10 Jahre Elektromobilität

Gebäudetechnik

Mennekes. Vor genau zehn Jahren verschrieb sich der sauerländische Mittelständler der Elektromobilität. Zehn Jahre später ist es Zeit, einen Blick auf das Erreichte zu werfen und Ausblicke auf die Zukunft zu geben – mit einem hochkarätigen Symposium.

13. November 2018
© Mennekes
Bild 1: 10 Jahre Elektromobilität (© Mennekes)

Ein von Mennekes initiiertes Symposium in Berlin, mit Teilnahme der Bundeskanzlerin Angela Merkel, sollte die zurückliegende Dekade Elektromobilität in Deutschland beleuchten. Im Rahmen dieses Symposiums „10 Jahre Elektromobilität: Zukunft wird Gegenwart” wurde am 27. September 2018 zusätzlich die Mennekes Hauptstadtrepräsentanz und das dazugehörige Schulungszentrum auf dem Berliner EUREF-Campus eröffnet.

Eröffnungsrede der Kanzlerin

Gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und mit Vertretern der Medien ließ man die positive Entwicklung der Elektromobilität der letzten Jahre Revue passieren und tauschte sich über die Zukunftsperspektiven und über notwendige nächste Schritte aus. Eine wichtige Form der Wertschätzung des Erreichten waren sicher die Eröffnungsreden von Angela Merkel und Prof. Dr. Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität.

Während Prof. Dr.Kagermann auf die Errungenschaften der deutschen Industrie hinwies und den Weg zur erfolgreichen Elektromobilität als Marathon bezeichnete, dankte die Bundeskanzlerin Walter Mennekes für seinen Einsatz im Standardisierungsprozess des Typ2-Ladesteckers auf europäischer Ebene: „Wenn man bei der Standardsetzung nicht der Gewinner ist, dann kommt man mit der Verbreitung des Produkts nicht so richtig voran, auch wenn die Erfindung noch so schön sein mag.

Deshalb gab es ein hartes europäisches Ringen, insbesondere mit unserem geliebten und mit uns eng verbundenen Partner Frankreich. Zum Schluss hat, das will ich sagen, die Qualität überzeugt.“ Gleichzeitig dankte Merkel auch den Anwesenden aus Industrie, Forschung und Verbänden: „Ich bedanke mich bei allen, die dafür ein Herz haben. Man muss auch ein bisschen Leidenschaft leben und an weitere Fortschritte glauben. Deshalb: Machen Sie weiter.“ Prof. Dr. Kagermann hatte in seiner Keynote auf die wichtige Rolle der deutschen Industrie als Leitanbieter verwiesen.

So seien Marktanteile für Systeme, aber auch Patente und nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität in Deutschland erfolgreich abgebildet. Kagermann und die Bundeskanzlerin forderten jedoch übereinstimmend, dass die Anstrengungen gebündelt werden müssten, um nun auch Deutschland selbst zum Leitmarkt zu machen. Die Wachstumsraten 2017 seien dafür ein motivierendes Zeichen, so Kagermann.

Im Anschluss an die Eröffnungsreden berichtete Prof. Dr. Günther Schuh unter der Überschrift „Revolution der innerstädtischen Mobilität“ vom Stand der Dinge in Sachen Elektroauto made in Aachen. Die E-Go Mobile AG, deren Chef und Gründer er ist, hat in kürzester Zeit ein günstiges Elektroauto entwickelt und im September 2018 die Produktion gestartet.

Der Professor brachte seinen Einsatz für ein kleines und preisgünstiges Elektroauto, wie den E-Go, auf den Punkt: „Was wäre eine schöne und schnelle Lösung? Wenn wir das, was die Elektromobilität jetzt schon kann, auch sofort nutzen. Sie kann nämlich günstig, wenn auf Kurzstrecke beschränkt. Wenn Sie also mit einer kleinen Batterie auskommen und sich mit 150 Kilometern begnügen, dann können Sie schon fast alles abdecken.“ 

„Wir brauchen Experimente”

Im Wesentlichen bestätigte der nachfolgende Redner, Prof. Andreas Knie, in seinem kritisch einzuordnenden Vortrag die These von Günther Schuh und spitzte sie noch emotional zu. Man müsse auf jeden Fall machen, auch wenn dabei Grenzen überschritten würden; denn nur so würde Innovation geschaffen. Knie forderte dann auch wörtlich: „Wir brauchen Experimentierräume. Wir müssen wieder schauen, wie etwas funktioniert. Wir müssen es probieren können.“ Damit brachte Knie auf den Punkt, was in den Keynotes und Vorträgen vorab schon deutlich gemacht wurde: Ein Ausruhen auf den ersten Erfolgen kann es nicht geben und für die Zukunft wird man weiterhin Mut, Zuversicht und Freiräume benötigen. Den Schlusspunkt der Vorträge bildete die Podiumsdiskussion mit führenden Köpfen der Branche.

Erschienen in Ausgabe: 07/2018