Licht für jede Schicht

Trilux. Nachtarbeit ist per se eine Belastung für den Körper. Durch die richtige spektrale Zusammensetzung des Lichts lassen sich Belastungen bei der Schichtarbeit minimieren, ohne die normativ geforderte Lichtqualität zu beeinträchtigen.

27. Mai 2019
Licht für jede Schicht
Licht, das über die Augen aufgenommen wird, ist ein wichtiges Signal, das den biologischen Rhythmus – insbesondere den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus – steuert. (© Trilux)

Bei einer Human-Centric-Lighting(HCL)-Lichtlösung steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt. „Mit dem E-Line-Lichtband haben wir seit über 25 Jahren eine extrem leistungsfähige und hochflexible Lösung zur industriellen Hallenbeleuchtung im Portfolio, die wir kontinuierlich weiterentwickeln und an neue Anforderungen im Markt anpassen. Durch das Zusammenspiel der neuen E-Line Next LED Active-Leuchten mit dem Live-Link-Lichtmanagementsystem wird die Beleuchtung intelligent und flexibel“, erklärt Dr. Raphael Kirsch, Leiter Lichtanwendungen bei Trilux.

„Die Lichtbänder lassen sich über das Live-Link-Lichtmanagementsystem ansteuern und können die spektrale Zusammensetzung des Lichts individuell variieren, abhängig von der Tageszeit oder dem vorhandenen Resttageslicht. Dabei erfüllt das Licht alle normativen Vorgaben – und reduziert gleichzeitig die Belastungen durch den Blaulicht-Anteil während der Nachtschicht auf ein Minimum.“ Auch den Tagesschichten bietet die HCL-Lösung Mehrwert. Denn im Tagesverlauf verändert sich die spektrale Zusammensetzung des natürlichen Sonnenlichts.

Natürlicher Verlauf

Mittags besitzt es einen höheren Blaulicht-Anteil, kurz vor dem Sonnenuntergang dagegen nehmen die Rotlicht-Anteile zu. Durch das Arbeiten in geschlossenen Räumen fehlen dem Körper tagsüber diese wichtigen Impulse. „Unsere Active-Leuchten in Verbindung mit intelligentem Lichtmanagement verändern die spektrale Zusammensetzung des Lichts analog zum natürlichen Tageslicht – und bringen den Menschen so das Tageslicht in die Räume“, bringt es Dr. Kirsch auf den Punkt.

Grundsätzlich muss eine industrielle Beleuchtungslösung alle normativen Vorgaben erfüllen und so optimale Arbeitsbedingungen für die Angestellten schaffen sowie höchste Arbeitssicherheit gewähren. Dabei steht bislang primär die optische Orientierung durch Licht im Fokus, etwa die Beleuchtungsstärke und Blendung. Für die spektrale Zusammensetzung des Lichts beziehungsweise der Lichtfarbe gibt es dagegen bislang keine verbindliche Norm.

Das Thema ist jedoch in den verschiedenen normativen Institutionen in Diskussion. Somit steigt aktuell das Bewusstsein für die biologische Wirkung des Lichts in Wirtschaft und Wissenschaft sowie in der Politik und Gesellschaft – wodurch sich entsprechende Vorgaben oder Richtlinien in Zukunft nicht ausschließen lassen.

Deshalb sollten sich Unternehmen vor einer Neuplanung oder der Sanierung einer Bestandsanlage über das Thema HCL und die aktuellen Möglichkeiten bei der Industriebeleuchtung informieren.

Der Aufwand dafür ist häufig geringer als erwartet. So lassen sich zum Beispiel E-Line-Bestandsanlagen werkzeuglos innerhalb kürzester Zeit durch einen einfachen Austausch der LED-Module auf HCL umrüsten, sofern bereits Dali-Steuerleitungen vorhanden sind. Und auch die Neuinstallation einer HCL-Anlage unterscheidet sich vom Aufwand her nur unwesentlich von der einer herkömmlichen Beleuchtungslösung. Die Möglichkeiten, die eine HCL-Lösung bietet, sind vielseitig und hängen stark von den individuellen Rahmenbedingungen vor Ort sowie den Vorstellungen und Wünschen der Nutzer ab.

Die Möglichkeiten ausloten

Eine HCL-Lösung für ein Bürogebäude mit flexiblen Arbeitszonen unterscheidet sich elementar von einem HCL-System für den industriellen Schichtbetrieb. Und auch dort gibt es immense Unterschiede. So muss die Beleuchtungsanlage beim Stahlabstich anderen Kriterien genügen, als in der Lebensmittelproduktion oder in der Halbleiterfertigung.

In einem Beratungsgespräch werden die individuellen Anforderungen an das System definiert, maßgeschneidert auf das Unternehmen und die Branche. Durch die hohe Variantenvielfalt der HCL-fähigen E-Line Next LED bietet Trilux die passgenaue Lösung für nahezu jeden Anwendungsbereich in der Industrie. Gesteuert werden die Leuchten über das Live-Link-Lichtmanagementsystem. Kunden haben dabei die Möglichkeit, bereits vordefinierte Steuerkurven zu nutzen, etwa für den circadianen Tageslichtverlauf. Alternativ lassen sich individuelle Kurven innerhalb gewisser Rahmenbedingungen auch mühelos selbst definieren.

Zu einer erfolgreichen HCL-Lösung gehört das Zusammenspiel aus Beratung, Produkt und Steuerung.

— Dr. Raphael Kirsch

„Am Ende halten die Kunden eine maßgeschneiderte HCL-Beleuchtungslösung in der Hand, die ihnen alle Freiheiten für die Zukunft bietet, da sich sämtliche Beleuchtungsparameter jederzeit individuell regulieren lassen“, so Kirsch. Darüber hinaus legt das vernetzte Beleuchtungssystem den Grundstein für weiterführende digitale Anwendungen – etwa Analyse- und Reporting-Funktionen wie Predictive Maintenance oder Energy Monitoring.

Erschienen in Ausgabe: 03/2019
Seite: 18 bis 19