Witten-Bommern ist ein Beispiel für viele Stadtteile im Ruhrgebiet: Bedingt durch den demografischen Wandel und ihre Heimatverbundenheit ist ein Großteil der dort lebenden Menschen mittlerweile über 60 Jahre alt. Jetzt erfolgen verstärkt städtebauliche Maßnahmen, die den Stadtbezirk für Familien mit Kindern attraktiv machen. Eine Durchmischung von Altersgruppen soll den Erhalt der Infrastruktur gewährleisten. Sowohl die Stadt Witten als auch die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte eG sehen sich dabei in der Verantwortung.

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Als größtes ortsansässiges Wohnungsunternehmen hat die Witten-Mitte eG 1.800 Wohnungen im Besitz, einen großen Anteil davon in Bommern. Jährlich werden mehrere Millionen Euro in Instandhaltung, Modernisierung und Neubau investiert.

Für eine zukunftssichere Aufstellung reicht es jedoch nicht mehr aus, zeitgemäßen und gepflegten Wohnungsbestand zu vermieten, berichtet Frank Nolte, Vorstandsvorsitzender der Witten-Mitte eG: „Wohnbegleitende soziale Dienstleistungen sind von älteren Mietern, jungen Paaren und Familien immer stärker gefragt.“ Das war der Grund für den Bau eines dreigeschossigen Gebäudes mit 14 öffentlich geförderten, barrierefreien Wohnungen und einer Kindertagesstätte in Hanggeschosslage. Die Witten-Mitte eG realisierte komfortable 1,5- bis 4-Zimmer-Wohnungen mit Flächen zwischen 47 und 95 Quadratmetern. Die Kindertagesstätte bietet auf 470 Quadratmetern Platz für zwei Gruppen mit jeweils 18 Kindern ab zwei Jahren. Darunter sind vier integrative Plätze für Kinder mit Behinderung. Für die Planung beauftragte die Witten-Mitte eG das Stadtplanungs-, Architektur- und Ingenieurbüro Dr. Schramm Fronemann Partner aus Gelsenkirchen. Entstanden ist ein gemischt genutztes Gebäude mit durchdachten Detaillösungen, das in allen Belangen überzeugt: In seiner Gestaltung und Lage am Bommerfelder Ring nimmt der Neubau Bezug auf zwei vorhandene Mehrfamilienhäuser der Witten-Mitte eG, mit dem Ziel einer gut funktionierenden Haus- und Blockgemeinschaft. Der parkähnliche Grünzug, an dessen Ende sich das neue Gebäude befindet, bietet entspannende Naherholung. Grünflächen und Verbindungswege werden gemeinsam genutzt. Die Wohnungen im Neubau sind im Erdgeschoss zugänglich. Das Kellergeschoss befindet sich im Hang und ist gleichzeitig die Kindertagesstätte mit separatem Eingang. Eine Rampe führt von den Wohnungen zur Kindertagesstätte. Die hochwertige Bauweise und die Ausstattung erfüllen alle Komfortansprüche der Lebenshilfe Witten e.V., Trägerin der Kindertagesstätte, und der Mieter.

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Vorgeplante Aufrüstmöglichkeiten für das Wohnen im Alter bereiten die Bewohner auf die Zukunft vor. Das 1. Obergeschoss mit vier Wohnungen ist für Rollstuhlfahrer uneingeschränkt nutzbar. Durch den Einsatz vorgefertigter Außen- und Innenwände ließ sich der Massivbau in nur neun Monaten realisieren.

Dank der Flachdacharchitektur, eines monolitischen Mauerwerks und des modernen Haustechnikkonzepts wird ein Jahres-Primärenergiebedarf von 35,9 kWh/m²a erreicht. Damit erfüllt das mehrgeschossige Gebäude den KfW-Standard Effizienzhaus 70.

Bei der technischen Gebäudeausstattung wurde auf Ressourcenschonung, Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit im laufenden Betrieb geachtet. Der Neubau wird monovalent aus dem Fernwärmenetz der Stadt Witten versorgt und ermöglicht den Bezug von regenerativer Energie aus einem nicht weit entfernten Blockheizkraftwerk. Zur Optimierung der Wärmeentnahme und für die Abdeckung der Spitzenlasten ist an der Fernwärme-Übergabestelle im Keller ein 1.000-Liter-Pufferspeicher zwischengeschaltet. Die Fernwärme wird in der Kita über eine Fußbodenheizung, in den Wohnungen über Radiatoren zur Verfügung gestellt. Der Mindestluftwechsel erfolgt wirtschaftlich und effektiv durch Zu- und Abluftelemente sowie durch ein Lüften nach Bedarf.

Die Warmwasserversorgung erfolgt komplett dezentral. Grundlegende Anforderungen, die zu dieser Entscheidung führten, waren die Vermeidung des Legionellenrisikos gemäß Trinkwasserverordnung sowie die Sicherstellung des Verbrühschutzes nach DIN EN 806 Teil 2. Auf thermostatgesteuerte Auslaufarmaturen wollte man zudem verzichten.

In der Kindertagesstätte ist eine Warmwasserbegrenzung bei 43 °C einzuhalten. Außerdem war es Wunsch der Genossenschaft, den Verbrühschutz vorsorglich in allen Wohnungen zu integrieren. Die Witten-Mitte eG und Architekt Kai Fronemann entwickelten zusammen mit dem Ingenieurbüro Schramm und dem Fachberater Marc Rakowske von AEG Haustechnik das Warmwasserkonzept: Die dezentrale Lösung sieht eine Kombination aus AEG-Trinkwasserstationen und AEG-Durchlauferhitzern vor. Jede Wohnung verfügt über eine eigene Trinkwasserstation, die das Trinkwasser im Durchflussbetrieb erwärmt. Die konstante Zapfleistung von 12 l/min gewährleistet einen hohen Warmwasserkomfort.

In der Kindertagesstätte versorgt eine Trinkwasserstation mit einer Zapfleistung von 16 l/min die Kinder-Duschen und -Waschplätze mit Warmwasser. Die Temperaturkonstanz ist an jeder Zapfstelle gewährleistet, auch wenn Duschen und Waschtische von mehreren Kindern gleichzeitig genutzt werden.

Die Trinkwasserstationen werden mit dem 70°C heißen Heizungsvorlauf versorgt. Bei einer Warmwasseranforderung wird das Kaltwasser vor Ort über den in der Trinkwasserstation integrierten Plattenwärmetauscher exakt auf Zapftemperatur erwärmt. Der abgekühlte Heizungsvorlauf fließt wieder zurück zur Heizzentrale. Die Kreisläufe für Heizwasser und Trinkwasser sind in sich geschlossen.Moderne AEG-Durchlauferhitzer berücksichtigen in der Kita die jeweiligen Nutzungsanforderungen an den Einzelwaschtischen in Küche, Hauswirtschaftsraum und Gäste-WC.

Der Hauswirtschaftsraum erhielt einen elektronischen Durchlauferhitzer DDLE Basis, der das aus der Trinkwasserstation kommende Wasser auf das für Reinigungszwecke erforderliche höhere Temperaturniveau bringt.

Keine Verbindung zur Trinkwasserstation haben hingegen die dezentralen Warmwasserbereiter in Personalraum und Küche: Die bedarfsgerechte Bereitstellung von Warmwasser bis 60 °C übernehmen hier energieeffiziente Durchlauferhitzer DDLE Kompakt FB 11/13 inklusive Fernbedienung. Für die Gästetoilette wurde ein elektronischer Klein-Durchlauferhitzer MTE 350 gewählt. Zum Händewaschen liefert er ausreichend Warmwasser und bietet ebenso konstante Warmwassertemperaturen ab der ersten Sekunde.

„Gegenüber der zentralen Trinkwassererwärmung entfallen sowohl das Speichersystem als auch die Leitungsanlage für Verteilung und Zirkulation einschließlich der erforderlichen Pumpen und Regeleinrichtungen. Zur Versorgung der Wohnungen ist nur eine Leitung für kaltes Trinkwasser erforderlich. Dadurch reduziert sich der Platzbedarf für Installationsschächte“, so Gerhard Rother, Vorstand Technik der Witten-Mitte eG. Mit der Ausführung wurde der SHK-Fachbetrieb Minnhard Meewes GmbH aus Witten beauftragt.

Geschäftsführer Jürgen Niedereichholz erläutert die Vorteile der Systemwahl mit AEG-Trinkwasserstationen: „Ein großer wirtschaftlicher Vorteil ergibt sich durch die Verbindung der zentralen Wärmeerzeugung mit der dezentralen Trinkwasserbereitung. Die genutzten Vorlauftemperaturen zur Warmwasserbereitung toppen die Gesamteffizienz der Anlage.“ AEG Trinkwasserstationen und Durchlauferhitzer garantieren zudem eine einfache Handhabung, lange Lebensdauer und einfache Wartung, betont der Fachmann. „Bei den Trinkwasserstationen erleichtern Vorabsperrungen und der geordnete modulare Aufbau den – im sehr seltenen Bedarfsfall – zügigen Austausch von Einzelelementen.“