Kohlenstoffdioxid – Gift in den eigenen vier Wänden

HKL

Elsner. Oft wird stark unterschätzt, wie wichtig das Lüften in den eigenen vier Wänden eigentlich ist. Lüften bringt frische Luft ins Zuhause und minimiert den CO2-Gehalt in der Raumluft. Doch wie hoch ist der Anteil an CO2 tatsächlich? Dank moderner Technik lassen sich CO2-Messung und automatisches Lüften miteinander kombinieren.

08. Oktober 2018
© Elsner
Bild 1: Kohlenstoffdioxid – Gift in den eigenen vier Wänden (© Elsner )

Frische Luft tut allen gut, denn unser Körper benötigt Sauerstoff, um richtig zu funktionieren. Frischluft heißt nichts anderes als eine gute Luftqualität mit geringem CO2-Anteil. Die Luftqualität wird in ppm – „Parts per Million“ – gemessen, also Volumenteile pro Million Volumenteile – sprich, wie viel Prozent CO2 sich anteilig in der Luft befindet. Die Norm DIN 1946 legt den für die Raumbelüftung empfohlenen Maximalwert auf 1.500 ppm fest.

Wann wird es bedenklich?

Zum Vergleich: Frischluft von draußen hat meist einen Wert zwischen 350 ppm und 500 ppm. Eine Wohnung hat im Durchschnitt zwischen 500 ppm und 1.000 ppm, 800 ppm gilt hier noch als gutes Maß.

Bei einem Wert von über 1.000 ppm sollte gelüftet werden. Übersteigt der Wert die 2.000-ppm-Grenze, muss gelüftet werden, da dies bereits bedenklich für den Körper ist. Das Raumklima in den eigenen vier Wänden oder im Büro kann starken Einfluss auf die körperliche Gesundheit, Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden nehmen. CO2 breitet sich besonders in kleinen Räumen sehr schnell aus und übersteigt die empfohlene Grenze. Aber auch Schlafzimmer und Aufenthaltsräume sind häufig betroffen, da eher unregelmäßig oder viel zu kurz gelüftet wird.

Wie viel CO2 ist im Raum

Wahrscheinlich ist nun der erste Gedanke: Dann wird eben gelüftet, dann ist wieder genug Frischluft im Raum. Die CO2-Konzentration sinkt zwar dann und beeinträchtigt nicht mehr unmittelbar das Wohlbefinden, aber den exakten CO2-Level weiß man nicht. Hier setzt die intelligente Gebäudetechnik mit CO2-Sensoren an.

Sie überwacht in den eigenen vier Wänden die CO2-Konzentration eigenständig. Das ist nicht nur sehr komfortabel, sondern gleichzeitig auch energieeffizient dank der automatischen Belüftungsfunktion. Elsner Elektronik bietet hierzu für verschiedene Systeme diverse CO2-Sensoren als Einzelgeräte oder Kombigeräte an.

Eine Variante für den Einsatz in jedem Gebäude ist die kompakte Lüftungssteuerung AQS/TH-PF, die kein Bus-System benötigt. Das Kombigerät mit Sensorik und Steuerungstechnik automatisiert die Belüftung über Fenster/Lüftungsgeräte und zeigt den exakten CO2-Wert im Display an. Sie wird einfach im Schalterprogramm des Gebäudes integriert und mit dem Fenster/Lüftungsgerät verbunden. So einfach kann CO2-Erfassung und automatische Belüftung sein.

Lüftung bei Bedarf

Für die CO2-Messung in Gebäuden, die mit der KNX-Gebäudebustechnik ausgerüstet sind, eignen sich zum Beispiel die Wandsensoren KNX AQS/TH-UP gl und KNX AQS/TH-UP Touch.

Sie kombinieren verschiedene Funktionalitäten wie Temperatur- und Feuchtigkeitserfassung mit der CO2-Messung. Sind Fenster oder Lüftungsgeräte per KNX-Aktoren ansteuerbar, veranlassen die Sensoren das automatische Öffnen/Schließen der Fenster beziehungsweise das An-/Ausschalten der Lüftung, um die Luftqualität im Raum wieder auf ein angenehmes Niveau unter 1.000 ppm zu bringen.

Bewohner müssen sich hier aber keine Sorgen machen: Nächtliches Öffnen der Fenster zum Lüften kann durch manuelle Zeitvorgaben unterbunden werden.

Oder Bewohner nutzen diese Zeitschaltfunktion gezielt aus, damit zum Beispiel am Morgen besonders frische und kühle Luft in den Raum strömt.

Eine Möglichkeit den CO2-Gehalt visuell darzustellen bietet der Raum-Controller Corlo Touch KNX. Das Display kann unter anderem die genauen Werte oder eine textbasierte Aufforderung zum Lüften anzeigen. Zusätzlich kann die integrierte Ambientebeleuchtung des Geräts verwendet werden, die beispielsweise auf die Farbe Rot wechselt, um dadurch auf die schlechte Raumluft aufmerksam zu machen.

Für die unauffällige Deckenmontage ist zum Beispiel der Sensor Sewi KNX AQS geeignet, ein reiner CO2-Sensor. Das Gerät steuert die Lüftung zum Beispiel über mit KNX-Aktoren ausgestattete Fenster. Der Sensor steht auch als Variante für die Kommunikation per Modbus-Datenprotokoll zur Verfügung.

Raumluft spielt überall eine Rolle

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten den CO2-Wert zu messen: Das reicht von der Lüftungsempfehlung bis zur Lüftungsautomatik und von der Einzel-Steuerung bis hin zum ganzen KNX-System.

Für jedes Projekt gibt es einen individuellen Lösungsansatz. Wichtig ist das Bewusstsein, dass die CO2-Konzentration, egal ob in privaten, öffentlichen oder industriell genutzten Gebäuden, ein wichtiger Einflussfaktor auf das Wohlbefinden und die eigene Leistungsfähigkeit ist und nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Weiterführende Quellen: Bekanntmachung „Gesundheitliche Bewertung von Kohlendioxid in der Innenraumluft“ vom Umweltbundesamt (2008).

Erschienen in Ausgabe: 06/2018