Instandhaltung ist Pflicht

Technik

Wagner. - Wenn in der Produktionshalle oder im Lagerbereich ein Feuer ausbricht, muss die Brandschutzanlage einwandfrei funktionieren um große Personen- und Sachschäden zu vermeiden. Der fachgerechten Instandhaltung kommt dabei eine entscheidende Rolle zu.

09. Mai 2017
Wenn die Brandschutzanlage aufgrund von Versäumnissen bei der Instandhaltung streikt, hat das schwerwiegende Folgen – vor allem für den Betreiber, der haftbar gemacht werden kann. Dabei gibt es klare Vorgaben, welche Instandhaltungsmaßnahmen wann und von wem durchzuführen sind.
Bild 1: Instandhaltung ist Pflicht (Wenn die Brandschutzanlage aufgrund von Versäumnissen bei der Instandhaltung streikt, hat das schwerwiegende Folgen – vor allem für den Betreiber, der haftbar gemacht werden kann. Dabei gibt es klare Vorgaben, welche Instandhaltungsmaßnahmen wann und von wem durchzuführen sind.)

Betreiber von Gewerbe- und Indus-triebetrieben sind durch die Arbeitsstätten- und Betriebssicherheitsverordnung sowie durch die jeweilige Landes-bauordnung dazu verpflichtet, für funktions-fähige Brandschutzmaßnahmen zu sorgen. Hierzu gehört nicht nur die fachgerechte Montage, sondern auch die Instandhaltung der entsprechenden Anlagen.

In der Praxis sieht dies häufig anders aus. So werden die geforderten Brandschutzanlagen richtlinienkonform projektiert und installiert, im Anschluss aber oft vernachlässigt. Die Gründe variieren von Kosteneinsparungen, Unkenntnis und unrealistischer Risikoeinschätzung bis hin zum Nichtmelden von baulichen Veränderungen, die die ursprünglich ausgelegte und gebaute Brandschutzanlage in ihrer Wirksamkeit beeinträchtigen können.

Versäumnisse dieser Art können teuer werden – denn kommt der Betreiber seiner Instandhaltungspflicht nicht nach, kann die Feuerversicherung im Brandfall den Versicherungsschutz verweigern. Sind Verletzte oder gar Tote zu beklagen, können strafrechtliche Konsequenzen auf den Betreiber zukommen.

Daher ist es unerlässlich, Brandschutzanlagen funktionstüchtig zu halten. Gemäß DIN 31051 gliedert sich die Instandhaltung in die vier Grundmaßnahmen: Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Verbesserung.

Die Inspektion dient zur Feststellung und Beurteilung des Sollzustandes – man kann hier im weitesten Sinne von Funktionskontrolle sprechen. Die Wartung umfasst Maßnahmen, die den Sollzustand sicherstellen. Bei einer Instandsetzung wird eine defekte Anlage entstört, um wieder den Betrieb aufzunehmen. Unter Verbesserung lassen sich schließlich alle Maßnahmen zusammenfassen, die zur Steigerung der Funktionssicherheit dienen.

Bei der Instandhaltung und Prüfung von Brandschutzanlagen gelten verschiedene Vorgaben: Wartungsanweisungen des Herstellers, Richtlinien der Sachversicherungen, Bauordnungsrecht des jeweiligen Bundeslandes sowie versicherungsrechtliche Vorschriften.

Für anlagentechnische Brandschutzlösungen vom Hersteller und Errichter Wagner Group sind dabei beispielsweise die Richtlinien VdS 2093 (Feuerlöschanlagen mit gasförmigen Löschmitteln), VdS 2380 (Feuerlöschanlagen mit nicht verflüssigten Inertgasen), VdS 2381 (Feuerlöschanlagen mit halogenierten Kohlenwasserstoffen), VdS 3527 (Sauerstoffreduzierungsanlagen) und DIN VDE 0833 (Gefahren- bzw. Brandmeldeanlagen) von Bedeutung. In Merkblättern finden sind auch Prüffristen sowie sämtliche Maßnahmen, die im Rahmen der Instandhaltung durchzuführen sind. Zur Anwendung kommen dabei die Wartungsanweisungen des Herstellers sowie die Richtlinien, auf deren Verwendung sich Betreiber, Errichterfirma und Versicherer geeinigt haben.

Als Faustregel gilt, dass der Betreiber verpflichtet ist, seine Anlage regelmäßig zu kontrollieren und dafür Sorge zu tragen hat, dass alle notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen eingehalten werden. Das fängt bei Eigenkontrollen an, die der betriebliche Betreuer der Brandschutzanlage täglich, wöchentlich oder monatlich durchführt – genaue Kontrollpläne für die jeweiligen Anlagen sind den Bedienungsanleitungen zu entnehmen.

Inspektionen und Wartungen sollten von zertifizierten Firmen durchgeführt werden. Sachverständigenprüfungen nach Baurecht obliegen unabhängigen Sachverständigen von Prüforganisationen wie VdS, Dekra oder TÜV. Riskant wird es, sobald Anlagen nicht der entsprechenden Sachverständigenprüfung unterzogen und diese auch nicht von VdS-anerkannten Errichtern gewartet werden. Hier greifen Betreiber für die Instandhaltung oft auf nicht zertifizierte Firmen zurück. Diesen fehlt oft das Wissen über den jeweiligen Anlagentyp, auch können sie bei Reparaturen nicht direkt auf Ersatzteile zugreifen. Im wahrsten Sinne ein Spiel mit dem Feuer – denn wenn ein Betreiber eine unzureichend qualifizierte Instandhaltungsfirma beauftragt und die Anlage im Brandfall versagt, liegt die Verantwortung komplett bei ihm.

Im schlimmsten Fall muss er selbst für den entstandenen Schaden haften. Demnach gilt laut VdS 2038, den Allgemeinen Sicherheitsvorschriften der Feuerversicherer für Fabriken und gewerbliche Anlagen, dass die ständige Funktionsbereitschaft von Brandschutzanlagen durch Wartungen sicherzustellen ist – andernfalls droht der Verlust des Versicherungsschutzes. Daher empfiehlt der VdS die Instandhaltung durch eine für das System anerkannte Errichterfirma. Damit handeln Betreiber vorbildlich. Auch die Ersatzteilbeschaffung ist im Falle des Falles kein Thema.

Der Abschluss eines Instandhaltungsvertrages mit einer anerkannten Errichterfirma gewährleistet aber nicht nur die ständige Funktionssicherheit, es wird auch kein vorgeschriebener Inspektions- oder Wartungstermin vergessen. Veränderungen an der Anlage fallen sofort auf und werden umgehend nachgebessert – damit wird der Werterhalt des gesamten Systems entscheidend verlängert. Ein weiterer Vorteil: Die jährlichen Instandhaltungskosten sind transparent und kalkulierbar, da sie im Vertrag genau festgehalten sind.

Erschienen in Ausgabe: 03/2017