18. JULI 2018

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950 Jahre Geschichte im Licht der Gegenwart


Technik

Zumtobel. - Die historische Wartburg über dem thüringischen Eisenach ist Unesco-Welterbe, ein bedeutendes Denkmal der Weltgeschichte und im Lutherjahr Veranstaltungsort für die Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“. Im Wettbewerb um die Lichtausstattung überzeugte die LED-Leuchtenfamilie Supersystem II vor allem durch ihre Flexibilität und Minimalisierung.
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Auf der Wartburg hat es immer wieder interessante Veranstaltungen und Ausstellungen zu diesem historischen Ereignis gegeben.

Aktuell steht natürlich Luther im Fokus. Der „kleine Mönch“ und seine Thesen sind in ihrer Bedeutung kaum zu unterschätzen. Innerhalb kürzester Zeit sollten sie buchstäblich die Welt im Allgemeinen und die der Deutschen im Besondern nachhaltig verändern und prägen. Luther ist der Hauptdarsteller im letzten Akt des mittelalterlichen Schauspiels, und die Inszenierung ist so spektakulär wie keine jemals zuvor. Die Kirche bannt ihn und er verbrennt die Bannbulle; seine Thesen verbreiten sich wie ein Lauffeuer bis er – bereits geächtet – schließlich in Worms zu seiner Verteidigung antritt. Stets vom Tode bedroht, scheut er keine Auseinandersetzung: „Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist.“ Nach diesen Worten und einer Verurteilung – er gilt nun als „vogelfrei“ – wird er auf der Wartburg in Schutzhaft genommen.

Luther ist ein Revolutionär, aber nicht im üblichen Sinne, denn im Grunde hasste er jede Form von Revolution und Veränderung, auch wenn dies auf den ersten Blick paradox klingen mag. Dass er zum Kirchenreformator wurde, hat sehr vielschichtige Gründe. Eine maßgebliche Ursache war seine Verachtung gegenüber dem Ablasshandel, der im 16. Jahrhundert Ausmaße angenommen hatte, die wir uns heute kaum noch vorstellen können.

Selbst Banken und Handelskontore kümmerten sich um dieses Geschäft. Wer sündigte, konnte sich von seinen Vergehen und Verbrechen freikaufen, ganz gleich, ob es sich um Kirchenraub, Unzucht, Elternmord oder Totschlag handelte. Die „Preisliste“ Johann Tetzels, der wegen Ehebruchs und Betrugs zum Tode durch Ertränken verurteilt worden war, davon aber losgebeten wurde, sah für jede noch so abscheuliche Tat einen Sündenerlass vor, wenn der Täter nur genug Münzen aus seinem Beutel holte: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“, wurde für ihn zum Verkaufsschlager.

Zum Leidwesen Luthers trieb es Tetzel sogar noch weiter. In der Praxis war es sogar möglich, auf einer Art Ablasskonto ein Depot für künftige Taten anzulegen. Diese für Luther inakzeptablen Zustande innerhalb der katholischen Kirche sollten ihn zum Revolutionär werden lassen, der im ersten Schritt die Macht des Papstes anfocht, indem er anführte, dass Christus im Dialog mit Pilatus gesagte habe: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Also konnte auch kein menschliches Wesen sich in der Rolle des „Herrn der Welt“ wiederfinden; einzig die Bibel zählte.

Und diese übersetzte er auf der Wartburg ins Deutsche. Waren vorher nur wenige Menschen in der Lage, die Bibeltexte zu lesen, eröffnete die Übersetzung einer breiteren Bevölkerungsschicht den persönlichen Textzugang. Das katholische Herrschaftswissen wurde in gewisser Weise demokratisiert und der Grundstein für eine einheitliche Sprache in Deutschland war gelegt. Bislang unterhielt man sich in einer heute kaum mehr vorstellbaren Anzahl von Dialekten und amtlich hatte man es mit einem schwülstigen Kanzleiton zu tun.


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