Installationskosten sparen

Technik

Steute. - Funkschalter erhöhen die Flexibilität des Gebäudenutzers und reduzieren die Installationskosten. Beispiele sind die Überwachung von Schranken, das Öffnen und Schließen von Roll- und Schnelllauftoren sowie die Entriegelung von Türen und Toren.

06. Oktober 2009

Der Einsatz von kabellosen Schaltgeräten bietet vor allem in Verwaltungs- und Industriegebäuden erhebliche Vorteile. Hier, wo häufig Abteilungen umziehen, wo Räume neu aufgeteilt werden und Maschinen ihren Platz wechseln, ist der Gebäudenutzer flexibler, wenn er in diesen Fällen keine Stemmarbeiten und Neuinstallationen vornehmen muss. Inzwischen gibt es Referenzbeispiele von Gebäuden, die teilweise oder komplett mit energieautarken Funk-Schaltgeräten ausgerüstet sind. Wenn hier zum Beispiel eine Wand entfernt oder eine zusätzliche Tür eingesetzt werden soll, braucht man die Schalter, die versetzt werden müssen, nur abzunehmen (die Befestigung erfolgt in der Regel über Schrauben und Dübel, aber auch Klebeverbindungen sind möglich) und an anderer Stelle wieder anzubringen. In diesen Fällen bewährt sich die innovative En-Ocean-Funktechnologie, die neben der kabellosen Signalübertragung per Funk ein weiteres Produktcharakteristikum aufzuweisen hat: Da die Schaltgeräte die benötigten geringen Energiemengen nach dem Prinzip des „Energy Harvesting“ aus der Umgebung generieren, kann man sowohl auf eine externe Energieversorgung als auch auf eine Batterie verzichten. Die Energie stellt beispielsweise ein miniaturisiertes Solarmodul mit integriertem Energiespeicher oder ein elektrodynamischer Energiegenerator bereit, der die Bewegung des Schaltstößels zur Gewinnung elektrischer Energie nutzt.

Somit arbeiten diese Schaltgeräte vollkommen autark, und da keine Batterie überwacht oder ausgetauscht werden muss, kommen sie ohne Wartungsaufwand aus.

Gebäudebetreiber, die diese Technologie für die Elektroinstallation nutzen wollen, haben eine große Auswahl an energieautarken Schaltgeräten. Neben den drei großen Einsatzbereichen Licht, Beschattung und Heizung/Lüftung/Klima gibt es auch eher „exotische“ Anwendungen wie zum Beispiel die Präsenzüberwachung am Arbeitsplatz: Hier ist der Funkschalter in einen Bürostuhl integriert. Steute hat sich frühzeitig mit der Entwicklung von energieautarken Schaltgeräten befasst, die allerdings zunächst ausschließlich in industriellen Anwendungen genutzt wurden. Hier gibt es ebenfalls interessante Einsatzbereiche. Zum Beispiel kann man bei größeren, seitlich verschiebbaren Maschinentüren auf eine aufwendige und verschleißintensive Kabelschleppeinrichtung verzichten, wenn man als Entriegelungstaster Funkschaltgeräte einsetzt. Die Praxis zeigt, dass sich diese Technologie auch unter den ungünstigen Umgebungsbedingungen der industriellen Produktion bewährt.

Sehr rasch stellte sich ein konkretes Einsatzfeld heraus, in dem die Nachfrage nach energieautarken Schaltgeräten besonders groß ist. In nahezu jedem Produktionsbetrieb gibt es Roll- oder Schnelllauftore, die über Seilzugschalter betätigt werden, damit die Staplerfahrer für das Öffnen bzw. Schließen des Tors nicht vom Stapler absteigen müssen. Da diese Schalter oft in großer Höhe an der Decke angebracht und die Zuleitungen entsprechend installiert werden müssen, übersteigt der Aufwand für die Montage meistens die Kosten für den reinen Schalter.

Hier bewährt sich ein kabelloser Zugschalter, der an beliebiger Stelle befestigt wird und ebenso schnell bei Bedarf auch wieder versetzt werden kann.

Auf der Suche nach weiteren Anwendungsfeldern an der Schnittstelle von Industrie- und Gebäudetechnik waren sowohl die Endanwender als auch die einzelnen Gewerke der Haustechnik sehr kreativ. Ein Beispiel sind Klappen und Ventile in Heizungs- und Lüftungsanlagen, die an schwer zugänglichen Stellen angebracht sind. Ihre Stellung kann per Funk-Positionsschalter überwacht werden. Ebenso vorteilhaft ist der Einsatz an Schranken, die etwa Werkszufahrten und -pforten absichern: Wenn man die Endlage der Schranke in der Aufnahme über einen Funk-Positionsschalter überwacht, erspart man sich das Verlegen von mehreren Metern Kabel im Erdreich. Dieses Beispiel macht die Einspareffekte an Zeit und Kosten anschaulich. Auch bei der Überwachung von Dachluken oder Notausgängen ergeben sich diese Vorteile. Dasselbe gilt für den Diebstahlschutz von Solaranlagen oder anderen Komponenten der Gebäudetechnik: Er kann über einen verdeckten Einbau von Funkschaltgeräten gewährleistet werden.

In vielen Fällen wird hier der Einsatz von Schaltgeräten mit elektrodynamischem Energiegenerator sinnvoll sein. Diese Schalter erzeugen die elektrische Energie, die zum Senden des Funksignals nötig ist, aus der Bewegung des Schaltstößels. Das heißt: Die Energie wird genau dann erzeugt, wenn sie gebraucht wird. Dieses Schaltprinzip ist sehr langlebig: Die Geräte erreichen eine mechanische Lebensdauer von über einer Million Schaltspielen.

Es empfiehlt sich der Einsatz von Funkschaltern mit Solarzelle, sofern der Anwender als zusätzliches Sicherheitsmerkmal ein periodisches Präsenzsignal wünscht. Im Funkmodul, das ins Schaltgerät integriert ist, befindet sich ein winziger Energiespeicher, der die autarke Funktion bei Tag/Nacht-Zyklen bzw. bei bis zu 48 Stunden Dunkelheit sicherstellt. Eine weitere Alternative ist die Verwendung von Batteriemodulen. Sie sind mit langlebigen Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Standzeiten von bis zu zehn Jahren erreichen.

Zum Produktspektrum der Funkschaltgeräte gehören auch Fußschalter, die sich beispielsweise zum Öffnen und Schließen von Türen oder zum Betätigen von Maschinenfunktionen eignen. In dieser Anwendung ist das Fehlen eines Kabels aus Gründen der Ergonomie und der Sicherheit vorteilhaft: „Stolperfallen“ durch herumliegende Kabel gehören der Vergangenheit an.

Neu im Funkschaltgeräte-Programm von Steute sind komplette Aufputz-Befehlsgeräte mit einem bis vier Einzel-Betätigern, die jeweils in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung stehen beziehungsweise nach den Wünschen des Anwenders bestückt werden. Der Anwender oder der Installateur muss also nur die Einheit montieren – dazu reichen zwei Dübel und zwei Schrauben – und die Empfangseinheiten im Schaltschrank einsetzen. Mehr Aufwand ist nicht erforderlich, um verschiedene gebäudetechnische Funktionen zu steuern. Unabhängig von der Bauart und der Energiequelle lassen sich die Funkschaltgerä-te nicht nur problemlos und flexibel montieren, sondern ebenso einfach, mit wenigen Schritten, in Betrieb nehmen.

Über die „Teach-in“-Funktion ergibt sich automatisch die Zuordnung des Schaltgerätes zur jeweiligen Empfangseinheit. Dabei werden im Innenbereich Reichweiten bis ca. 30 Meter erreicht, in Außeneinsätzen bis zu ca. 300 Meter. Für noch größere Distanzen steht ein Funk-Repeater zur Verfügung.

TESTKOFFER

Zum Ausprobieren

Den praktischen Einsatz der Energy-Harvesting-Schaltgeräte kann man jetzt auch ganz einfach selbst erproben: Steute hat einen „Testkoffer“ zusammengestellt mit allem, was man für eine Testinstallation braucht.

Zum Testpaket gehört eine Bedienungsanleitung, die in wenigen Schritten durch die Montage und Inbetriebnahme führt.

Dieser Koffer steht Interessenten mit verschiedenen Typen von Schaltgeräten zur Verfügung.

Erschienen in Ausgabe: 06/2009