Keine Chance für Feuer und Rauch

Technik Sicherheitsspezial

Kaiser. - Durch die Elektroinstallation kann die Feuerwiderstandsklasse einer Brandschutzwand oder -decke geschwächt werden. Dafür bietet die Industrie dem Fachhandwerk ein umfangreiches Sortiment an Brandschutzsystemen, die die Feuerwiderstandsklasse im Brandfall sicherstellen.

04. September 2017
© Kaiser GmbH & Co. KG
Bild 1: Keine Chance für Feuer und Rauch (© Kaiser GmbH & Co. KG)

Im baulichen Brandschutz stellen Elektroinstallationen eine potenzielle Schwachstelle dar. Das belegt die alljährliche Brandursachenstatistik des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der deutschen Versicherer e. V. (IFS). Bei fast 32 Prozent aller Brände wurden Defekte an elektrischen Anlagen oder Geräten als Verursacher ermittelt. Vor diesem Hintergrund hat Kaiser in den vergangenen zehn Jahren das Brandschutzprogramm kontinuierlich ausgebaut.

Mit dem Vollsortiment kann nahezu jede Aufgabenstellung des baulichen Brandschutzes im Bereich der Elektroinstallation gelöst werden. Es umfasst verschiedene Brandschutzdosen für Massiv- und Hohlwände, Einbaugehäuse für Hohldecken sowie Abschottungen für Öffnungen zur Durchführung von Installationsleitungen und -rohren durch Wände oder Decken. Mit den praxisgerechten Lösungen kann die Elektrofachkraft ohne Hilfe anderer Gewerke eine sichere Brandschutz-Elektroinstallation ausführen, sowohl bei Neubauten als auch in Bestandsgebäuden.

Alle Brandschutzdosen und Brandschotts des Herstellers sind mit der AFS-Technik ausgestattet: Im Brandfall verschließt der integrierte Dämmschichtbildner innerhalb kürzester Zeit selbsttätig die Installationsöffnungen in der Brandschutzdecke oder -wand. Dank dieser Technologie sind Umkofferungen nicht mehr notwendig und Dosen oder Schalter können sogar gegenüberliegend angeordnet werden, da die Feuerwiderstandsklasse der Wand nicht geschwächt wird. Die Ausbreitung von Rauch und Feuer wird so zuverlässig verhindert, Fluchtwege im Gebäude bleiben sicher.

Zusätzlicher Montageaufwand entfällt, da der Brandschutz schon in die Elektroinstallation integriert ist. Für alle Arten von Brandschutzwänden, die in Massivbauweise erstellt worden sind, steht die Brandschutzdose Unterputz zur Verfügung. Sie erhält die Feuerwiderstandsdauer der Brandschutzwand EI30 bis EI120.

Die Befestigung erfolgt mit Gips oder Schnellzement – ein spezieller Brandschutzmörtel ist nicht erforderlich. Selbst wenn bei gegenüberliegendem oder einseitigem Einbau die durch die DIN 4102-4 geforderte Restwandstärke von 60 mm unterschritten wird, sorgt die Brandschutzdose Unterputz für einen sicheren und rauchdichten Abschluss der Brandschutzwand.

Die Hohlwanddosen-Serie HWD 90 ist durch kontinuierliche Produktergänzungen und technische Aktualisierungen jetzt für den Einbau in Brandschutzwände der Feuerwiderstandsklassen EI30 bis EI120 geeignet. Die innovative Weiterentwicklung der AFS-Technik hat dazu geführt, dass die Brandschutzdosen eine Feuerwiderstandsdauer von bis zu 120 Minuten aufweisen.

Außerdem erhalten alle Dosen des Typs HWD 90 die Schallschutzfunktion vollständig bis zu einem Schalldämmmaß von 77 dB. Das Brandschutzprogramm HWD 90 besteht aus einer Gerätedose und einer Geräte-Verbindungsdose sowie einer Electronic-Dose. Diese bietet zusätzlichen Raum für elektronische Bauteile und kann auch als Doppeldose eingesetzt werden.

Kaiser hat auch für die Brandschutzbasis eine Hohlwanddose entwickelt: Die HWD 68 bietet die Feuerwiderstandsklasse EI90 und eine schnelle sowie einfache Montage für das Elektrohandwerk. Die Dosen werden in einer 68-mm-Fräsöffnung installiert und lassen sich mittels Verbindungsstutzen kombinieren. Sie dürfen auch direkt gegenüberliegend eingebaut werden – selbst in einer Fünffach-Kombination. Bei Verwendung des Brandschutzdeckels kann die Hohlwanddose als Verbindungsdose bis EI60 eingesetzt werden.

Die Deckendose HWD 30 für Brandschutzdecken rundet das Angebot ab. Sie gewährleistet die Feuerwiderstandsklasse bis EI30, bei Hinterlegung mit Dämmmaterial sogar bis zu EI90. Eine zusätzliche Umkofferung der Dose mit Plattenmaterial im Deckenhohlraum ist auch hier nicht notwendig. Die Deckendosen dienen der Montage von Einbaugeräten wie Leuchten, Kameras sowie Bewegungs- oder Rauchmeldern und sind darüber hinaus mit Brandschutzdeckel als Verbindungsdosen nutzbar.

Bei der neuen Generation der Flamox Einbaugehäuse für abgehängte EI30-Brandschutzdecken sind die Abmessungen an die moderne Beleuchtung und Beschallung angepasst. In den Gehäusen können Leuchten mit LEDs, Kompaktleuchtstofflampen, Niedervolt- und Hochvolt-Halogenlampen sowie Lautsprecher und andere Einbaugeräte inklusive eventuell benötigter Betriebsgeräte installiert werden.

Sie lassen sich auch nachträglich in den Decken von unten durch die dafür zu erstellende Installationsöffnung montieren, ohne dass es zusätzlicher Abhängungen bedarf. Somit steht dem Elektrohandwerk ein Gehäusesystem für Brandschutzdecken zur Verfügung, das nachträglich zu montieren sowie universell einsetzbar ist und gleichzeitig die erforderliche Sicherheit für die Installation von Leuchten und Lautsprechern in Brandschutzdecken bietet.

Für Durchbrüche durch Brandschutzwände oder -decken hat der Hersteller unterschiedliche Schottsysteme wie das Leitungsschott LS 90 und das Rohrschott RS 90 für einzelne Kabel oder Rohre, die zweiteiligen Dosenschottsysteme DS 90/74 und DS 90/120 für Kabel sowie Leitungs- oder Rohrbündel größeren Durchmessers im Programm.

Die Abschottungen können in massive Mauerwerkswände-, Beton- und Trockenbauwände eingebaut werden. Darüber hinaus werden spezielle Deckenschottsysteme für Beton- oder Porenbetondecken angeboten.

Alle Systeme sind mit der AFS-Technik ausgestattet und lassen sich mit herkömmlichem Werkzeug installieren. Zudem können sie jederzeit demontiert werden, sodass Nachbelegungen zerstörungsfrei und sicher ausführbar sind. Zum rauchdichten Verschluss der Enden von Installationsrohren, die in Brandschutzdecken und -wänden verwendet werden, stehen zudem patentierte Dichtstopfen zur Verfügung. Damit lassen sich dank der Econ-Technik sowohl Leitungen als auch Einzeladern luft- und vor allem rauchdicht durch Installationsrohre führen.

Auch im privaten Wohnraum, wo baulicher Brandschutz baurechtlich nicht vorgeschrieben ist, ist die brandschutzsichere Installation von LED- oder Halogen-Einbauleuchten eine wichtige und sinnvolle Präventionsmaßnahme. Schließlich gehen von Leuchten in Decken in Leichtbauweise oft hohe Temperaturen aus.

Baustoffe und Bauteile wie Dampfsperre, Dämmung oder Holzkonstruktion sind oft einer latenten Brandgefahr ausgesetzt. Für den Einbau von starren oder schwenkbaren LED-Leuchten in Hohldecken gibt es das Thermox-LED-Programm. Es besteht aus vier Gehäusen in verschiedenen Größen. Diese lassen sich in Paneel- oder Kassettendecken ebenso installieren wie in fugenlosen Unterdeckenkonstruktionen aus Gipskarton, Mineralfaserplatten, MdF- oder Spanplatten mit Einfach- oder Zweifach-Lattung.

In gedämmten Decken sorgen die werkzeuglos zu montierenden Gehäuse für die dauerhafte Luftdichtheit und schützen gleichzeitig das umgebende Material, wie Dampfbremsfolie oder Dämmung, vor zu hoher Erhitzung durch die vom Leuchtmittel abgegebene Wärme.

Das Thermox-Einbaugehäuse eignet sich für den Einbau von Halogenlampen sowie Leuchten, die mit LED-Retrofit-Leuchtmitteln ausgestattet sind. Es minimiert die von heißen Lampen ausgehende Gefahr in nahezu allen Deckenarten und schirmt brennbare Materialien sicher ab. Das Gehäuse schafft stets einen sicheren Abstand zur Leuchte.

Erschienen in Ausgabe: 05/2017