisierung in unserem Leistungsportfolio damals war das ein sehr starker Markt. Heute beschäftigen wir in unserem Team zwei Projekttechniker, die sich auf KNX-Lösungen spezialisiert haben. In diesem Bereich engagieren wir uns sehr stark, auch wenn dies aufgrund der in unserer Region vorhandenen Struktur, nicht immer ganz leicht ist.


Mehrseitiger Artikel:
1 2 3 4  
Ausgabe:
g+h 06/2013
Bilder:

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

 
» Finden Sie weitere Fachartikel in unserem Artikelarchiv


Bleiben Sie in Verbindung

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben