Kontinuierlich Potenziale erschließen

Gebäudetechnik

Siemens. Klebs+Hartmann setzt als Technologiepartner von Siemens auch im eigenen Haus auf Schaltanlagen- und Energiemonitoringlösungen des Herstellers. Regelmäßige Updates sorgen dafür, dass die Anlagen immer auf dem neuesten Stand sind.

13. Juni 2018
© Siemens
Bild 1: Kontinuierlich Potenziale erschließen (© Siemens)

Klebs+Hartmann deckt als familiengeführter Handwerksbetrieb mit 100 Mitarbeitern ein breites Spektrum der Elektrotechnik ab. Das Leistungsportfolio reicht von Nieder- und Mittelspannungsschaltanlagen über die Installation und Instandsetzung elektrischer Maschinen bis hin zu Servo- und Frequenzumrichtertechnik, Prozessautomation und Netzersatzanlagen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Planung, Projektierung und Fertigung von Niederspannungs-Hauptverteilungen gemäß den Anforderungen der IEC 61439 bis 4.000 Ampere (A) Stromstärke. Besonders im Fokus stehen im Unternehmen wie auch auf Kundenseite Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, wie Geschäftsführer Dr. Rudolf Maleri erklärt: „Für unsere Kunden entwickeln und implementieren wir Lösungen für eine energieeffiziente Zukunft. Nachhaltiges Wirtschaften durch einen bewussteren Umgang mit Ressourcen führt nicht nur zu einer Verbesserung der Performance des Unternehmens in sozialen, ökologischen und ethischen Bereichen, sondern auch zu einem finanziell messbaren Mehrwert.“

Die Elektrotechnikprofis sind bei Techniktrends immer vorne dran und setzen deshalb auch im eigenen Haus auf aktuelle technische Lösungen. So können sie zum einen praktische Erfahrungen mit neuen Systemen sammeln und zum anderen ganz konkret davon profitieren. Und nicht zuletzt dienen die Anlagen als Demoobjekte für interessierte Kunden.

Pionier für Innovationen

Bereits 2012 implementierte das Unternehmen ein Energiemonitoring gemäß ISO 50001. Dafür wurde die bestehende Hauptverteilung vom Typ Sivacon S8 im Zuge einer Erweiterung durch entsprechende Messgeräte ergänzt, um elektrische und andere Energieströme transparent zu machen. Die Daten werden von den Messgeräten entweder direkt über den Strom- und Spannungseingang oder indirekt über zusätzliche Sensoren wie Durchflussmesser mit Impulsausgang (z.B. Druckluft) erfasst und über digitale Eingänge (S0 Impulse) vom Messgerät 7KM PAC4200 via Modbus TCP in das Computernetzwerk eingespeist.

Dafür kamen im ersten Schritt 18 Messgeräte der 7KM-PAC-Reihe aus dem Sentron-Portfolio von Siemens zum Einsatz: 17 Messgeräte 7KM PAC3100/3200 sowie ein besonders leistungsfähiges 7KM PAC4200. Weitere Daten liefert ein offener Leistungsschalter 3WL in Einschubtechnik, der über eine COM16 Schnittstelle in die Energiemonitoringlösung eingebunden ist.

Die wesentlichen Vorteile eines solchen systematischen Energiemanagements lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:

1. Geringere Energiekosten steigern den Gewinn. In fast allen Unternehmen, selbst in denen mit hohem Energiebewusstsein, finden sich Einsparpotenziale bei der Energienutzung.

2. Ein systematisches Energiemanagement bietet neben der Optimierung der Energieeffizienz auch die Chance zu größerer Transparenz und Zuverlässigkeit der Energieversorgung und -auslastung. Damit können Unternehmen beispielsweise auch die Norm ISO 50001 erfüllen.

3. Energieintensive Unternehmen mit zertifiziertem Energiemanagementsystem können im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Härtefall- bzw. Ausgleichsregelungen geltend machen. Seit 2013 ist ein überprüfbares Energiemanagementsystem nach ISO 50001 zudem Voraussetzung für Energie- und Stromsteuerermäßigungen.

Es geht noch mehr Mehrwert

Auch bei Klebs+Hartmann waren die Ergebnisse des Energiemonitorings von Anfang an überzeugend und schlugen sich vor allem in enormen Einsparungen bei der elektrischen Energie sowie bei der Druckluft nieder. Diese Erfahrungen werden an die Kunden weitergegeben. Aufgrund der Daten, die die Energiemonitoringsoftware Powermanager geliefert hat, wurden bei Klebs+Hartmann zehn bis fünfzehn Prozent der Energiekosten an elektrischer Energie eingespart.

Neu entwickelte Komponenten bieten nun zusätzliche Möglichkeiten, gerade auch im Hinblick auf Digitalisierung und vernetzte Umgebungen. Das betrifft zum einen die aktuellste Kompaktleistungsschalter-Generation 3VA. Bei den kommunikationsfähigen Modellen der Baureihe 3VA2 ist eine Messfunktion zur Erfassung von Strom, Spannung und Energie bereits integriert. Damit sich Kompaktleistungsschalter in Automatisierungsumgebungen und Energiemonitoringsysteme integrieren lassen, müssen sie kommunikationsfähig sein. Genauer: kommunikationsfähig über Standardprotokolle.

Der Datentransfer erfolgt über die gängigen Bussysteme Profibus, Profinet und Ethernet (Modbus TCP). Über die generellen Anforderungen der Digitalisierung hinaus stellen die zunehmende Automatisierung einerseits und eine immer flexiblere Stromerzeugung andererseits heute viel komplexere Anforderungen in Bezug auf die Netzqualität: Die Einspeisung erfolgt über verschiedenste Energieerzeuger, was zu größeren Spannungs- und Frequenzschwankungen führen kann. Gleichzeitig sind moderne Automatisierungssysteme auf eine gleichbleibende Netzqualität angewiesen.

Netzqualität im Fokus

Eine verbesserte Netzqualität steigert und sichert also die Anlagenverfügbarkeit, weil Fehlfunktionen und Beschädigungen in der Produktion oder bei Endgeräten vermieden werden. Die technische Antwort darauf liefert das neue Messgerät 7KM PAC5200: Über einen integrierten Power-Quality-Recorder kann es Netzschwankungen beziehungsweise -unterbrechungen aufzeichnen und auswerten.

Erschienen in Ausgabe: 04/2018